Service aus einer Hand: BürgerServiceZentrum im Landratsamt Nordhausen eröffnet

Landrätin Birgit Keller vor dem neu eingerichteten BürgerServiceZentrum im Landratsamt Nordhausen. Foto: Jessica Piper / plr (Foto: Foto: Jessica Piper / plr)
 
Bereit für die Eröffnung: (von links) Jutta Krauth, Personalleiter Gunnar Reuter, Landrätin Birgit Keller, Sandy Weber (Jugend und Soziales), Kathrin Materlik (Abfallwirtschaft) und Sandra Hesse (Zulassung und Fahrerlaubnis). Foto: Jessica Piper / plr (Foto: Foto: Jessica Piper/plr)
Nordhausen: Landratsamt |

Kurze Wege, weniger Wartezeiten: Landrätin Birgit Keller will mit dem neuen BürgerServiceZentrum (BSZ) das Dienstleistungsangebot ihres Amtes deutlich verbessern. Im Interview erklärt sie Genaueres.

Das BürgerServiceZentrum haben Sie schon kurz nach Ihrer Wahl angekündigt. Warum ist es Ihnen so wichtig?
Ein Landratsamt ist in erster Linie für die Menschen da, die in unserer Region leben. Dafür ist es ganz wichtig, kontinuierlich daran zu arbeiten, den Service und das Dienstleistungsangebot zu verbessern. Mit dem BürgerServiceZentrum machen wir einen großen Schritt nach vorn, denn wir bieten zum ersten Mal Leistungen aus verschiedenen Bereichen zentral an. So ermöglichen wir Service aus einer Hand, kurze Wege und geringere Wartezeiten.

Was war so schwierig, dass die Umsetzung gut zwei Jahre dauerte?

Wir haben uns bewusst Zeit genommen, um ein durchdachtes Konzept zu entwickeln, haben dafür auch Kunden des Landratsamtes nach ihren Wünschen und Erwartungen befragt. Dann mussten auch die finanziellen Voraussetzungen geklärt werden. Wir haben den Umbau des Foyers des Landratsamtes gekoppelt mit Investitionen, die ohnehin erforderlich waren, beispielsweise in EDV-Technik. Außerdem war es wichtig, auch mit den Mitarbeitern den Prozess hin zum BürgerService in Ruhe zu besprechen.

Was verbessert sich ab morgen konkret für Einwohner und Unternehmer?
Wir bieten im BSZ deutlich erweiterte Öffnungszeiten an, montags von 8 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr und jeden zweiten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr. Außerdem können private und gewerbliche Kunden vorab einen Termin auf unserer neuen Internetseite vereinbaren, damit es noch schneller geht. Denn gerade im Bereich Zulassung gab es oftmals berechtigte Kritik, insbesondere zu langen Warte­zeiten. Zusätzlich werden wir gleich, wenn die Kunden ankommen, prüfen, ob sie alle erforderlichen Unterlagen dabei haben und nicht umsonst warten, weil vielleicht noch etwas fehlt.

Aus welchen Fachbereichen gibt es Ansprechpartner?
Im BSZ führen wir zusammen: die Zulassung, die Fahrerlaubnisbehörde, die Abfallberatung und -gebühren sowie Leistungen aus dem Bereich Jugend und Soziales, nämlich Eltern- und Betreuungsgeld, Kita-Card und Kita-Zuschuss, Unterhaltsvorschuss, Schüler-Bafög, Blindengeld und Schwerbehindertenausweis. Außerdem finden die Einwohner hier einen Info-Schalter, der Fragen zum gesamten Haus beantworten kann.

Sie sprachen die langen Wartezeiten im Bereich Zulassung an. Wie will man diese künftig vermeiden?
Zusätzlich zu den zwei Schaltern im Foyer werden Anliegen auch in den Büros im Erdgeschoss erledigt. So haben die privaten und die gewerblichen Kunden unterschiedliche Ansprechpartner. Denn Autohäuser und Zulassungsdienste kommen ja nicht nur mit einem Fahrzeug, das sie anmelden wollen. Das dauert naturgemäß etwas länger und auch hier versuchen wir durch das Terminsystem, Wartezeiten für diesen Kundenstamm zu reduzieren, indem wir sie zeitlich besser eintakten.

Gibt es neben der Online-Terminvereinbarung auch Apps, um Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen?
Es gibt bereits eine App auf unserer Seite www.abfall-nordhausen.de, die wir gemeinsam mit den Südharzwerken gestalten. Unser Ziel ist es auch, eine App für das BürgerServiceZentrum zu gestalten.


Hat im kurzen Testbetrieb schon alles funktioniert?
Ja, wir sind guter Dinge, auch wenn wir kleinere Startschwierigkeiten natürlich nicht ausschließen können.

Als einen Vorzug nennen Sie die „Einheitssachbearbeitung“. Was bedeutet das? Kann jeder Mitarbeiter künftig an jedem Platz sitzen?
Genau das wollen wir erreichen. Bislang sind die Mitarbeiter im Landratsamt überwiegend sehr spezialisiert. Damit die Vertretung bei Engpässen durch Urlaub oder Krankheit besser klappt, werden die Kollegen so weitergebildet, dass sie auch andere Aufgaben übernehmen können. Diese Weiterbildungen haben bereits begonnen und werden fortgesetzt. Zusätzlich haben die Mitarbeiter an Schulungen zum Bürgerberater teilgenommen.

Gibt es noch Reserven für künftige Erweiterungen?
Natürlich, jetzt ist der Anfang gemacht und wir werden auch auf Basis der ersten Erfahrungen prüfen, welche Dienstleistungsangebote unseres Hauses sich noch für das BürgerServiceZentrum eignen.

Ist das BSZ der Anfang eines mobilen Bürgerdienstes, der auch außerhalb des Amtes Anliegen der Bürger bearbeiten kann?
Schon jetzt bieten wir regelmäßig Sprechstunden außerhalb des Landratsamtes an, vor allem im Bereich Jugend und Soziales. Aber Sie haben Recht, gerade angesichts des demografischen Wandels und der älter werdenden Bevölkerung wird es zunehmend wichtiger werden, auch mit der Verwaltung mobil im Landkreis unterwegs zu sein.

Eröffnung des BSZ im Erdgeschoss des neuen Landratsamtes Nordhausen in der Behringstraße am 2. Oktober 2014.
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