Befreiung vor 68 Jahren

Jährlich gedenken viele ehemalige Häftlinge ihrer verstorbenen oder ermordeten Leidensgenossen. (Foto: Foto: Gedenkstätte)
 
12.4.2013: Gegen 12.15 Uhr findet eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegungen vor dem ehemaligen Krematorium statt. (Foto: Foto: Gedenkstätte)
Nordhausen: KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora |

Gedenkveranstaltungen am 12. und 13. April 2013


Von Andreas Froese-Karow

NORDHAUSEN. Vor 68 Jahren wurde das Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen von amerikanischen Truppen befreit. Zu den zentralen Gedenkveranstaltungen am 12. und 13. April in Nordhausen, Blankenburg und Ellrich werden ehemalige Häftlinge, Angehörige und Hinterbliebene aus vielen Teilen Europas und Australiens, VertreterInnen aus Politik und Gesellschaft sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus der Region erwartet. Inhaltlicher Schwerpunkt des diesjährigen Gedenkens ist das Thema „Widerstand und Selbstbehauptung“.


Beginn der Gedenkveranstaltungen am 12. April


Den Auftakt der Veranstaltungen zum 68. Jahrestag bildet eine Gedenkfeier am Freitag, 12. April 2013, um 11 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (rekonstruierte Unterkunftsbaracke). Nach der einleitenden Begrüßung durch Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner werden Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen, und Ryszard Szklany, Gesandter-Botschaftsrat der Botschaft der Republik Polen, ihre Grußworte sprechen. Danach wird Louis Garnier, ein Überlebender des KZ Mittelbau-Dora und Ehrenpräsident der Association française Dora, Ellrich et Kommandos, eine Ansprache halten.
Bei dieser Gedenkfeier wird auch die Foto-Ausstellung „Nos champs de solitude“ des Pariser Künstlers Philippe Alkemade eröffnet, die bis 3. Juni 2013 in der rekonstruierten Unterkunftsbaracke und vom 6. August bis 3. November 2013 in der ehemaligen Feuerwache der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen sein wird.

Gegen 12.15 Uhr folgt die Gedenkfeier mit Kranzniederlegungen vor dem ehemaligen Krematorium.

Sonderausstellung „Wiederentdeckt. Zeugnisse aus dem Konzentrationslager Holzen“

Anschließend wird um 13 Uhr die Sonderausstellung „Wiederentdeckt. Zeugnisse aus dem Konzentrationslager Holzen“ in der ehemaligen Feuerwache eröffnet. Die Ausstellung zeigt einen einzigartigen Quellenfund: 200 Häftlingsporträts, handschriftliche Aufzeichnungen und ein Häftlingstagebuch aus dem Kommando „Hecht“, einem Außenlager des KZ Buchenwald bei Holzen/Niedersachsen. Während der Todesmärsche im April 1945 gingen diese Dokumente verloren, im Sommer 2012 sind sie völlig überraschend in Celle wieder aufgetaucht. Nun werden sie in einer deutsch-französisch-polnischen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Grußworte zur Eröffnung sprechen Prof. Dr. Thomas Deufel, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Dr. Manfred Grieger, Leiter der Historischen Kommunikation der Volkswagen AG.

Weitere Veranstaltungen am 12. und 13. April 2013

Um 15 Uhr stellt Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner den neu gestalteten Gedenkort auf dem Außengelände am ehemaligen Arrestzellenbau und der Hinrichtungsstätte der Öffentlichkeit vor.

Am Samstag, 13. April 2013, steht die Geschichte der ehemaligen Außenlager des KZ Mittelbau-Dora im Mittelpunkt. Um 11 Uhr findet eine Gedenkveranstaltung in der Martin-Luther-Grundschule in Blankenburg statt, bei der Hanns-Michael Noll, Bürgermeister der Stadt Blankenburg, und Albert van Hoey, Vorsitzender des Beirats ehemaliger Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora und selbst ein Überlebender des KZ-Außenlagers in Blankenburg, sprechen werden. Anschließend folgt eine Kranzniederlegung am Gedenkstein Lühnertorplatz.

Eine weitere Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung folgt um 16 Uhr in Ellrich im ehemaligen Außenlager Ellrich-Juliushütte, dem größten der rund 40 Außenlager des KZ Mittelbau-Dora.

Alle Veranstaltungen sind öffentlich, private Teilnehmer sind willkommen.

Hintergrund: Das KZ Mittelbau-Dora

Das Lager „Dora“ wurde im August 1943 als Außenlager des KZ Buchenwald gegründet und im Oktober 1944 zusammen mit weiteren Buchenwalder Außenlagern in der Harzregion zum KZ Mittelbau verselbständigt. Es entwickelte sich zum Zentrum eines großen Lagerkomplexes mit über 40 Außenlagern und Arbeitskommandos in beinahe allen Orten der Region. Der Südharz sollte in der letzten Kriegsphase zu einem Zentrum der unterirdischen Rüstungsproduktion ausgebaut werden. Die meisten Häftlinge des KZ Mittelbau mussten auf Baustellen arbeiten, andere wurden zur Zwangsarbeit in der V2-Produktion herangezogen. Von den insgesamt rund 60 000 Häftlingen, die bis April 1945 ins KZ Mittelbau-Dora deportiert wurden, kamen mindestens 20 000 ums Leben.
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