Pläne für Spiegelsches Haus

Landrätin Birgit Keller will in den kommenden zwei Jahren die Sanierung des Spiegelschen Hauses in Werna vorantreiben.

"In einem Gespräch mit dem Landeskonservator Holger Reinhardt haben wir die Strategie zu unseren denkmalgeschützten Gebäuden in den kommenden Jahren besprochen. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass es uns trotz aller finanziellen Zwänge gelingen muss, etwas für das Spiegelsche Haus zu tun", sagt Birgit Keller. "Wenn wir jedoch etwas mehr Leben in und ums Spiegelsche Haus bringen wollen, muss es öffentlich begehbar sein - und das ist ohne Förderung nicht möglich. Der Landeskonservator hat mir signalisiert, dass das Land 2015 und 2016 jeweils 80.000 Euro bereit stellen könnte, wenn es uns als Landkreis gelingt, eine Summe in selber Höhe als Co-Finanzierung beizusteuern. Dafür werde ich mich ganz klar im neuen Kreistag stark machen. Zusätzlich könnten auch beim Bund Fördermittel beantragt werden. Dazu habe ich schon mit unserer Bundestagsabgeordneten Sigrid Hupach gesprochen, die im Bundesausschuss, der auch für Denkmalsschutz zuständig ist, sitzt und sich auf Bundesebene dafür einsetzen will." Abgestimmt auf mögliche Sanierungsmaßnahmen wird der Landkreis außerdem in den kommenden Monaten ein Nutzungskonzept für die kreiseigene Immobilie entwickeln. "Dies alles werden wir natürlich nicht allein im stillen Kämmerlein planen, sondern wir wollen natürlich auch Ideen und Vorschläge aus der Region sammeln. Denn es gibt einfach Gebäude wo es sich lohnt zu versuchen, Stroh zu Gold zu machen", betont Birgit Keller die Bedeutung des Spiegelsches Hauses gerade als Kleinod im ländlichen Raum.

Zurzeit sind rund 70 Architekturstudierende aus Berlin in Werna und vermessen das Spiegelsche Haus. Die dabei gewonnenen Daten liefern wertvolle Hinweise für wichtige erforderliche Maßnahmen an dem Fachwerkgebäude. Dr.-Ing. Barbara Perlich vom Institut für Architektur der TU Berlin, die bereits mit ihren Studierenden den Nordhäuser Siechenhof vermessen hat, sieht das Gebäude in einem soliden Zustand. Proben aus dem Dach- und Fachwerk, die das Landesamt für Denkmalspflege und Archäologie untersuchen wird, werden mehr über die Baugeschichte des Hauses verraten. So wie es jetzt in Werna steht, stammt es wohl größtenteils aus dem 19. Jahrhundert, so Dr. Perlich. "An einigen Stellen ist beispielsweise noch der Anstrich aus dieser Zeit zu erfinden, den man ausschnittsweise erhalten könnte, um zu zeigen, wie es einmal ausgesehen hat. Solche Sachen sind nicht lästig, sondern vielmehr charmant und ein Grund, warum Leute gern Urlaub im Denkmal machen." Noch bis Freitag nehmen die Studierenden Maß im Spiegelschen Haus, haben Schnüre durch die Räume und Flure gespannt, um Daten für ihre Bauaufnahme zu gewinnen, bei der u.a. Zeichnungen der einzelnen Räume entstehen.
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