Sonnenuntergang über den Harzbergen am 30. Juni 2012

Der Sonnenfächer über den Harzbergen
 
Die Wandergruppe am Carlsturm
Wanderung zum Sonnenuntergang über den Harzbergen am 30. Juni 2012

Es zeigte sich einmal wieder, dass der Südharz sein eigenes Wetter hat. Trotz Unwetterwarnung und schwülwarmer Luft fanden sich sieben tapfere Wanderer am Treffpunkt ein um mit zum Carlsturm zu wandern.

Der Himmel war mit unterschiedlichen Wolken und zahlreichen Wolkenfetzen gut bestückt. So wanderten wir frohen Mutes in Richtung Carlsturm. Es war mehr ein eigenartiges Grau an Stelle von Sonnenschein, aber die kleine Wandergruppe ließ sich nicht entmutigen. Je näher wir dem Ziel kamen umso dunkler wurde es. Dann stand der Carlsturm vor einem Wolkenverhangenen Himmel welcher aber noch große blaue Stellen aufzuweisen hatte, vor uns.

Es war noch genügend Zeit bis zum Sonnenuntergang so wurde erst einmal eine kurze Rast gehalten. Doch dann ließ es mir keine Ruhe, ich mußte hinauf auf den Turm. Nach wenigen Metern sah ich es bereits, unzählige Sonnenstrahlen pressten sich durch die Wolken. Es war ein ganz eigenartiger Anblick. Wie ein großer Fächer hingen diese Sonnenfinger am Himmel vor den Harzbergen. Nur diese Strahlenbündel ohne die Sonne, so herrlich wie sich dieses uns präsentierte so schön sah es auf dem Foto leider nichtmehr aus. Die westlichen Harzberge mit dem Brockenmassiv erstrahlten in einem eigenartigen dunkleren Licht.

Das Harzpanorama lag unter uns und es bot sich eine schöne Rundsicht. Unser Blick ging vom Ravensberg bei Bad Sachsa über Nordhausen, der Hainleite mit dem Kyffhäusergebirge über den Höhenrücken des Poppenberges, dem Auerberg mit Josephskreuz weiter über die Harzhochfläche mit Stiege und Hasselfelde über Rübeland und die Talsperren rüber zum Brockenmassiv. Wenn man es sonst oft nicht so wahr nimmt, doch hier vom Carlsturm aus präsentiert der Harz seinen Waldreichtum und seine großen geschlossenen Waldflächen. Der Harz besitzt gegen über den anderen Mittelgebirgen noch 80 % Wald in seiner Gesamtfläche.

In dem westlichen Wolkenhimmel befand sich ein schmaler, zerfranster Wolkenfreier Streifen durch welchen die Sonne ihre Strahlen zur Erde sandte. Ab und zu sah die Sonne selbst wieder durch diese Wolkenlücken zu uns herunter. Hierdurch entstand ein bezauberndes Wolken- Sonnenspiel. Es sah fast so aus als ob die Sonne von Nord nach Süd wandern würde, aber es waren die Wolkenfetzen welche von Süden nach Norden zogen. Die dahinter liegende dunkle, größere Wolkenbank schien unbeweglich festverankert zu sein. Über eine halbe Stunde beobachteten wir dieses Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken. Dann hatte unsere liebe Sonne dieses Spiel satt und tauchte in der großen Wolkenbank unter. Von nun an zeigten nur noch die Wolkenränder rote Streifen. Die westlichen Harzberge mit dem Brockenmassiv hatten sich inzwischen in einen dunkelgrauen Schleier eingehüllt.

Wir hatten zwar keinen super Sonnenuntergang erlebt, aber gelohnt hatte sich dieser Ausflug für uns alle trotzdem. Der Wettergott hatte uns mit Regen und Unwetter im Harz verschont, der Regen mit Gewitter kam dann erst in der Nacht. Die Luft war warm und lau und es ließ sich gut wandern, wir haben alle ein schönes Sonnen- Wolkenspiel beobachten können. Wann nimmt man sich sonst die Zeit für solche Naturschauspiele? Das was bei so etwas oft nicht genannt wird ist nämlich die Tatsache, dass wir durch diese Wanderung etwas für unsere eigene Gesundheit unternommen haben. Abschalten vom Altagsstress, gut durchatmen in frischer Harzwaldluft und durch die Bewegung den Kreislauf und viele andere Köperkräfte und Funktionen in Gang gebracht zu haben.

Wir haben alle mehr erlebt und uns näher kennen gelernt und uns gut unterhalten auch ohne Handy. Somit hat die kleine Wandergruppe mehr erlebt als vor dem Fernseher und Sie haben unseren Harz etwas besser kennen gelernt. Nach so einem Abend kann man getrost dem Sonntag entgegen gehen.
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