Sichern, sichern, sichern!

Reiner Stranz berät Bürger zu allen Themen der Sicherheit. (Foto: Wiethoff)
 
Der Garagenkomplex am Stresemannring war Ziel von Einbrechern. (Foto: Wiethoff)
Hauptkommissar Reiner Stranz gibt Tipps, wie man garageneinbrüche verhindert kann

Von Martin Wiethoff

NORDHAUSEN. Mit unliebsamen Überraschungen begann für viele Garagenbesitzer das neue Jahr. Sie hatten ungebetenen "Besuch" von Einbrechern und Randalierern. Manche sogar zweimal. In den großen Garagenkomplexen am Van-der-Foehr-Damm, in Nordhausen-Nord und am Stresemannring wüteten die Täter.

"Bei mir waren sie gleich zweimal", berichtete ein Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Kaum hatte ich am Silvestertag den Griff erneuern lassen, war er am 2. Januar schon wieder abgerissen." Auch hätten die Täter erneut versucht, mit einem Brecheisen oder ähnlichem Werkzeug das Tor aufzustemmen. "Und dabei habe ich schon drei Schlösser", empörte er sich.

"Das ist grundsätzlich eine gute Idee, bessere oder mehr Schlösser anzubringen", bekräftigt Kriminalhauptkommisar Reiner Stranz, Leiter der polizeilichen Beratungsstelle. Der Präventionsexperte der Landespolizeiinspektion Nordhausen kennt die Sorgen Betroffener: "Die Tore der Garagenkomplexe aus DDR-Zeiten sind nicht sehr sicher. Die Diebe legen im Allgemeinen wert darauf, schnelle Beute zu machen. Also kann man ihnen das Eindringen mit zusätzlichen Riegeln erschweren. Ein Garagenstangenschloss oder ein zusätzliches Kastenriegelschloss, optimal mit aufbohrgeschützten Schließzylindern, können für mehr Sicherheit sorgen."

Vor Vandalismus wie abgetretenen Griffen schützen diese Maßnahmen jedoch nicht. Ihrer Wut über nicht gelungene Einbrüche hatten die Täter der letzten Einbrüche mit roher Gewalt Ausdruck verliehen und Mopeds sowie Werkzeuge mitgehen lassen. "Dagegen hilft nur, das Fahrzeug so zu sichern, als würde es direkt auf der Straße stehen. Autos sollte man immer abschließen und Wertsachen mitnehmen. Motorräder und Mopeds sollten mit einer stabilen Kette an einem speziellen Bodenanker angeschlossen werden. Sicher kann man diese Schlösser auch durchtrennen, aber das dauert den Einbrechern zu lange oder verursacht Lärm. Deshalb sind solche Maßnahmen gut wirksam und vergleichsweise kostengünstig", weiß Kripo-Experte Stranz. Ein Sperrbügel wie an Privatparkplätzen helfe hingegen weniger, denn er verhindere nicht das Aufhebeln der Tür. Nicht alle Einbrecher haben es schließlich auf das Auto dahinter abgesehen, viele wollen eher das Inventar: Werkzeuge, Maschinen, Ersatzteile.

Wer über einen Stromanschluss in der Garage verfügt, ist mit einem Strahler mit Bewegungsmelder gut beraten. "Licht mögen Einbrecher nicht. Die Garagen im Kegel einer solchen Lampe werden oft verschont. Die Kabel müssen allerdings sabotagesicher verlegt werden, die Lampe muss mit einem Gitter geschützt sein", rät Reiner Stranz zusätzlich.

Von einem Tipp aus DDR-Zeiten hält er hingegen gar nichts. Damals wurde geraten, die Fahrzeuge in der Garage unverschlossen zu lassen, um Vandalismus vorzubeugen. "Das ist Quatsch", betont er. "Damit verhindert man vielleicht das Aufbrechen des Schlosses, handelt aber grob fahrlässig, weil man den Diebstahl von Fahrzeug oder Gegenständen aus der Garage erst begünstigt. In diesem Fall gerät auch der Versicherungsschutz in Gefahr. Besser ist es, nichts Wertvolles außer dem Auto in der Garage aufzubewahren und das Tor optimal - am besten mehrfach - zu sichern."

Kontakt:
Polizeiliche Beratungsstelle: 03631-961504
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige