Keine dritte Fahrspur

Die Trasse ist schon ausgekoffert. Nun folgen Schotter- und eine doppelte Bitumenschicht sowie die Bankette rechts und links. Der künftige Unstrut-Werra-Radweg wird 2,50 Meter breit und insgesamt 32 Kilometer lang sein. Foto: Herting (Foto: Foto: Herting)
 
Zügig laufen die Erdarbeiten am Bahnübergang Grass zwischen Sondershausen und Oberspier. Foto: Herting (Foto: Foto: Herting)
Petting: Bahnübergang Grass | Bauarbeiten an der B 4 dienen der Vollendung des Unstrut-Werra-Radweges

Das, was für viele Autofahrer zunächst wie der Baubeginn einer langersehnten dritten Fahrspur anmutet, ist „nur“ ein neuer Radweg. Die B 4 bleibt weiter zweispurig, dafür macht der Unstrut-Werra-Radweg von der Kreisgrenze hinter Ebeleben nach Bad Frankenhausen gute Baufortschritte.


Er verbindet die beiden thüringer Flüsse Unstrut und Werra miteinander und ermöglicht eine etwa 32 Kilometer lange Radtour mit Anfangspunkt in Mühlhausen. Von hier aus führt die Trasse zum höchsten Punkt der Strecke nach Heyerode, bevor es bergab in das Tal der Werra, durch den Kyffhäuserkreis zum Endpunkt nahe Artern geht. Dort schließt er an den Werra-Radweg an.

Nicht nur im Unstrut-Hainich-, sondern auch im Kyffhäuserkreis tangiert der Radweg künftig wichtige Sehenswürdigkeiten. So kommt er von der Kreisgrenze nach Ebeleben, führt an der Kuhbrücke entlang über Gundersleben, Thalebra, Hohenebra nach Oberspier. Dort trifft er auf die B 4 und verläuft straßenbegleitend durch das Grass, vorbei an der Margarethenquelle nach Sondershausen mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Von Berka aus verläuft der Radweg über Hachelbich und Göllingen nach Bendeleben, wo die Orangerie lohnenswerter Haltepunkt ist. Über die Barbarossahöhle im Kyffhäusergebirge geht‘s zur Rottleber Dreiangel und weiter nach Bad Frankenhausen und Artern.

„Wegen des Geländeprofils sind die Abschnitte zwischen Oberspier und Sondershausen sowie im Kyffhäusergebirge eine besondere Herausforderung“, erklärt Planerin Heike Bach vom gleichnamigen Ingenieurbüro.
Wichtig neben der Einbindung der touristischen Sehenswürdigkeiten sei auch der Einklang zwischen Bauarbeiten und Belangen des Naturschutzes. So sind umfassende Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. „Für jeden gefällten Baum werden zwei wieder aufgeforstet. Zusätzlich werden versiegelte Flächen ausgeglichen“, erläuterte Heike Bach.

Bis 2013 muss der Radweg realisiert werden, weil an die pünktliche Fertigstellung eine 90 %-ige Förderung gebunden ist – die Mittel kommen von der Thüringer Aufbaubank und dem Landesamt für Landesentwicklung und Flurneuordnung. Noch dieses Jahr soll der Abschnitt zwischen Oberspier und dem Bahnübergang im Grass fertig werden, 2012 folgt der Bauabschnitt zwischen Bahnübergang und Margarethenquelle (alte B 4). Schon vollendet ist der Abschnitt zwischen Gundersleben und Thalebra, die Weiterführung bis nach Oberspier soll Ende 2012/Anfang 2013 fertig werden. Zug um Zug werden die einzelnen Teilstrecken realisiert.

Für den Bau des Radweges in den Städten und Gemeinden sind diese selbst zuständig. Teils wird auf alten Bahnstrecken (Ebeleben – Gundersleben), auf Landesstraßen (Hachelbich – Göllingen) oder straßenbegleitend (zum Beispiel B 4: Oberspier – Grass) gebaut.

Dort, wo der künftige Radweg durch Waldgebiete führt, wurde abgeholzt. Auf die plane Erdschicht werden eine Schotter- sowie eine bituminöse Trag- und Deckschicht aufgebracht. Auf beiden Seiten schließen sich 50 cm breite Bankette als befestigte Übergange ins Gelände an.

„Bis die durchgehende Trasse 2013 befahrbar ist, gibt es noch viel zu tun. Momentan liegen die Arbeiten gut in der Zeit. Wir hoffen, dass der Winter gnädig ist“, wagt Heike Bach einen Blick voraus und bedankt sich bei den Kommunen für die bisherige sehr gute Zusammenarbeit!
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