Doppelter Joker sticht gegen Jena - Wacker Nordhausen schockt Ligafavorit Carl Zeiss Jena

Der eingewechselte Omar El-Zein besorgt per Kopf den Anschlusstreffer zum 1:2. Im Hintergrund ist Jan Benes, der spätere Schütze zum 2:2 zu sehen. Wackers Jan Löhmannsröben (zweiter von links) wäre ebenfalls zur Stelle gewesen. Foto: Koch (Foto: Lars Koch)
Von Lars Koch

Es war das Spiel der Superlative. Wacker Nordhausen, der Aufsteiger in die Regionalliga, der zweifache „Durchmarschierer“, die Überraschung der letzten beiden Jahre, das Team, dass sich aus der Verbandsliga innerhalb von zwei Jahren in die Regionalliga gekickt hat, empfing am Sonntag den FC Carl Zeiss Jena. Das Sander-Team, selbst ernannter Aufstiegsfavorit, war natürlich auch beim Aufeinandertreffen im Nordhäuser Albert-Kuntz-Sportpark die hoch gehandelte Nummer eins. 400 Fans waren aus der Saale-Stadt angereist, machten fasst so viel Lärm, wie die restlichen 2300 Nordhäuser
.
 Doch schon Mitte der ersten Halbzeit sah es gut für die Gäste aus. Nicht, weil sie besser Fußball spielten. Im Gegenteil: Wacker ließ kaum etwas zu, hatte Ball und Gegner im Griff, doch eigene Fehler in der Abwehr sorgten dafür, dass Jena in der 34 Minute per Kopfballtreffer in Führung ging. Doch selbst dieser Treffer schien den Saalestädtern, die eigentlich in dieser Saison zum Siegen verdammt sind, nicht mehr Sicherheit zu geben. Trotzdem kam Jena gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit nach einem weiteren „Bock“ in der Nordhäuser Abwehr zum zweiten Treffer (Schlosser, 52.).

Doch was dann folgte, zeigt auf, welche Moral die Nordhäuser haben, was da in den vergangenen Jahren herangewachsen ist. Wacker schüttelte sich, schnürte den Titelaspiranten förmlich ein und hatte nun Chancen, die für zwei Spiele reichen würden. Am Ende waren es der eingewechselte Omar El-Zein und der in der 71. Minute für Pascal Biank gekommene Jan Benes, die für Wacker den Ausgleich besorgten. Einen Pfostenknaller und einen Lattenkopfball hatte man bis dahin schon verbucht.

 Jenas Trainer Petrik ­Sander sprach nach dem Spiel von einem „verlorenen 2:2“. Viele, die das Spiel sahen und etwas objektiver beurteilten, beglückwünschten Jena aber eher zum Gewinn von einem Punkt. Die Saalestädter haben ein glückliches und nicht wirklich verdientes 2:2 in Nordhausen geholt. Wacker hat einmal mehr Werbung für den Fußball in der Region gemacht und scheint wohl schon am dritten Spieltag in der Regionalliga angekommen zu sein.

 Und während Jenas Trainer in der Pressekonferenz doch etwas missmutig drein schaute, freute sich Erfolgscoach Jörg Goslar, war sich aber auch nicht zu schade für lobende Worte: „Wenn Jena den Rhythmus findet, dann ist diese Mannschaft sicher schwer zu schlagen. Die werden ihren Weg gehen, das sollen sie auch. Aber dass wir nach dem 0:2 wieder ­gekommen sind, das sprich­t für unser Team. Die Jungs ­haben sich mit dem Punkt ­gegen Jena belohnt und die Tore von Omar und Jan zeigen, dass auch die ­Neuzugänge sich langsam einfinden und erkennen, dass der Teamspirit hier ein anderer ist, dass hier die Mannschaft zählt.“

 Der nächste Akt folgt am Sonntag. Dann geht es nach Rathenow, zu einem Team, dass ein Gegner auf Augenhöhe und kein vermeintlicher Ligafavorit wie Jena ist. Vielleicht ist dann der erste Auswärtsdreier drin. Goslar zumindest ist optimistisch: „Rathenow ist eine junge und gierige Mannschaft. Aber wenn du gegen Jena zwei Tore machen kannst, dann kannst du auch in Rathenow Punkte holen.“
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