-„Park Dein Handy, wenn Du fährst!“

ACE sieht Smartphone-Nutzer in Thüringer Städten in betender Stellung

Nordhausen /Erfurt (ACE) 08.06. 2015 –“Wir finden moderne Kommunikationsgeräte im Auto auch ganz toll, doch manchmal kann ihr Gebrauch während der Fahrt Unfälle mit schwersten Verletzungen oder gar tödlichem Ausgang verursachen.“ Das sagt Jörg Lorenz, Vorsitzender des ACE Auto Club Europa, Kreis Thüringen-Nord / Erfurt . Er leitet vor Ort eine neue Verkehrssicherheits-Kampagne, die der Club dieser Tage bundesweit durchgeführt hat.
Wie häufig sich Kraftfahrer auf diese Weise selbst und andere in Gefahr bringen, dem wollte der ACE mit einer stichprobenartigen Verkehrsbeobachtung in verschiedenen Städten Thüringens jetzt näher auf den Grund gehen.

Ein Blick in die Autos an Kreuzungen in Sömmerda, Nordhausen und der Landeshauptstadt Erfurt zeigte ein inzwischen charakteristisch gewordenes Bild: Autofahrer nutzen die Rotphase der Ampel extensiv, um rasch Textnachrichten zu lesen, zu schreiben und zu versenden. "Da gibt es eine ganz neue Körperhaltung", sagt der ACE-Kreisvorsitzende Lorenz. Es sehe fast so aus, als ob die Menschen beten würden: gebeugter Oberkörper, gesenkter Kopf und ein aufs Smartphone gerichteter unverwandter Blick. Andere nutzten den Verkehrsstillstand an der roten Ampel, um Telefonate zu führen.

In Erfurt an der Ampelkreuzung Arnstädter Straße / J.-S.- Bach - Straße wurden in 90 Minuten 64 Fahrer dabei beobachtet, wie sie ihr Smartphon zum telefonieren oder tippen verwendeten. Mehrheitlich, nämlich zwei Drittel, waren hier Männer. Anders lag die Sache an der Kreuzung Arnoldstraße / Bahnhofstraße hier waren mehrheitlich Frauen am tippen und telefonieren. In 45 Minuten wurden dort 12 Frauen am Smartphone gesichtet, das waren 75%. In Sömmerda an der Frohndorfer Straße war es dagegen ausgeglichen, im Vergleich der Geschlechter waren hier sieben Männer und sieben Frauen am Smartphone aktiv.

Die Botschaft von Lorenz lautet: „Park Dein Handy, wenn Du fährst!“ Denn wer ein Smartphone hinterm Steuer benutzt, ist nach Darstellung des ACE-Mannes total abgelenkt. „Man fährt streckenweise blind und riskiert so folgenschwere Unfälle.“


Polizei zunehmend besorgt

Die folgenschwere Ablenkung am Steuer ist damit programmiert, warnen die ACE-Experten, deren Beobachtungen sich wissenschaftlich belegen lassen. Wer beispielsweise mit 100 Kilometer pro Stunde (km/h) unterwegs ist und für zwei Sekunden seinen Blick nicht auf das Fahrgeschehen, sondern auf ein Display richtet, fährt 60 Meter „blind“.
Nur jeder zweite Autofahrer (52 Prozent) verzichtet bewusst auf das Telefonieren im Auto. Das hat nach Angaben des ACE der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in einer repräsentativen Befragung unter 2.000 Verkehrsteilnehmern herausgefunden.

Besonders schnell ablenkbar sind junge Fahrer. Sie sind vor allem beim SMS-Schreiben und beim Telefonieren deutlich aktiver als ältere. Geschlechterunterschiede gibt es hingegen kaum, so der DVR.

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat 420.000 Verstöße gegen das Handyverbot registriert. Die Polizei ist nach Angaben des ACE über die Entwicklung zunehmend besorgt. Zwischen 2008 und 2013 ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit ungeklärter Ursache um 56 Prozent gestiegen, dahinter vermutet wird unter anderem die verbotene Nutzung von Smartphones.
Im Herbst will der ACE die Ergebnisse seiner bundesweiten Verkehrsbeobachtung zusammenfassen und veröffentlichen.

Nähere Infos zur Club-Aktion 2015 „Park Dein Handy, wenn Du fährst!“ unter www.ace-online.de/club-aktion2015
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6 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 08.06.2015 | 17:41  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 08.06.2015 | 17:46  
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Jörg Lorenz aus Nordhausen | 08.06.2015 | 17:52  
13.094
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 08.06.2015 | 18:10  
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 08.06.2015 | 19:54  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 09.06.2015 | 20:06  
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