Sommerhitze - Was Autofahrer wissen müssen

Nordhausen/ Erfurt (ACE) 02. Juli 2015 – Extreme Sommerhitze ist für Autofahrer nicht nur lästig - sie kann auch gefährlich werden. An heißen Tagen wollen Autofahrer nur noch eins: ankommen. Hohe Temperaturen kosten Autofahrer und Begleiter viel Schweiß und Nerven. Aber nicht nur das. Sonne und Hitze können für Insassen gefährlich werden. Wer um die Risiken weiß, fährt auch im Hochsommer sicher ans Ziel. Hier einige Tipps zur sicheren Autofahrt bei Hitze.

Tank nicht randvoll füllen
Angesichts der brütenden Hitze empfiehlt der ACE Auto Club Europa dringend, beim Zapfen von Benzin und Diesel den Tank nicht mehr randvoll zu füllen. Grund: Der Kraftstoff dehnt sich bei hohen Temperaturen aus. „Er kann über die Tanklüftung entweichen und sich im schlimmsten Fall entzünden“, warnt Andreas Becht , ACE-Regionalbeauftragter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen . Bei sommerlichen Höchsttemperaturen entspricht das Ausdehnungsvolumen in einem 50-Liter-Tank etwa einem Liter. Mindestens um so viel weniger soll man sicherheitshalber tanken. „Wenn die Zapfpistole automatisch abschaltet, sollte im Hochsommer unter keinen Umständen versucht werden, noch nachzutanken um mehr Sprit in den Tank zu pressen“, so Becht weiter.

Reifen vertragen hohe Temperaturen
Entwarnung gibt Becht bei Reifen. Befürchtungen, Autoreifen würden bei großer Hitze leichter platzen, seien unbegründet. "Der Luftdruck wird zwar etwas höher, das beeinträchtigt aber nicht die Sicherheit. Reifen bersten jedenfalls nicht alleine deshalb, weil sie besonders heiß sind", sagt Andreas Becht. Jedoch sorgen die UV-Strahlen dafür, dass der Gummi schneller altert und porös wird.

Bei Reisen im Auto mehr Pausen und viel trinken
Sommerhitze im Auto kann zu Hitzestress führen, der zu einer gesteigerten Herzfrequenz, Schweißausbrüchen und Nervosität führen kann. Folge ist ein irrationales und aggressives Fahrverhalten. Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates DVR erhöht eine mittlere Wärmebelastung von ca. 27°C die durchschnittliche Unfallzahl innerhalb von Ortschaften um 11 Prozent. Bei Temperaturen von über 30°C steigt die Unfallzahl um 22 Prozent. Für einen kühlen Kopf im Wagen kann eine Klimaanlage sorgen – heute sind bereits über 90 Prozent der Neuwagen mit einer Klimaanlage ausgerüstet.
Bei mehr als fünfzig Grad Celsius Innentemperatur verliert der Körper binnen einer Stunde bis zu drei Liter Flüssigkeit. Daher sollten Autofahrer regelmäßig mehr kühle Getränke zu sich nehmen, etwa Wasser oder wenig gesüßte Tees. Andernfalls bestehe die Gefahr, einen Kreislaufkollaps zu erleiden. Vor allem auf Urlaubsreisen sollten deshalb spätestens alle 90 Minuten Pausen eingelegt werden.

Auch bei kurzen Stopps keine Kinder oder Tiere im Wagen lassen
Innerhalb kurzer Zeit verwandelt sich ein in der Sonne abgestelltes Fahrzeug vom angenehm temperierten Reisefahrzeug zu einem Backofen mit hohen Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius. Kinder oder Tiere dürfen deshalb bei solchen Sommertemperaturen nie im geparkten Auto zurückgelassen werden. "Diese Gluthitze führt in der Regel zu Ohnmacht, Kreislaufkollaps und im schlimmsten Fall zur tödlichen Bedrohung", warnt der Sicherheitsexperte des ACE. „Babys und Kleinkinder sind aufgrund ihrer körperlichen Verfassung besonders gefährdet.“ erklärt Becht . Auch ein Parkplatz im Schatten oder leicht geöffnete Fenster bieten keinen ausreichenden Schutz.
"Wer bei brütender Hitze im Auto eingeschlossene Kinder oder Tiere entdeckt, sollte unverzüglich Polizei oder Rettungsdienste alarmieren", appelliert Becht an Passanten.

Spraydosen im Fahrzeug nicht der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen.
Das Gas in Spraydosen kann sich ebenfalls ausdehnen, im Extremfall platzt die Dose und das Gas explodiert. Aus diesem Grund sollten Deos nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Unter dem Fahrersitz, im Handschuhfach oder in der Türablage sind solche Sprühdosen normalerweise sicher vor der Sonne.

Lenkrad abdecken schützt vor Verbrennungen
„Wer sein Fahrzeug in großer Hitze abstellt, tut gut daran, Navi und Co. genauso wie das Lenkrad mit einem Handtuch, einer Zeitung oder Landkarte abzudecken“, spricht Becht aus Erfahrung. So kann man auch Verbrennungen vermeiden.

Die Elektronik nimmt in der Regel keinen Schaden – die Fahrzeuge werden auch unter solchen Extrembedingungen in der Wüste getestet.


Klimaanlage - richtig eingesetzt - kann helfen

Die meisten Autos haben eine Klimaanlage – aber auch hier gilt: Stand das Fahrzeug in der Sonne, sollten erstmal alle Türen und Fenster geöffnet werden. Bei Autos ohne Klimaanlage hilft oftmals die Lüftung und sorgt zumindest für einen erfrischenden Luftzug. Ansonsten sollte ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen werden.

Gefahren großer Hitze nicht unterschätzen

„Grundsätzlich sollte man das Auto nicht auf Frosttemperaturen herunterkühlen“, rät Becht vom ACE. „Der große Temperaturunterschied belastet sonst den Kreislauf enorm – es drohen Erkältungen.“ Außerdem fühlt sich der Autofahrer beim Aussteigen als würde er gegen eine Wand laufen. Etwa 22 Grad sind ein guter Kompromiss.

In den vergangenen Jahren hat die Hitze auch den Autobahnen zugesetzt, es entstanden so genannte Blow-ups. Dabei ist der Asphalt aufgeplatzt – in Bayern ist deshalb sogar ein Motorradfahrer ums Leben gekommen. Bei Extremtemperaturen sollte noch vorausschauender gefahren werden als sonst. Grundsätzlich empfiehlt Becht, bei extremer Hitze unnötige Fahrten zu vermeiden.
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