Beim Bosseln die Daube im Visier

Jeffry Schulz (von links) verpasst der Bossel den nötigen Schwung. Die Mannschafts­kollegen Volker Stietzel, Frank Etzel und Karl-Heinz Schmid verfolgen den Weg des ­hölzernen Spielgerätes mit Bürstenbesatz genau.

Beim Bosseln entscheidet die Taktik, sagen Sondershäuser Sportler
und trainieren für die Deutsche Meisterschaft am 25./26. Oktober 2013

Ein Solo für die Daube. Der rote Holzwürfel ist die Haupt­figur, um die sich alles dreht. Zu Beginn des Spiels wird sie mittig im zwölf Meter entfernten Zielfeld platziert. Jetzt wollen alle nur noch eins: ihr mittels Bossel so nah wie möglich kommen.

Die Sportler der BRSG Kyffhäuser in Sondershausen sind gepackt von der Bossel-­Leidenschaft. Und sie haben es in dem Mannschaftsspiel bis zur Meister­schaft gebracht. Im Juli erkämpften sie den Deutschland-Pokal. Zweimal hintereinander wurden sie Thüringer Meister. Damit sind sie für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, die am 25. und 26. Oktober in Hüttersdorf-Schmelz im Saarland stattfinden.

Wöchentlich wird ehrgeizig trainiert. 20 Sportler sind es insgesamt, darunter sechs Frauen. Die beste Mannschaft wird zur Meisterschaft fahren. „Das Spiel verlangt Konzentration und Kraft“, erklärt Sektionsleiter Martin Kropka. Die Bossel mit Bürstenbesatz wiegt 4,2 Kilogramm. Die Männer werfen sie über eine zwölf Meter, die Frauen über eine zehn Meter lange Wurfbahn ins vier mal zwei Meter große Zielfeld – möglichst nah an die Daube heran. Das wäre recht einfach, gäbe es nicht die gegnerische Mannschaft, die in den abwechselnden Würfen genau das gleiche Ziel verfolgt. Daher wird schon mal die Bossel des Gegners aus dem Zielfeld gekickt. „Nach jedem Wurf ändert sich die Spielsituation“, schildert Martin Kropka. „Das Spannende ist die Taktik.“ Diese müssen die jeweils drei Spieler und ihr Mannschaftsführer gemeinsam finden.

Seinen Ursprung hat das Bosseln im Reha- und Behindertensport. „Es steht heute aber jedem offen“, betont der Sektionsleiter und lädt Interessenten zum Probetraining ein. Auch Dieter Grabe würde sich über weitere Mitstreiter freuen. Er ist quasi der Mann der ersten Bossel-Stunde in Sondershausen. „Nach einer schweren Krankheit hatte ich Mitte der 90er-Jahre ein Spiel aus Westdeutschland bekommen und warb dafür“, erzählt er. Der Verein war begeistert. Mehr noch: Er schickte Dieter Grabe auf Thüringenreise, um die Idee zu verbreiten und Spielgegner zu finden. So ist es in gewisser Weise dem Sondershäuser „Missionar“ zu verdanken, dass man heute auch in Arnstadt, Rudolstadt und Hildburghausen erfolgreich bosselt.

Zur Sache
• Die Bossel-Spieler der BRSG Kyffhäuser sind Thüringer Meister und Gewinner des Deutsch­land-Pokals 2013.
• Am 25./26. Oktober treten sie bei den Deutschen Meister­schaften im Saarland an.
• 2014 wird die Deutsche Meisterschaft im Bosseln
in Sondershausen statt­finden.
• Trainiert wird in Sondershausen mittwochs ab 18.45 Uhr und donnerstags ab 16.30 Uhr in der Turnhalle der Förderschule, Talstraße. Interessenten sind will­kommen.
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