Sie wollten überleben

Nordhausen: KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora | 67. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora stellt Sinti und Roma in den Blickpunkt

Taggenau vor 67 Jahren fanden amerikanische Truppen hunderte Kranke und Sterbende im Lager Dora und in der Boelcke- Kaserne. Sie waren bei der Evakuierung des KZ Mittelbau zurückgelassen worden. Ihnen und allen Häftlingen, die das KZ nicht überlebten, widmen sich die Gedenkfeiern am 16. und 17. April. 50 KZ-Überlebende werden aus Europa, Australien und den USA anreisen und ihre Erinnerungen kundtun. Der Älteste ist 95 Jahre alt.

"Von Auschwitz in den Südharz” ist eine Sonderausstellung überschrieben, die am 16. April in der "Feuerwache” eröffnet wird. Sie thematisiert den bemerkenswerten Überlebenskampf der Sinti und Roma. Etwa 1700 Angehörige dieser ethnisch-kulturellen Minderheit waren mit der Auflösung des "Zigeunerlagers” in Auschwitz als arbeitsfähig ins KZ Mittelbau-Dora deportiert worden, nachdem ihre Frauen, Kinder und älteren Angehörigen in Auschwitz vergast worden waren. Als Dora-Häftlinge wurden sie in die Außen- und Baulager Ellrich und Harzungen gebracht, um die Stollen zur Untertageverlagerung der Rüstungsfabriken anzulegen.

"Uns ist es wichtig, die kollektive Überlebensstrategie zu würdigen. Sinti und Roma gaben sich in Familienverbänden gegenseitig Schutz und Kraft, ob im Einsatz als Kapo oder als Vorarbeiter. Die Geschichte der Sinti und Roma im Lager ist die Geschichte des Widerstandes. Sie wollten überleben!”, beschreibt Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner das Besondere der Menschen, die auch heute noch, gerade in Osteuropa, vielerorts ausgegrenzt werden.
Zehn Banner und drei Vitrinen behandeln die Themenkomplexe "Vor Auschwitz und Dora”, das "Zigeunerlager in Auschwitz”, die "Verschleppung in den Harz” und die "Zeit nach Kriegsende”.

Zoni Weisz, Überlebender des Völkermordes, wird am Montag die Gedenkrede halten. Am 27. Januar im vergangenen Jahr beeindruckten seine Worte den Bundestag und Millionen Fernsehzuschauer.

Programm: www.dora.de

Interview mit Dr. Jens-Christian Wagner auf: www.meinanzeiger.de
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