ACE Kreis Nordhausen beteiligte sich an der bundesweiten Aktion für mehr Transportsicherheit

  Nordhausen (ACE) 30.06. 2012 – Mit einer neuen bundesweiten Unfallver­hütungskampagne will der ACE Auto Club Europa jetzt gegen Mängel bei der Bela­dung von Autos vorgehen.

Für das falsche Verstauen von Transportgütern sind die Parkplätze vor Einrichtungshäusern, Baumärkten und Einkaufszentren der bevorzugte „Tatort“, weiß der ACE. An drei Märkten im Stadt und Kreisgebiet haben Vertreter des ACE Kreisclubs Nordhausen am Samstag den Autofahrern verkehrsrechtliche und praktische Tipps zum Beladen von Fahrzeugen gegeben. Der berüchtigte besserwisserische Zeigefinger sollte dabei aber nicht er­hoben werden. „Wir wollen aufklären und nicht belehren“, sagt der Vorsitzende des ACE Kreises Nordhausen Jörg Lorenz. Er macht aber auch klar, dass das Thema einen überaus ernsten Hintergrund hat. In den Jahren von 2005 – 2010 sind den Angaben von Lorenz zufolge alleine 72 Menschen bei Verkehrsunfällen in Deutschland nur deshalb ums Leben gekommen, weil Autos falsch beladen waren. Aus demselben Grund passierten im fraglichen Zeitraum weitere 5.271 Beladungsunfälle mit Verletzten und Schwerverletzten und 7375 folgenschwere Beladungsun­fälle mit Sachschaden.


„Wir wollen das Unfallrisiko minimieren und sehen hier einen dringenden Handlungsbedarf“, sagte Lorenz. Viele Leute ahnten zwar, was ein zwischen Sitz und Kopfstütze eingeklemmtes Holzbrett bei einer Notbremsung Schlimmes anrichten könne. „Doch die Sensibilität für Risiken im Fahrzeug ist häufig nicht vorhanden, ebenso wie die praktische Umsetzung eigenen Wissens.“ Nach den Worten von Lorenz will sein Club im Rahmen der Aktion nicht nur als freundlicher Ratgeber fungieren sondern per Checkliste auch systematisch erkunden, wie es im Detail um die Ladungssicherheit in Autos bestellt ist. Die Er­gebnisse der Erhebung in Bleicherode und Nordhausen fließen in eine bundesweite Studie ein, die der ACE im Herbst veröffentlichen will.

Ungesicherte Ladung im Auto kann etwa bei einer Vollbremsung zum lebensgefährli­chen Geschoss werden, was an den ungeheuren Fliehkräften (Masse x Beschleuni­gung) liegt. Demnach entwickelt ein 300 Gramm leichtes Handy bei einem Aufprall aus Tempo 50 ein Gewicht von 15 Kilogramm. Eine ungesi­cherte 40 Kilo schwere Möbelpackung beispielsweise würde sogar mit einem Gewicht von zwei Tonnen durch den Fahrgastraum geschleudert.

Allein in Nordhausen haben an einem Möbelabholmarkt von 10 Fahrzeugen, die den Parkplatz mit sperriger Ladung verlassen haben nur fünf diese auch richtig gesichert. Die Ausrede eines Fahrzeugführers aus Bielen: „Ich hab`s eilig und muss doch nur 400m fahren.“, ist sicher keine gute Entschuldigung, wenn später ihm oder anderen etwas passiert ist. Übrigens bieten viele Märkte zu günstigen Konditionen Leihtransporter oder -hänger an auch die Anlieferung ist oftmals bequemer und für den Käufer sicherer und entspannter, wenn die Zeit und Materialien für die Sicherung der Ladung nicht da sind.

Ein Paket Dämmmaterial hat übrigens ein Fahrzeugführer beim Verlassen eines Nordhäuser Baumarktparkplatzes An der Helme von seinem Hänger verloren – zum Glück kam kein Gegenverkehr und der Fahrer bemerkte gleich den Verlust, die Vertreter des ACE standen dort nur eine Stunde…
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8 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 30.06.2012 | 22:08  
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.07.2012 | 02:41  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 17.07.2012 | 20:45  
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Karin Jordanland aus Artern | 18.07.2012 | 13:12  
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Jörg Lorenz aus Nordhausen | 18.07.2012 | 17:35  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 18.07.2012 | 21:21  
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Karin Jordanland aus Artern | 19.07.2012 | 09:42  
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Jörg Lorenz aus Nordhausen | 19.07.2012 | 20:43  
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