"Harztor" eine neue Landgemeinde

Die "Harztor" Gemeinde
 
Ilfeld mit Burgberg
Der Harz<
Thüringens nördlichster Landkreis –Nordhausen – hat eine neue Gemeinde – „Harztor“
„Harztor“ ist der Name für die neugebildete Landgemeinde oder Gemeinde. Die Geburtsstunde war, nach einer schwierigen Geburt nun, der 01. Januar 2012. Gebildet wurde diese Gemeinde „Harztor“ aus den ehemaligen Gemeineden Niedersachswerfen und Ilfeld mit seinen Ortsteilen Wiegersdorf und Sophienhof. Wiegersdorf und Sophienhof waren früher eigenständige Gemeinden. Ilfeld/ Wiegersdorf war schon länger zu einem Ort zusammen gewachsen. Nach dem Zusammenschluss des Fleckens Ilfeld mit der Real Gemeinde Wiegersdorf führte der Ort den Namen Ilfeld/Wiegersdorf. Später wurde die kleine ca. 50 Seelen zählende Harzgemeinde Sophienhof, oben auf den Harzbergen, an Ilfeld als Ortsteil angeschlossen. Ab diesem Zusammenschluss wurde der Name Ilfeld mit dem Ortsteil Sophienhof geführt. Der Name Wiegersdorf kommt nur noch sehr wenig offiziell in Anwendung. Die Gemarkung Ilfeld war die größte Flächengemeinde des Freistaates Thüringen. Die Orte Niedersachswerfen und Ilfeld sind unterschiedlich strukturiert, wobei Niedersachswerfen, Einwohner mäßig fasst die gleiche Zahl aufweist wie Ilfeld. Ilfeld/Wiegersdorf und Sophienhof sind mehr auf Tourismus orientiert, wobei Niedersachswerfen mehr ein Industrieort ist. Eins haben beide Orte allerdings gemeinsam und das ist die viel zu stark befahrene B4 mitten durch die Orte. Beide Orte liegen an der B4 zwischen München und Hamburg. Die B4 ist die Einflugschneise in den Harz. Direkt an der nördlichen Ortsgrenze von Ilfeld, beginnt ein sehr enges Felsental durch welches diese Straße verläuft. Der von der Natur hier geschaffener Engpass, sorgte schon immer für Probleme. Welcher aber auf die Straßenbreite keinen Einfluss hatte. Früher ging diese Straße nicht unten im Tal entlang wie heute. Es war damals nicht möglich, denn dort wo heute die Straße an der Neander Klink entlang geht, stand früher das Ilfelder Prämonstatenser Kloster bzw. die bekannte Ilfelder Klosterschule. Erst nach dem Abbruch des Klosters und der teilweisen Sprengung der Klosterkirche konnte die jetzige Straße im Tal entlang gebaut werden. An der alten Zufahrtsstraße in den Harz, welche westlich am steilen Berghang, entlang führt, steht ein ganz bekannter Felsen, das „Ilfelder Nadelöhr“.
Jeder neue Fuhrmann und auch manch Andrer, welcher das erste Mal in den Harz wollte, mußte dreimal durch diese Felsspalte kriechen und die Anderen haben mit der Peitsche nachgeholfen. Dieses war die Prüfung für den rauhen und wilden Harz. Wie es zu dieser Felsspalte kam berichte ich später einmal.
An dem Felsen des Nadelöhrs steht auf einer Tafel folgendes Gedicht mit seinen ersten drei Versen, welche die Prüfung der Harzknechte zum Inhalt hat. Dieses Nadelöhr ist heute immer noch ein Anziehungspunkt für viele Menschen, insbesondere für Kinder, welche heute dort gern durchkriechen.


Das Ilfelder Nadelöhr

Bei Ilefeld da liegt ein Stein
Hat durch und durch ein Ohr:
Da ist ein Brauch, der ist nicht fein,
jedoch lustiert er sehr.
Der Amtmann will, er soll nicht sein;
Allein was hilft ihm Drohn und Schrein?

Kaum fährt ein neuer Knecht ins Holz,
Flugs greifen die andern ihn.
Er muß sich, und sei er noch so stolz.
Durch dieses Ohr sich mühen.
Er kriecht, sie hau´n, und schreit der Knecht,
dann ist´s den andern eben rechet.

Kauft er sich aber los mit Geld,
So braucht er nicht hinein;
Doch tut er´s nicht, so muß der Held
Dreimal so durch den Stein.
Dann ist er ein gemachter Mann,
Der andere wieder schlagen kann!
(August Kopisch)

Das Nadelöhr und dieses wie ein Tor wirkende enge Ilfelder Behretal sind die eigentlichen Paten für den Namen. „Harztor“. Die steil aufragenden Felsen und Felsnadeln wirken wie ein steinernes Tor. Es sind aber nicht nur die Felsen, die dicht beieinander stehenden steilen Berge tragen noch einen Teil dazu bei. Kommt man von Süden, denkt man die Berge verschließen das Weiterkommen. Doch dann öffnen sich plötzlich die Berge und es geht doch in Kurven durch das enge Tal weiter. Hierfür ist der Begriff Harztor wahrlich ein sehr treffender. Dieser Name für die neue Landgemeinde ist Kurz und sehr Aussage kräftig. Wie kam es nun zu dieser Namensgebung?
Um diesen sehr langen Namen Niedersachswerfen- Ilfeld zu vermeiden, hat man die Einwohner gebeten bei der Namensfindung mitzuhelfen und ihre Vorstellungen abzugeben. Außer dem Namen Harztor wurden noch eine ganze Menge anderer Namen vorgeschlagen. Diese Vorschläge und Raum für weitere Ideen zur Namensfindung, wurden den Einwohnern zur Entscheidung vorgelegt. Hierbei haben sich die Einwohner für den Namen „Harztor“, entschieden. Zu dieser neuen Landgemeinde „Harztor“ zählen die Ortschaften Ilfeld und Niedersachswerfen. Hierbei ist die ca. 60 Einwohner zählende frühere Ortschaft Sophienhof in die Ortschaft Ilfeld mit eingemeindet worden.

So ein Zusammenschluss; eine Hochzeit mit Kindern, ist nicht ganz einfach. Aber wie in jeder Ehe, werden die sich schon zusammen Raufen müssen. Wo gehobelt wird da fallen Späne. Hoffen wir das Beste und wünschen der neuen Südharzer Gemeinde alles Gut und Beste, dass sie sich zu einer aktiven, kräftigen und Zukunftsicheren Südharz-Gemeinde entwickelt. Der Name Harztor steht auch für Verpflichtung, Verpflichtung zum Erhalt der Natur und unserer einmaligen Landschaft. Millionen von Jahren stehen die Felsen in Tal und bilden mit den Bergen das Tor, möge diese neuen Gemeinde sich das als Vorbild nehmen und auch noch ein guter Torwächter sein. „Es lebe das Harztor“
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11 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 17.01.2012 | 07:32  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 17.01.2012 | 09:59  
5.678
Gunter Linke aus Saalfeld | 17.01.2012 | 11:29  
1.794
Manfred Kappler aus Nordhausen | 17.01.2012 | 17:17  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 18.01.2012 | 17:16  
3.760
Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 19.01.2012 | 22:07  
1.794
Manfred Kappler aus Nordhausen | 19.01.2012 | 23:03  
1.616
Lutz Leipold aus Ilmenau | 20.01.2012 | 09:59  
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Gerald Kohl aus Erfurt | 21.01.2012 | 19:41  
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Manfred Kappler aus Nordhausen | 21.01.2012 | 23:50  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 22.01.2012 | 19:03  
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