Zensus läuft: Sex- und Geldfragen sind ebenso tabu wie Fragen zur politischen Orientierung

Zensusbeauftragter Fred Lapucha von der Nordhäuser Erhebungsstelle mit Landrat Joachim Claus. (Foto: Piper)
Zensus - was ist das?

Das Wort, das so exotisch klingt und derzeit in aller Munde ist, bedeutet nichts anderes als VOLKSZÄHLUNG.

Seit 10. Mai sind im gesamten Landkreis Nordhausen rund 90 geschulte Erhebungsbeauftragte dafür unterwegs.

Nach einem mathematischen Zufallsverfahren werden bestimmte Anschriften für die Stichprobe ausgewählt und alle dort wohnenden Menschen befragt. Den Fragebogen kann man entweder mit Unterstützung des Interviewers ausfüllen, allein und dann per Post einsenden oder man beantwortet die Fragen online im Internet.

In der Befragung werden Inhalte zu den Themen Bildung und Ausbildung, Zuwanderung und persönliche Angaben erfragt. Nicht enthalten sind Themen wie Gehalt und Verdienst, sexuelle Neigungen, Krankheiten oder politische Ansichten und es wird auch keine Unterschrift für die Erhebung verlangt. Die gewonnenen Daten werden nicht an die Meldebehörden oder andere Stellen weitergemeldet.

"Leute, die versuchen, an der Tür Verkaufsgespräche zu führen, sind keine Erhebungsbeauftragten der Erhebungsstelle des Landkreises Nordhausen. Sollte Ihnen derartiges widerfahren, verweigern Sie jegliche Zusammenarbeit und informieren Sie umgehend die Erhebungsstelle des Landkreises Nordhausen unter 03631/911 637", bezieht sich Fred Lapucha, Leiter der Erhebungsstelle, auf eine Empfehlung des Landes.

"Jeder Erhebungsbeauftragte kündigt sich mit einem Ankündigungsschreiben und einer Terminankündigungskarte an und ist verpflichtet, sich auf Anforderung ausweisen. Dieses Dokument ist mit einer Ausweisnummer versehen und in der Erhebungsstelle des Landkreises registriert."

Die Befragung dauert bis zum 31. Juli. Mit der modernen Volkszählung sollen die Einwohner Deutschlands sowie die Zahl der Wohnungen und Gebäude genau ermittelt werden, die dann als fundierte Basis zukünftiger politischer Planungen und Entscheidungen dient. Der Zensus ist erforderlich, weil die vorhandenen Bevölkerungs- und Wohnungszahlen nicht mehr aktuell sind, denn diese basieren auf statistischen Fortschreibungen der letzten Volkszählungen des Jahres 1987 im früheren Bundesgebiet und der Volkszählung des Jahres 1981 in der DDR.

Für das wiedervereinte Deutschland wird der Zensus 2011 die erste verlässliche bundesweite Zählung der Einwohner, Gebäude bzw. Wohnraum. Es nehmen nicht alle Haushalte teil: So werden in Thüringen weniger als neun Prozent der Bevölkerung, rund 200.000 Menschen bei der Haushaltebefragung, 30.000 Bewohner in Gemeinschafts-, Anstalts- und Notunterkünften, Wohnheime und ähnliche Unterkünften sowie 500.000 Eigentümer oder Verwalter von Gebäuden mit Wohnraum und Eigentumswohnungen befragt.

An der aktuellen Zensusrunde beteiligen sich mehr als 200 Staaten weltweit, darunter auch die Europäische Union.

Mehr Informationen stehen auch im Internet unter www.statistik.thueringen.de/zensus
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