„Leben“ im Darm

Fürs Fleisch am besten Kunststoff- statt Holzbrett und Metall- statt Holzklopfer verwenden.
 
Wer seine Spülbürste regelmäßig mit im Geschirrspüler säubert, gibt Bakterien keine Chance. Schwämme am besten ganz meiden. Sie sind echte Bakterienschleudern. Tücher regelmäßig auskochen.
Noroviren, Campylobacter und Salmonellen haben Hochkonjunktur, denn Sommer- ist auch Infektionszeit

Wer meint, der Sommer könne ihm in punkto Infektionen nichts anhaben, der irrt gewaltig. Gerade mit höheren Temperaturen und veränderten Lebensgewohnheiten erhöht sich auch die Zahl der Lebensmittelvergiftungen, wie bakterielle oder virusbedingte Durchfallerkrankungen (Gastroenteritis) oft auch bezeichnet werden.


Wir befragten Gabriele Drößler, die Leiterin des Fachgebietes Hygiene und Seuchenschutz, warum es gerade jetzt bei vielen Menschen im Darm so rumort. Sie gab interessante Antworten.

Worin liegen die Ursachen für die häufigen Darmerkrankungen im Sommer?
Wärme und Sonne bieten gute Bedingungen für die Vermehrung von Keimen in Lebensmitteln und Trinkwasser. Verändertes Freizeitverhalten wie Picknick und Grillen oder der Schluck Wasser beim Schwimmen, auch an der Quelle bieten gute Übertragungsmöglichkeiten. Der Kontakt mit Tieren oder kontaminierten Oberflächen unterstützt die Verbreitung der Erreger.
Einerseits können die Bakterien und Viren selbst krankmachen oder sie werden durch Lebensmittel und Trinkwasser aufgenommen.

Im Sommer gibt es beispielsweise eine erhöhte Campylobacterbesiedlung bei Masthähnchen und anderen landwirtschaftlichen Nutztieren. Fliegen und Nager tun ein Übriges für die Verbreitung. Bei Urlaub im Ausland spielen andere Hygieneauffassungen keine geringe Rolle. Deshalb ist das Händewaschen prinzipiell so wichtig.

Wie zeigt sich eine "Lebensmittelvergiftung"?
Mit Durchfall und Erbrechen. Manchmal auch mit Fieber.

Wie soll man sich verhalten?
Leidet ein Säugling länger als 6 Stunden an Durchfall und/oder Erbrechen, sollte man einen Arzt aufsuchen; bei Kleinkindern nicht länger als 12 Stunden warten. Ansonsten gilt: Gesunde Erwachsene ohne Vorerkrankungen sollten nicht länger als 2 Tage mit dem Arztbesuch warten. Durchfall und Bauchkrämpfe können auch auf andere Erkrankungen wie z.B. eine Blinddarmentzündung hinweisen.

Kranke sollen zu Hause bleiben, möglichst Distanz zu anderen Familienmitgliedern wahren und keine Speisen für die Familie zubereiten. Da die Keime mit dem Stuhl ausgeschieden werden, sind Sanitär- und Händehygiene besonders wichtig.

Der Arzt leitet die Diagnostik ein. Nur eine mikro­biologische Untersuchung kann Klärung bringen. Für den Arzt besteht bei einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder dem Verdacht einer akuten Gastroenteritis, wenn der Erkrankte im Lebensmittelverkehr tätig ist, Meldepflicht ans Gesundheitsamt.

Ziel der Behandlung ist vor allem das Wiederauffüllen des Körpers mit Flüssigkeit (Rehydratation). Auch Nährstoffe müssen wieder zugeführt werden. Dabei sollte der Darm geschont werden, das bedeutet: reichlich trinken, Diät und Ruhe.

Was rät die Fachfrau den Verbrauchern?
• beim Einkauf auf Frische (Geruch + Aussehen) achten und das Mindeshaltbarkeitsdatum kontrollieren,
•Tiefkühlware zuletzt kaufen,
• rohes Fleisch und empfindliche Produkte nach dem Einkauf schnellstens nach Hause transportieren (Kühltasche),
• Lebensmittel im Kühlschrank abdecken,
• Gemüse und Salate getrennt lagern und vor dem Verzehr gründlich abwaschen oder schälen,
• bei der Bearbeitung von rohen Produkten (Fleisch, Eier, Fisch) verschiedene Arbeitsbretter und Messer verwenden,
• Arbeitsflächen gut abwaschen,
• Tücher und Spülschwämme oft wechseln, Bürsten im Geschirrspüler reinigen,
• gründ liches Händewaschen nach Toilettenbesuch, Tierkontakt oder Zubereitung von Speisen,
• Hackfleisch nicht roh verzehren;
• Fleisch, Fisch, Rühr- und Spiegeleier gut durchgaren, Eier mindestens 5 Minuten kochen,
• auf Rohmilchkäse verzichten und bei Käse die Rinde entfernen (Schwangere und abwehrgeschwächte Personen),
• beim Baden kein Wasser schlucken.
• Und fürs Ausland (in weniger industrialisierten und tropischen Ländern) gilt: Koch es, schäl‘ es oder vergiss es!

Infos: 03631/911 180
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8 Kommentare
Thomas Gräser aus Erfurt | 03.08.2011 | 17:05  
2.507
Heidrun Fischer aus Nordhausen | 03.08.2011 | 17:10  
Thomas Gräser aus Erfurt | 04.08.2011 | 09:06  
2.507
Heidrun Fischer aus Nordhausen | 04.08.2011 | 13:18  
Thomas Gräser aus Erfurt | 04.08.2011 | 13:25  
2.507
Heidrun Fischer aus Nordhausen | 04.08.2011 | 13:32  
Thomas Gräser aus Erfurt | 04.08.2011 | 13:33  
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Maike Sonntag aus Weimar | 04.11.2011 | 11:55  
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