Open-Air-Ausstellung

Frau Dr. Andrea Herz (rechts), Mitarbeiterin der Thüringer Landesbehörde für Stasi-Unterlagen in Erfurt erläutert Horst Kraul (links) und dem Bürgermeister der Einheitsgemeinde Ellrich, Matthias Ehrhold, die Plakate der Wanderausstellung
Ellrich: Marktplatz | Open-Air-Ausstellung auf dem Marktplatz

Am Montag, den 6. Juni um 14.00 Uhr, wurde auf dem Marktplatz die Ausstellung "Das Jahr der Mauer - Politischer Alltag in Thüringen 1961" durch den Bürgermeister der Einheitsgemeinde
Matthias Ehrhold und der Mitarbeiterin der Thüringer Landesbehörde für die Stasi-Unterlagen,
Dr. Andrea Herz eröffnet (Bild 1 : v.l.n.r. Horst Kraul , Mitarbeiter im Heimatmuseum, Bürgermeister Matthias Ehrhold und Frau Dr. Andrea Herz). Die auf der nördlichen Seite des Marktplatzes aufgestellten Plakatwände informieren ausführlich über den 13. August 1961 und die nachfolgenden Jahre des Mauerbaus, der sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt. In dieser Sommernacht wurden
260 Kilometer von Thüringen entfernt die sowjetische Besatzungszone von den drei westlichen Zonen mit Stacheldraht getrennt und später durch eine Mauer ersetzt. Das Leben in den Betrieben, Schulen und in der Freizeit änderte sich plötzlich. "Ellrich war davon besonders betroffen. Ganze Familien, die sich politisch nicht anpassen wollten, wurden in mehreren Nachtaktionen aus ihrem Haus vertrieben und zu einem neuen, völlig unbekannten Wohnort abtransportiert", erzählte Andrea Herz den anwesenden Ellrichern.
Vor allem den Jugendlichen, die die DDR nicht mehr erlebt haben, soll vor Augen geführt werden,
wovon die Jugendzeit ihrer Großeltern beeinflusst war. Man konnte eben nicht nach 21 Uhr noch ausgehen, denn dann herrschte eine sogenannte "Sperrstunde".
Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, dass ich, um meine Schwester in Benneckenstein besuchen zu können, sechs Wochen (!) vorher einen Antrag einreichen musste, um einen Passierschein für den Nachbarkreis zu erhalten. Ebenso für Besucher, die in die "Sperrzone" einreisen wollten, musste ein solcher Schein beantragt werden.
Ellrich ist die 7. Station der Wanderausstellung, die bis zum Oktober auf 20 Marktplätzen für eine Woche halt macht. Bis zum Freitag stand sie für die Bevölkerung und den Schulkindern als Geschichtsstunde auf dem Markt, ehe sie weiter nach Ilmenau gefahren wurde. Begonnen hat sie in Sonneberg und enden wird sie in Saalfeld. Eisenach und Erfurt sind weitere Haltepunkte für die Plakatwand. 300 Begleitbände über das "Jahr der Mauer" sind im Ellricher Rathaus kostenlos zu erhalten.

Text und Fotos(2): Rolf Wille


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