Mode statt Versicherung

Auf Bekleidung, Taschen, Schuhe oder modisches Beiwerk hoffen die gewerblichen Nachbarn für die Neubelegung der ehemaligen Boutique.
 
Barbara Ohnrich und Karin Asse wünschen sich schicke Bekleidung für Ältere in die leerstehenden Läden.
Nordhausen: Rautenstraße | SWG versucht, passende Mieter für ihre Geschäfte zu finden – keine Versicherungen in Lauflagen

Wieder sind zwei Läden in der Rautenstraße leer und lassen Kunden und Nachbarn rätseln. „Hoffentlich werden sie mit passenden Sortimenten bestückt“, wünschen sich die Inhaber umliegender Geschäfte. Gleiches hofft der Nordhäuser Gewerbeverein (NGV), um ein Ausbluten der Innenstadt zu vermeiden.

Läden sollen dem Einzelhandel vorbehalten sein
Nachhilfefirmen, Krankenkassen oder Versicherungen passen nicht in die wichtigste Lauflage zwischen Südharz Galerie und Altstadt. Das hatte der Nordhäuser Gewerbeverein in einer seiner letzten Sitzungen mit Blick auf die Interessen des Einzelhandels resümiert. Zu sehr drohe bei fehlenden Kundenströmen ein Ausbluten der Innenstadt, begründete man die Sorge.

Ähnliche Sortimente?
„Das sehen wir genau so“, erläuterte SWG-Geschäftsführerin Carola Franke. „Doch es ist nicht immer leicht, Mieter zu finden, die in das Sortimentsspektrum der Straße passen und zudem auf soliden Füßen stehen. Mit Versicherungen und Friseuren könnten wir sofort alle Leerstände belegen, doch das möchten wir nicht! Sie wären zwar solide Mieter, passen aber nicht zum Händlerbestand.“
„Wichtig ist die Erkenntnis, dass Konkurrenz das Geschäft belebt“, erläuterte Renate Gruben, Leiterin der Wohnungswirtschaft, den Zwiespalt, in dem man sich lange befand. „Viele Händler wollten keine ähnlichen Sortimente nebenan. Doch je mehr gleichgelagerte Geschäfte sich in der Nachbarschaft befinden, um so mehr Menschen kommen. Alle Einzelhändler der Straße können dann vom Kundenstrom profitieren.“

Vermietung um jeden Preis?
Die SWG setzt auf passende Sortimente und eine möglichst langfristige Vermietung. Das setzt Seriosität und Bonität der Interessenten voraus. Im Gegensatz zu privaten Vermietern kann es sich die SWG auch einmal leisten, ein Geschäft etwas länger leerstehen zu lassen.
„Es gibt auch Interessenten, bei denen wir sagen: ‚Nein, das machen wir nicht!“ erläuterte Carola Franke die Praxis. „Vermietung um jeden Preis gibt es nicht. Wir wollen, dass die gesamte Straßenzeile interessant bleibt.“

Welches wären Wunschmieter für die Rautenstraße?
Das Geschäft Rautenstraße 12 ist schon vergeben. Hier wird es junge, flippige Mode geben.
Für die ehemalige Boutique schräg gegenüber wünscht sich Renate Gruben Damen­oberbekleidung, möglichst für die Frau mittleren Alters. Mehrere Anfragen liegen vor, derzeit laufen die Verhandlungen. Ab November werden beide Geschäfte vermietet sein.
„Herrenbekleidung, Taschen, Schuhe und Accessoires – alles das, was man als Frau kaufen würde“, sagt Geschäftsfrau Christina Hoffer. „Ich würde schicke Mode für Ältere begrüßen, die nicht wie 80-Jährige herumlaufen möchten“, antwortet Barbara Ohnrich auf die Frage nach ihrem Wunschsortiment. Die attraktive 66-Jährige möchte nicht mehr in größere Städte fahren müssen, um ein tolles Angebot zu haben. Auch Karin Asse (61) sieht Bedarf für ältere Kundinnen: „T-Shirts, Pullover oder auch modische Schuhe in der 42 fehlen!“

Kornmarkt begehrt
Für das Sanierungsobjekt am Kornmarkt gibt es schon viele Anträge. Doch jetzt erfolgt noch keine Vergabe, erklärte Carola Franke. „Aber auch dort muss der Mix passen!“
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