An Thüringens Grenzen lauert eine unsichtbare Gefahr

. . . . . . . . . Lage AKW + Endlager am Harz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . mein Darstellungsversuch zum Artikel . . . . . . . . . .
Nordhausen: Thüringen - Südharz | (006) -

ATOMKRAFT (Folge 1)


Gefahr aus der Nachbarschaft
Es gibt in Thüringen kein Atom-Kraftwerk und auch kein Lager für atomaren Müll, aber in den Nachbar-Bundesländern! Ich bin kein Experte und darum möchte ich mit diesem Artikel nur zum Nachdenken anregen.

O B J E K T L I S T E
Alle Objekte werden kurz beschrieben und ein Bezug zu Woffleben / Nordhausen hergestellt.


1. aktiv
- Kernkraftwerk Grafenrheinfeld im Bundesland Bayern am Ufer des Alten Main.
Es liegt südlich von Thüringen und wird voraussichtlich noch bis 2015 in Betrieb sein. Dieser Druckwasserreaktor gehört dem E.ON – Stromkonzern und birgt eine Gefahr für den Süden Thüringens (im 100-km-Schutzkreis liegen z.B. Geisa, Kaltennordheim, Meiningen, Hildburghausen, Suhl, Schleusingen, Sonnenberg, Ilmenau, Schmalkalden, Bad Salzungen) Woffleben und Nordhausen wären nicht betroffen ! ?

2. aktiv
- Kernkraftwerk Grohnde im Bundesland Niedersachsen am Ufer der Weser.
Es liegt nord-westlich vom Harz und wird voraussichtlich noch bis 2021 in Betrieb sein. Auch dieser Druckwasserreaktor gehört E.ON und der äußerste Norden Thüringens wäre bei einem GAU betroffen. Entfernung zu Woffleben 104 km Luftlinie (direkt am 100-km-Schutzkreis liegen Ellrich, Klettenberg, Sülzhayn und kleiner Orte) Gibt es dafür Katastrophenschutzpläne?

3. still gelegt
- Kernkraftwerk Würgassen im Bundesland Nordrhein-Westfalen am Ufer der Weser.
Es liegt nord-westlich von Thüringen und wurde 1994 still gelegt. Der Rückbau der Anlage soll bis 2014 abgeschlossen sein und der atomare Müll im Schacht Konrad endgelagert werden. Woffleben lag also mit einer Entfernung von 93 km Luftlinie im 100-km-Schutzkreis (auch Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt, Mühlhausen, Menteroda, Mihla, Creuzburg u.v.m) Haben Sie das gewusst?

4. wird umgebaut
- Schacht Konrad im Bundesland Niedersachsen
Das stillgelegte Eisenerz-Bergwerk in Salzgitter wird zum D e u t s c h e n E n d l a g e r für nicht oder nur schwach wärmeproduzierende radioaktive Abfälle (fällt in Kernkraftwerken, Forschungslaboren und Kliniken an) – liegt nördlich von Thüringen und wird vermutlich zwischen 2015 und 2019 in Betrieb genommen werden. Woffleben liegt in 70 km und Nordhausen in 78 km Entfernung Luftlinie. Sind wir in Gefahr?

5. aktiv
- Versuchs-Endlager ASSE II im Bundesland Niedersachsen
Dieses ehemaliges Salz-Bergwerk bei Wolfenbüttel liegt nördlich von Thüringen und birgt ein hohes Sicherheitsrisiko. Darum wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz die komplette Umlagerung ins Endlager Schacht Konrad empfohlen. Woffleben liegt in 64 km und Nordhausen in 72 km Entfernung Luftlinie Doch welche Gefahr bringt eine Umlagerung mit sich? – nur der Harz erhebt sich wie eine Schutzwand dazwischen.

6. aufgegeben und überwacht
- Zentrales Endlager Morsleben im Bundesland Sachsen-Anhalt
Das ehemalige Kali- und Steinsalz-Bergwerk bei Magdeburg liegt nördlich von Thüringen und wurde 1969 von der Staatlichen Zentrale für Strahlenschutz als „Standort für die Zentrale Endlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle der DDR“ bestimmt. Nach fast 30 Jahren wurde nichts weiter eingelagert. Woffleben liegt in 78 km und Nordhausen in 86 km Entfernung Luftlinie. (Einsturzgefahr besteht mittelbar in den Kammern, denn z.B. sind 2001 mehrere Tausend Tonnen Salzgestein in die Hohlräume gestürzt!) mein Fazit: es ist ein "DDR-BRD-Endlager"

Idee für diesen Artikel
Durch Zufall war ich auf den Artikel von BürgerReporterin Svetlana Vozlinskaya über Tschernobyl (vom 25.04.2011) gestoßen und an etwas erinnert worden – Atomkonsens in Deutschland.
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Erst kürzlich war zu lesen,
dass bei einem GAU nicht nur ein 25-km-Sperrgebiet-Radius ausgewiesen wird, sondern in einem 100-km Umkreis noch Schutzmaßnahmen getroffen werden. Einer radioaktiven Wolke sind doch 100-km-Grenzen egal und wer weiß, wohin der Wind gerade weht.

Quellen:
Stuttgarter Zeitung online vom 17.01.2008; atommuell-endlager.de; OTZ-online vom 14.03.2011
wikipedia: Liste Kernreaktoren in Deutschland; Google Earth

(Stand der Daten in meinem Artikel: 10. Juni 2011)
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Meine weiteren Beiträge über Atomkraft:

* Teil 2 - So nah lagert Atommüll vor meiner Haustür
* Teil 3 - Fukushima - 11. März 2011
* Teil 4 - Tschernobyl - 26. April 1986
* Teil 5 - Papierkraniche gedenken an atomare Opfer

Annett Deistung, Woffleben, Landkreis Nordhausen, Deutschland
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5 Kommentare
14
Michael Deistung aus Nordhausen | 27.06.2011 | 22:51  
3.760
Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 08.09.2011 | 16:27  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 12.03.2012 | 06:36  
3.760
Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 12.03.2012 | 21:08  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 12.03.2012 | 21:20  
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