Thüringen zu Fuß - W wie Weg: Entdecker-Tour um Ilfeld

Das Nadelöhr ist so eng, dass man sich hindurchzwängen muss.
 
Der Ahornpark in Ilfeld wächst dank vieler Baumpaten.
Harztor: Ilfelder Tal |

Auf der Entdeckertour durch den Naturpark Südharz gibt es in der Tat Kleinode zu entdecken: sagenumwobene Felsen, Kloster-Teiche und eine alte Bergbaustätte. Ein Tipp von Kreiswegewart Joachim Jauer.

WEG-Start: Als Startpunkt in Ilfeld empfiehlt sich der Wander­parkplatz an der B 4 am Ortsausgang Richtung Hasselfelde.

WEG-Länge: Der Rundweg misst 7,4 Kilometer.

WEG-Verlauf: Der ­Wanderer quert die B 4 und folgt dem Gotheweg, auf dem der Geheimrat 1777 in den Harz ritt. Nach gut 200 Metern erhebt sich ein Felsblock mit einer engen Spalte – das Nadelöhr. Einen ­Kilometer entfernt warten weitere imposante Felsen: der Mönch und der Gänseschnabel. Durch Buchenwälder führt der Weg ins Fischbachtal zu den Fischteichen, die einst Mönche anlegten. Es geht weiter zum Braunsteinhaus, dann über den Möncheberg und den Ilfelder Ahornpark zurück zum Parkplatz.

WEG-Beschaffenheit: Der naturnahe Pfad führt größtenteils durch Wald, ohne besondere Schwierigkeiten. Lediglich ein leichter Anstieg ist zu bewältigen.

WEG -Markierung: Ein roter Punkt auf weißem Hintergrund gibt die Richtung vor.

WEG-Helfer: Gepflegt wird der traditionelle Wanderweg 36 J, 36 N durch den Harzklubzweigverein Ilfeld.

WEG-Wissen: Ein Lehrpfad erschließt über Tage das alte Bergbau­revier „Kleiner Möncheberg“, in dem bis in die 1920er-Jahre Mangangerz abgebaut wurde.

WEG-Rast: Die Waldgaststätte Braunsteinhaus lädt Mittwoch bis Sonntag zur Einkehr ein. An den Fischteichen bietet eine neue Wanderhütte Wetterschutz für ein Picknick.

WEG-Besonderheit:
Der Ilfelder Ahornpark besticht nicht nur durch uralten Baumbestand. Etwa 270 Ahornbäume wurden neu gepflanzt, alle durch Baumpaten finanziert.

WEG im Internet:www.naturpark-suedharz.de


Harzer Sagen

Das Nadelöhr


Als Nadelöhr bezeichnen die Ilfelder einen Felsblock auf dem Goetheweg Richtung Harz mit einer engen Spalte. Der Sage nach soll ihn einst ein Riese aus dem Schuh geschüttelt haben. Dabei waren es wohl Menschen, die den Spalt hineingehauen haben als Durchschlupf durch die Wehranlage, die einst das Tal abriegelte.
In alter Zeit mussten alle Fuhrleute, die ihre Waren in andere Harzdörfer bringen oder Holz aus dem Wald holen wollten, an diesem Stein vorbeifahren. War ein Fuhrknecht neu eingestellt, war es Brauch, dass er auf seiner ersten Fahrt bis zu dreimal durch diesen engen Felsspalt kriechen musste - unter dem Johlen der anderen, die mit Stockhieben nachhalfen. Später konnten sich die Fuhrleute freikaufen.

Die Sage von den Felsen "Mönch" und "Gänseschnabel"


Einst stand in Ilfeld ein Kloster, in dem Mönche lebten. Mönch Gregor beobachtete Tag für Tag ein verwaistes armes Mädchen, das mit seiner Schar Gänse an der Klostermauer vorbeizog. Wenn es im Herbst kalt wurde, fror die Gänseliesel bitterlich im dünnen, grauen Kittelchen. Sie tat dem Mönch leid. Obwohl er das Kloster nicht verlassen durfte, folgte er dem Mädchen mit dem schönen blonden Haar eines Tages in den Wald. Sie gewannen sich sehr lieb und trafen sich fortan jeden Tag heimlich. Als Gregor eines Tages auf einem Berg des Ilfelder Tales seinem Liesel auf der anderen Seite zuwinkte, kam eine Hexe. Außerhalb des Klosters hatte sie Gewalt über ihn und verzauberte ihn in einen mächtigen Felsen. Auch die Gänseliesel verwandelte sie in einen Felsen, der wie ein Gänseschnabel aussieht. Da stehen sie sich nun gegenüber und sind doch immer voneinander getrennt.

(Quelle der Sagen: Heft "Sagen und Geschichten aus dem Thüringer Südharz", Herausgeber Frauenprojekt Ilfeld der Landvolkbildung Thüringen e.V., Außenstelle Sundhausen, Regionale-Verlag Auleben)
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