EHEC – keine Panik oder doch schlimmer als Grippe?

Gerd Altmann/dauni(lebensmittelfotos.com) / pixelio.de (Foto: Gerd Altmann/dauni(lebensmittelfotos.com) / pixelio.de)
Nun ist es raus! Das Hamburger Hygiene-Institut hat an drei Spanischen Salatgurken den EHEC-Keim identifiziert. Es soll sogar eine Biogurke dabei gewesen sein.

Jetzt, da wir wissen, wer das Übel verursacht hat, werden wir von allen Seiten mit Verhaltensregeln überschüttet. Wasch das Gemüse vor dem Verzehr, iss kein rohes Fleisch und ganz wichtig: die Hände waschen nach dem Toilettengang.
Aber! Das machen wir doch (alle?) schon immer und trotzdem ist die Infektion über uns gekommen.
Vor einer Woche war ja auch nur Norddeutschland betroffen. Der Rest von Deutschland wurde mit den Verhaltensregeln beruhigt, um eine Verbreitung der Infektion zu verhindern.

Vor allem in Thüringen bräuchte man sich keine Sorgen zu machen, verkündete das Gesundheitsministerium vom 24.05.2011. Heute jedoch werden in den Medien die ersten Fälle in Thüringen gemeldet und nebenbei bemerkt, dass die Symptome von EHEC schon am 16. Mai an einer Erkrankten festgestellt wurde, das war dem Ministerium anscheinend nicht bekannt.

Es wird nicht lange dauern und EHEC ist ein europäisches Problem.

Mich wundert es nur, mit welcher Ruhe die Erkrankung behandelt wird. Ich will damit nicht sagen, dass man nichts unternimmt oder dass eine Hysterie aufkommen sollte, aber einige Fragen stelle ich mir doch:
Salatgurken kann man immer noch überall kaufen. Die kommen alle aus den Niederlanden (laut Herkunftsland-Preisschild). Aber kommen sie wirklich daher?
Bei fehlerhafter Autoproduktion gibt es schon mal eine Rückrufaktion des Herstellers, über Spanische Salatgurken habe ich noch nichts gehört.
Die Spanischen Salatgurken werden ja tonnenweise produziert und anschließend in ganz Europa verteilt. Und nur in Deutschland hat der Erreger einen gefährlichen Krankheitsverlauf genommen? - Da müssten doch die Spanier als Produzenten zuerst erkranken, nimmt man an. Sind sie aber nicht!

Im Hintergrund muss ich an die verschiedenen Lebensmittelskandale der letzten Zeit denken.
Alle hatten eines gemeinsam: Die Wahrheit und das ganze Ausmaß gelangten nur scheibchenweise an die Öffentlichkeit!

Über die jetzigen Auswirkungen, die die Krankheit noch hervorrufen wird, kann ich nur spekulieren.

Was mich am meisten beunruhigt ist die Frage: „Sind es wirklich nur die Salatgurken aus Spanien oder sind noch viel mehr andere Gemüsesorten betroffen“?

Und jetzt kommen wir zu meinem eigentlichen Problem. Wie gehen wir als Verbraucher, als Handel und als Weiterverarbeitende mit diesem Problem um?
Kann man sicher sein, dass die Gemüsebeilage in der Schulspeisung oder im Kindergarten-Essen zu 100% nicht infiziert ist? - Das kann man zurzeit nicht!!!

Ich möchte nur noch einmal wiederholen: Drei belastete Gurken hat man gefunden und die Krankheit verbreitet sich in ganz Deutschland.
Wir wissen auch, dass Lebensmittel, die vernichtet werden sollen, manchmal doch den Weg zurück ins Regal finden...?
Man hört aber auch, dass im Norden Deutschlands die aussortierten Gurken bereits geschreddert und beigepflügt werden. Was passiert dabei mit den Erregern?

Ich vermisse Fakten darüber, dass Gemüseproben, die zuständige Institutionen aus dem Einzelhandel oder dem Großhandel genommen haben, nicht belastet sind. Vor allem aus den einzelnen Regionen Deutschlands. Das fehlt!

Unsere Politiker und die zuständigen Experten arbeiten mit Hochdruck an der Lösung der Problematik, aber ein ungutes Bauchgefühl habe ich dennoch!
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9 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 27.05.2011 | 19:29  
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Steffen Weiß aus Gera | 28.05.2011 | 16:38  
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Steffen Weiß aus Gera | 30.05.2011 | 07:03  
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Florian Storch aus Gotha | 31.05.2011 | 11:50  
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Klaus-Peter Apel aus Nordhausen | 31.05.2011 | 14:26  
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Heidrun Fischer aus Nordhausen | 01.06.2011 | 16:15  
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 03.06.2011 | 22:59  
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Uwe Zerbst aus Gotha | 14.06.2011 | 10:00  
Axel Heyder aus Erfurt | 17.06.2011 | 10:43  
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