Der entspannte Titelverteidiger

Fokussiert, konzentriert, motiviert: Der Nordhäuser Triathlet Peter Seidel ist das Gesicht der Kampagne. (Foto: Christoph Keil)
 
Der Jubel des Siegers: Mit ausgetreckten Armen lief Peter Seidel unter dem Applaus der zahlreichen Zuschauer dem Ziel entgegen. Im Vorjahr gewann der Nordhäuser Triathlet sein Heimrennen. Für reichlich Spannung ist bei der Neuauflage mit starker Konkurrenz gesorgt. (Foto: Christoph Keil)

Fokussiert, konzentriert, motiviert: Peter Seidel ist bereit für die Titelverteidigung. Der Nordhäuser Triathlet ist das Gesicht des diesjährigen ICAN Nordhausen, der am Sonntag, 21. August, ausgetragen wird.

Sein Bild auf den Werbeplakaten ist im Vorfeld der Veranstaltung im Öffentlichen Nahverkehr oder im Internet zu sehen. Die Aufnahmen entstanden im heimischen Keller. „Wir haben jemanden im Verein, der sich sehr gut mit Mediengestaltung auskennt. Er hat die Geschichte in die Hand genommen, wir haben uns etwas überlegt und anschließend umgesetzt“, sagt Seidel.

Gesengter Kopf, Schwimmbrille, ein lässiger Drei-Tage-Bart, die Arme nach vorn gestreckt: Bei diesem Foto muss man tatsächlich mehrmals hinschauen. Für die Kampagne ließ sich der 27-Jährige zudem im Neoprenanzug ablichten. Nur sein Name unter dem Wort „Titelverteidiger“ verrät, dass er es ist. Druck des Gejagten verspürt Seidel nicht. „Das ist natürlich auch eine Ansage, wenn man als Titelinhaber startet. Es macht mir aber nicht mehr Druck. Ich glaube, dass ich das Rennen sehr entspannt angehen werde. Sicherlich wird die Aufregung am Wettkampftag da sein, aber die spüre ich vor jedem Rennen.“

Starke Konkurrenz fordert Peter Seidel heraus


Wie schon im Vorjahr erhält Seidel ernstzunehmende Konkurrenz. Der Berliner Florian Seifert und Sebastian Guhr aus Kamenz fordern den Südharzer Profi über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21 km Lauf) erneut heraus. „Ich kenne beide schon mehrere Jahre. Ihre Ansagen motivieren mich eigentlich noch mehr. Das schadet nicht. Schließlich belebt Konkurrenz das Geschäft und es macht Laune, wenn man herausgefordert wird“, gibt sich Seidel angriffslustig. In der Reihe derer, die ihm womöglich vom Thron stoßen wollen, darf der Name des Leipzigers Christoph Paul Clauß nicht fehlen. „Er wird in Nordhausen seine erste Mitteldistanz absolvieren. Er ist unheimlich schnell über zehn Kilometer. Es ist jetzt die Frage, ober er nach der bergigen Radstrecke, seine Leistung auch über 21 Kilometer abrufen kann.“

Dass der ICAN Nordhausen immer wieder für Überraschungen gut ist, zeigte sich in der Vergangenheit. Insbesondere in der dritten Disziplin, wenn es laufend durch die Straßen der schönen Altstadt und des Geheges geht, ist für reichlich Nervenkitzel gesorgt. „Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass es beim Laufen verdammt spannend zugehen wird. Das ist auch das, was Nordhausen ausmacht, dass es bisher immer einen Krimi bei den Frauen und bei den Männern gab“, sagt Seidel, der bei seiner Rückblende ganz besonders das Jahr 2014 im Kopf hat. „Georg Potrebitsch, Markus Liebelt, Henry Beck und ich haben uns damals einen spannenden Kampf um die Platzierungen geliefert.“

Ein rätselhafter Saisonverlauf


Jubelnd, mit ausgestreckten Armen, lief Seidel im Vorjahr dem Ziel entgegen. Die Titelverteidigung ist „ganz klar das Ziel“. Dass er die Worte so selbstbewusst sagen kann, ist eigentlich nicht selbstverständlich. Seine bisherige Rennbilanz eher durchwachsen. Zwei Aufgaben bei der ETU Challenge Poznan (Polen) und der Challenge Dänemark in Billund steht lediglich mit Platz sechs über die Mitteldistanz bei der Challenge Salou (Spanien) ein Top-10 Resultat in den Ergebnislisten.

Rätselhaft das Aus über die zwei Langdistanzen. „Ich weiß, dass es im Moment alles richtig gut läuft im Training. Ich habe eine Form wie noch nie“, sagt Seidel, der den mäßigen Ergebnissen mit seinem Trainer Joseph Spindler auf den Grund ging und dafür von der Ernährung bis zum Fahrrad alles auf den Kopf stellte.

„Wir sind nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. An der Nahrung lag es nicht, ob ich flüssige oder feste zu mir nehme. Was am wahrscheinlichsten ist, dass einfach der Magen abgeknickt ist. Quasi alles das, was ich reinfülle kommt gar nicht im Magen an“, erklärt Seidel. Seit Anfang des Jahres hat er ein neues Fahrrad, dass er sich nach besten Wissen und Gewissen selbst eingestellt hat. „Da hat niemand mehr drauf geschaut und ich selbst kann nicht sagen, ob ich zu hoch oder zu niedrig sitze. Auf Grund meiner anatomischen Gegebenheiten, ich habe einen zu kurzen Oberkörper, sitze ich zu abgeknickt auf dem Rad.“

Kleine Veränderung, große Wirkung


Mit Spindler traf er sich nach seinem verpatzten Rennen im polnischen Poznan in Jena, erläuterte ihm sein Problem und es wurde nach der Ursache geforscht. So wurde sein Sattel leicht nach unten verändert. Kleine Veränderung, große Wirkung: „Ich sitze jetzt aufrechter, so dass in den Oberkörper mehr Spiel hereinkommt und die Nahrung durchkommt.“

Wie sich die neue Sitzposition anfühlt, das wurde am ersten Samstag im August bei der Challenge Dänemark in Fredericia über die Langdistanz getestet. „Ich bin gerade so happy mit meinem neunten Platz. Endlich ein Rennen ohne irgendwelche Probleme. Zwar bin ich alle Disziplinen sehr kontrolliert angegangen, aber trotzdem waren sie im einzelnen noch verdammt schnell. Was ein paar kleine Veränderungen am Rad ausmachen“, ließ er seine Fans auf seiner Facebookseite wissen. Und beim Heimrennen geht es dann richtig rund – fokussiert, konzentriert, motiviert.

Mehr Informationen unter: Scheunenhof Triathlon oder ICAN Nordhausen
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