Mit Ampelinchen auf Du und Du

  Nordhausen gab den Auftakt zur Thüringer Schulanfangsaktion 2012 im Straßenverkehr

"Unsere Kinder wissen schon gut bescheid. In Bleicherode ist die Verkehrssituation für den Schulweg gut gelöst. In der Nähe unserer Schule am Postweg gibt es eine Fußgängerampel. Dort üben wir immer", berichtet Klassenlehrerin Susanne Schmidt von der Eingangsstufe 1/2a. Auch weiß sie, dass ihre Schüler die meiste Angst vor Kraftfahrern haben, die den Zebrastreifen ignorieren. Deshalb gilt der Appell der Lehrer bei den Elternabenden den Großen. Sie sollen Vorbild sein - für ihre und auch andere Kinder! Apropos Vorbild: 1300 Kinder der 1. und 2. Klassen aus dem Landkreis Nordhausen lernten am 12. September das Ampelinchen kennen. Das Maskottchen der Verkehrswacht weiß alles, was man als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr wissen muss. Das lustig-bunte große Mädchen sang und klatschte, spielte und tanzte mit seinen kleinen Fans auf dem Hohekreuz-Sportplatz, wo sich an diesem Tag alles um den Straßenverkehr drehte.

An mehr als zehn Stationen spielten die Schüler Situationen aus dem Verkehrsalltag nach, lernten das richtige Verhalten an der Ampel, auf dem Zebrastreifen oder an der Haltestelle von Bus und Straßenbahn. Sie testeten ihr Wissen zu den Ampelfarben und machten sich richtig fit. Auf dem Fahrrad drehten sie Runden im großen Parcours und lernten wichtige Grundregeln der 1. Hilfe.

Auch Sam-Luca und David von der Petermann-Schule waren gut in Fahrt. Durch die Slalomstangen, in der engen Fahrgasse und in den Kurven steuerten sie ihr Fahrrad sicher. Vivian und Vivian konnten es kaum erwarten, alles das, was sie gerade erst im Heimatkundeunterricht gelernt hatten, zu zeigen. Zum Beispiel am Zebrastreifen: Mit Ampelinchen in ihrer Mitte streckten sie vor dem Überqueren des Fußgängerüberweges die Hand nach vorn. "Damit die Autofahrer sehen, dass wir jetzt gleich gehen", erklärten die Freundinnen. Während Vivien Kaspers Weg zur Schule nicht über einen Zebrastreifen führt, nutzt ihn Vivien Förster täglich. "Ich finde, er hilft mir sehr. Außerdem freue ich mich, weil jeder dann sieht, dass ich zur Schule gehe", strahlt die Zweitklässlerin aus Bleicherode.

Schulanfang ist Gefahrenzeit. Das bestätigt die Statistik: 2011 verunglückten 20205 Kinder auf deutschen Straßen, 57 wurden getötet. 55 Unfälle waren Schulwegunfälle, bei denen 50 Schüler zu Schaden kamen. Im Landkreis Nordhausen gab es 2011 zwölf Unfälle mit Kindern. 10 wurden verletzt, 4 von ihnen schwer.

"Deshalb sind wir als Polizei seit Schuljahresbeginn täglich an 30 Schulen präsent und haben ein Auge auf Schulweg und ankommende Kinder", erläutert Polizeidirektor Thomas Unger. "Bei diesen Kontrollen kommen wir auch den Eltern sehr nahe. Da passiert es auch, dass sie der Gurtpflicht nicht nachkommen und gleich eine 40-Euro-Verwarnung erhalten." Wer am Aktionstag gesehen hat, wie weit eine Dummie-Puppe bei einer Aufprallgeschwindigkeit von "nur" 15 km/h fliegt, wird die Hartnäckigkeit der Polizisten verstehen. "Eltern müssen den Kindern das korrekte Verhalten auch vorleben", unterstrich Inspektionsdienstleiter Ronny Groos.
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