Schadstoffmobil bis 21. Mai im Landkreis Nordhausen auf Sammeltour

René Hochstein (links) und Jörg Becker sind mit dem Schadstoffmobil der Firma Veolia Umweltservice im Landkreis Nordhausen auf Achse.
Nordhausen: Veolia Umweltservice |

Ob Altakku, Leuchtstoffröhre oder Lack: Schadstoffmobil ist unterwegs, um gefährliche Abfälle zu entsorgen

„In ein paar Sekunden sind wir schlauer.“ René Hochstein taucht Indikatorpapier in den uralten Plaste­kanister, einen Kellerfund mit unbekanntem Inhalt. Dann begutachtet er den Teststreifen. „Die Färbung lässt auf eine Lauge schließen“, gibt er Entwarnung und verstaut den Kanister in einem der Spezialbehälter.

Farben, Säuren, Reiniger, Pestizide – alles hat seinen vorgeschriebenen Platz im Schadstoffmobil, das gerade wieder durch den Landkreis Nordhausen tourt (hier der Tourenplan). Zweimal im Jahr ist es in den Orten unterwegs, um gefährliche Abfälle entgegenzunehmen. Sortiert nach Material und Gefahrenstufe werden diese in Stahlbehältern und Spezialfässern sicher abtransportiert.

Das Angebot zur umweltgerechten Entsorgung wird gut angenommen „An vielen Haltepunkten herrscht wirklich großer Andrang“, erzählt Jörg Becker, der zweite Mann im Team. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 33 000 Kilogramm alte Farben, Klebstoffe und Lasuren wurden im vergangenen Jahr abgegeben, 2500 Kilogramm Haushalts- und Autobatterien, 3000 Kilogramm Öle und Fette, 2300 Kilogramm Lösemittel, 33 Kilogramm Leuchtstoffröhren und einiges mehr.
Die Besatzung des Schadstoffmobils von der Firma Veolia Umweltservice besitzt für diese Arbeit eine besondere Qualifikation. Und jeder der beiden hat einen persönlichen Notfallkoffer an Bord. René Hochstein zeigt den Inhalt: Atemschutzmaske, Schutzanzug, Augenspül­flasche, Schutzbrille und eine funken­freie Handlampe. Dann schließt er den Deckel: „Zum Glück hatten wir noch keinen Ernstfall.“

Ungewöhnliche Abfälle aber gab es schon. Jörg Becker erinnert sich: „Einmal hat jemand eine Arztpraxis aufgelöst, die es schon lange nicht mehr gab. Er brachte Porzellanfläschen mit Pillen und Pulverchen, ja sogar Präparate in Formaldehyd.“

Jeden Abend wird das Schadstoffmobil auf dem Veolia-Gelände ausgeräumt. Im Zwischenlager am Nordhäuser Strohmühlenweg stapeln sich die gefüllten Behälter, bis sie die Reise in die Entsorgungsanlage einer Freiberger Firma antreten. Dort wird ihr Inhalt verbrannt oder teilweise dem Stoffkreislauf wieder zugeführt.

Zur Sache:
• Bis 21. Mai ist das Schadstoffmobil im Landkreis Nordhausen unterwegs.
• Zeiten und Standorte unter www.abfall-nordhausen.de
• Privathaushalte können bis zu 100 Kilogramm Schadstoffe kostenlos ohne Anmeldung abgeben. Flüssigkeiten werden in Behältnissen bis zu 30 Litern angenommen.
• Für Gewerbetreibende ist die Abgabe kostenpflichtig und muss spätestens drei Tage vorher schriftlich angezeigt werden.
• Infos: Abfallberatung im Landratsamt Nordhausen,  036 31 / 911-330 und -346
www.landratsamt-nordhausen.de
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