Motorsägenschein ist Pflicht

Der Umgang mit der Kettensäge will gelernt sein. ­Michael Köhler vom Forstamt Bleicherode-Südharz leitet einen Kurs.

Wer selbst Brennholz im Wald aufbereiten will, braucht einen Motorsägenschein - Forstämter bieten Kurse an


„Schon die Späne verraten, ob eine Säge scharf ist oder nicht.“ Michael Köhler lässt feinen Holzstaub durch die Finger rieseln. „Der stammt von einer stumpfen Kette, sie zerreißt das Holz“, erklärt der ­Forstwirtschaftsmeister. „Scharf geschliffene Zähne dagegen produzieren groben Span.“ Ein halbes Dutzend Männer hört ihm aufmerksam zu. Heute ist Tag zwei im Motorsägenkurs. Und der gehört der Praxis.

 Wer selbst Brennholz im Wald aufarbeiten will, muss nachweisen, dass er seine Motorsäge beherrscht und alle Sicherheitsvorschriften kennt. Seit diesem Jahr ist der Motorsägenschein im Thüringer Staatswald, aber auch im zertifizierten Kommunal- und Privatwald Pflicht. Forstämter bieten Kurse an, um diesen Qualifikationsnachweis zu erlangen. Auch das Forstamt Bleicherode-Südharz. Insgesamt 11 Stunden dauert der zweitägige Grundkurs in der Ausbildungsstätte Netzkater.

Jetzt schreiten die Teilnehmer selbst zur Tat. Einer nach dem anderen führt die Motorsäge durch den aufgebockten Baumstamm – einmal von unten, einmal von oben, einmal im versetzten Schnitt. Michael Köhler beobachtet genau und gibt Hinweise. „Zum Schluss das Gas wegnehmen und weniger drücken“, legt er den Männern ans Herz. Denn wer mit Druck aus dem Holz kommt, läuft Gefahr, dass die Kette den Boden berührt. Schmutz und Steine aber sind Gift für die Sägezähne.

 „Die Motorsäge ist eines der gefährlichsten Werkzeuge“, schärft Michael Köhler die Achtsamkeit. So schnell, wie die scharfen Zähne Holz durchschneiden, können sie auch schwere Verletzungen zufügen. Besonders gefürchtet ist der Rückschlag­effekt – das Hochschleudern der Kettensäge, wenn die Schienen­spitze falsch angesetzt wird oder beispielsweise einen Ast berührt. Der Fachmann rät darum: "Führt die Kettensäge so, wie ein Jumbo-Jet landet: die Schnauze leicht nach oben". Wichtig ist es auch, immer die korrekte Arbeitsschutzkleidung mit Schnittschutz zu tragen.

Auch Frauen besuchen die Kurse, Tendenz steigend. „Frauen sägen sehr präzise“, erzählt er. „Sie arbeiten anders als Männer, geben weniger Gas, drücken weniger.“ Kraft ist nicht alles, lautet die Lektion für die Männer. Bei zuviel Druck bleibt die Kupplung stehen. „Gib der Säge Zeit zu arbeiten“, rät Michael Köhler. „Und nimm dir Zeit für ihre Pflege.“ In der Werkstatt wird die Säge dann gemeinsam geschärft und gewartet. Am Ende bekommt jeder selbst kleinere Reparaturen hin.

Lehrgänge:
Interessierte können sich an das Forstamt Bleicherode-Südharz,
 036338/44160 wenden. Die Kurse finden bei entsprechender Teilnehmerzahl in der Ausbildungsstätte Netzkater statt.
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 31.10.2013 | 12:05  
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