Schrecksekunden für Leopold

Leopold Schindewolf, sein großes Idol Robert Harting und Mutti Katrin
 
Leopold Schindewolf bestaunt mit Mutti Katrin das Harting Autogramm auf dessen Startnummer 10.
„In zwei Wochen werde ich 7!“. Auf diese Feststellung legt Leopold großen Wert. Schließlich ist er seit Mittwoch stolzer Autogrammbesitzer. Zwar wusste er bis zum Sparkassen-Meeting in Sondershausen nicht einmal, was das ist. Doch nun zeigt er seine Trophäe von Olympiasieger Robert Harting jedem, der kommt. Doch kurzzeitig hatte „Poldis“ größter Glücksmoment unter gar keinem guten Stern gestanden. Schuld war ein Blatt Papier ...

Ferien hat Leopold zum ersten Mal. Dieser Umstand und die Olympischen Spiele waren der Grund, dass Mutti und Papa die Fernsehabstinenz aufgaben und gemeinsam mit ihm viele Sportübertragungen schauten. Rudern, Diskuswerfen, Fechten. Waren das tolle Sportarten! Die kannte der frischgebackene Zweitklässler ja noch gar nicht. Der leidenschaftliche Schlagballwerfer aus Niedersachswerfen fing Feuer. Jeden Morgen erkundigte er sich nun bei Mutti Katrin: „Haben wir wieder eine Medaille gekriegt?“ Und seit dem 8. August ließen Leopold die Gedanken an Olympiasieger Robert Harting überhaupt nicht mehr los. Als Mutti las, dass er zum Meeting kommt, gab es kein Halten mehr. Ziel: Sondershausen. Mit an Bord: der sportbegeisterte Opa Achim.
Ausgerechnet Robert Harting war es, den Mutti Katrin im Stadion als ersten erblickte. Beim Einwerfen, genau hier, wo sie und ihre „Männer“ standen. Leopold konnte es nicht fassen, sein großes Idol so nahe zu sehen und live zu erleben. „Ich klatsche nur für Harting!“, ignorierte er die Anfeuerungsbitte von Moderator Hardy Gnewuch für die Werfer. Auch nach der Pipi-Pause galt die erste bange Frage seinem Favoriten: „Hat jemand weiter geworfen?“ - Nein! Der Sieg, Hartings 30. in Folge, ließ Leopold jubeln.
Eigentlich hatten die Drei das Fußballstadion schon verlassen, als Mutti bemerkte, dass Robert Harting noch Autogramme gab. Kehrt marsch. „Was ist ein Autogramm?“, wollte Leopold wissen. Erklärung im Laufen und dann der Schreck: „Wir haben kein Papier!“ In Leopold brach eine Welt zusammen. SEIN Held so nah und nun kein Papier? Mit einem geschenkten Programmheft kam die Rettung von der AA-Frau. Robert schrieb: „Für Leopold“. Der Knirps strahlte und Opa machte ein Foto. Besser geht’s nimmer.

Doch! Nach der Siegerehrung der Diskuswerfer landete ausgerechnet Robert Hartings Strauß vor Katrin Schindewolfs Füßen. „Den musste ich aufheben“, erzählte die einstige Leichtathletin und Thüringen-Meisterin im Hammerwerfen im Nachhinein. „Du hast dein Autogramm, die Blumen sind für mich“, strahlte sie und sah für ein Sekündchen noch einmal ihre eigene aufregende Sportjugend vor Augen. Mit Hammer- und Diskuswerfen. Zufälle gibt’s…


Zwei Männer und eine Lady
Drei Meeting-Rekorde
Mit fulminanten Würfen setzten Diskuswerferin Nadine Müller und Kugelstoßer Dylan Armstrong schon mit ihren ersten Weiten Achtungszeichen. Mit 64,17 m verbesserte die Vize-Europameisterin und Olympia-Fünfte die alte Meeting-Bestweite von Franka Dietzsch aus dem Jahr 2005 um 98 cm. „Come on baby, you are crazy“ lockte Moderator Hardy Gnewuch den Kanadier. Der Vizeweltmeister antwortete mit Meeting-Bestweite von 21,12 m und radierte somit den zwei Jahre alten Bartels-Rekord von 20,91 m aus der Göldner-Liste. Der Dritte Rekordbrecher war Julian Reus. Mit 10,22 s auf der 100-Meter-Sprintdistanz fehlte ihm nur eine Hundertstel, um mit der 13 Jahre alten Bestzeit des US-Amerikaners Greg Saddler gleichzuziehen. Dafür knackte er die 200-m-Bestzeit des Jamaicaners Ryan Shields (20,90 s) und lief sich mit 20,77 s auf die Göldner-Rekordtafel.
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1 Kommentar
Simone Schulter aus Weimar | 23.08.2012 | 14:40  
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