Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.

Diesen Organspendeausweis erhält man bei jeder Krankenkasse. Jeder Bürger füllt ihn nach seinen Vorstellungen aus.
 
Mirko Trocha
Das Thema Organspende verlangt nach sachlicher Aufklärung - immer noch führt Unwissenheit zu Ablehnung

Mit dem „Tag der Organspende“ rückte die Stiftung „Eurotransplant“ aktuell am 2. Juni das Thema in den Blick der Öffentlichkeit. Unter dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." engagiert sie sich für mehr Aufklärung. Als Service-Organisation ist „Eurotransplant“ verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in sieben europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Slowenien) und arbeitet hierbei eng mit Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen. Die Zuteilung von Organen basiert ausschließlich auf medizinischen und ethischen Gesichtspunkten. Im Einzugsgebiet leben zirca 125 Millionen Menschen. 16.000 Patienten stehen auf der zentralen Warteliste für ein Organ. 7573 warteten zum Stichtag 31.12.2011 auf eine Niere, 992 auf ein Herz, 2064 auf eine Leber, 580 auf eine Lunge, 46 auf eine Bauchspeicheldrüse, 232 auf Niere und Bauchspeicheldrüse, 24 auf Herz und Lunge.

PRO und KONTRA

Mirko Trocha (31), Sportmanager, ist für die Organspende und hat seit Jahren einen Organspendeausweis. „Parallel zum Studium habe ich fünf Jahre lang bei ‚Eurotransplant’ in Leipzig gearbeitet. Erst dabei wurde mir bewusst, was es bedeutet, Menschen mit einer Organspende zu helfen. Deshalb dokumentierte ich im Ausweis meine Bereitschaft zur Organspende. Aufklärung durch die Krankenkasse halte ich für sehr wichtig, weil noch zu viele Leute Vorurteile haben, die fest in den Köpfen sitzen. Das hält sie davon ab, einen Organspendeausweis auszufüllen.“

Anja Müller (36), Polizistin, hat aus Unsicherheit noch keinen Ausweis, steht aber eigentlich positiv zur Organspende: „Ich hätte Angst, dass man mich bei einem Unfall nicht behandelt, weil man meine Organe für andere braucht. Andererseits: Warum sollte man seine Organe nicht spenden, wenn man so noch anderen Menschen helfen und deren Leben retten kann. Gegen eine intensive Aufklärung durch die Krankenkasse hätte ich nichts einzuwenden.“

Dieter Köhler (53), Projektleiter, ist noch unentschlossen. „Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Problematik, weil ich weiß, dass viele Menschen auf der Warteliste für ein Organ stehen. Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, sollte mich doch noch intensiver damit auseinandersetzen. Gegen eine ausführliche Aufklärung durch meine Krankenkasse hätte ich nichts. Das kann eigentlich nur positiv sein!“

Lisa T. (38), Sozialarbeiterin, hat keinen Organspendeausweis und begründet dies mit einem Fall aus dem Bekanntenkreis. „Ein junger Mann brauchte dringend eine Niere. Er stand auf der Warteliste. Weil es immer akuter wurde, spendete ihm seine Mutter das Organ. Die OP verlief super, alles war ok. Nach Jahren bekam die Mutter durch die fehlende Niere gesundheitliche Probleme, ist auf teure Medikamente angewiesen. Sie hat freiwillig eine Niere gespendet und die Krankenkasse verweigert die Kostenübernahme für die Medikamente. – Deshalb bin ich bei Lebendspenden im Zweifel. Die Gesetzgebung muss dahingehend geändert werden, dass Lebendspender für Spätfolgen und damit verbundene Kosten abgesichert sind.“

Im Sommer wird der Deutsche Bundestag ein neues Transplantationsgesetz verabschieden. Danach wird künftig jeder Bürger von seiner Krankenkasse aufgefordert, seine Entscheidung für oder gegen die Organspende auf einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Was viele nicht wissen: Einen Organspendeausweis füllt jeder Bürger selbst aus. Er allein bestimmt, welche Organe er im Fall seines klinischen Todes spenden möchte. Auch Einschränkungen sind möglich.
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12 Kommentare
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 07.06.2012 | 21:42  
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.06.2012 | 21:52  
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 07.06.2012 | 22:17  
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Renate Jung aus Erfurt | 07.06.2012 | 23:53  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 08.06.2012 | 00:19  
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Manfred Hartmann aus Nordhausen | 08.06.2012 | 21:02  
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Renate Jung aus Erfurt | 08.06.2012 | 23:58  
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Heidrun Fischer aus Nordhausen | 14.06.2012 | 09:49  
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Renate Jung aus Erfurt | 14.06.2012 | 17:54  
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Heidrun Fischer aus Nordhausen | 15.06.2012 | 09:16  
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Renate Jung aus Erfurt | 16.06.2012 | 18:13  
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Katja Neubert aus Gera | 19.02.2013 | 19:31  
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