Schwanitz und Whiting siegen mit neuer Hallen-Jahresweltbestleistung

Ryan Whiting gewann den Energie-Indoor. Favorit Reese Hoffa (USA) hatte keinen guten Tag. Foto: Hasselbach (Foto: Hasselbach)
 
Fünfter Versuch für den 16-jährigen Patrick Schmidt .... Foto: Hasselbach (Foto: Hasselbach)
Nordhausen: Wiedigsburghalle | Von Sandra Arm

Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) und der US-Amerikaner Ryan Whiting gewannen am Freitagabend die 13. Auflage des Nordhäuser Kugelstoß-Hallenmeetings „Energie-Indoor“ und stellten zugleich neue Hallen-Jahresweltbestleistungen auf. Vor einer Kulisse von 2000 Zuschauern gewann Schwanitz mit 19,17 Metern. Beim großen Showdown in der Männerkonkurrenz setzte sich Whiting mit 21,10 Meter vor seinen Landmännern Cory Martin (20,59 Meter) und Reese Hoffa (20,25 Meter) durch. Ralf Bartels (SC Neubrandeburg) knackte mit 19,82 Meter die Hallen-EM-Norm (19,70 Meter). Im Jugendbereich stellte Patrick Müller (SC Neubrandenburg) mit 21,39 Meter eine neue persönliche Bestleistung auf.


Es war der Abend der Superlative, der mit einer neuen persönlichen Bestleistung von Patrick Müller im Wettkampf der Jugend (U18/U20) begann. Die 5-Kilo-Kugel wuchtete der 16-Jährige im fünften Versuch auf 21.39 Meter und ließ der Konkurrenz keine Chance. Seine gute Form deutete er bereits in den ersten beiden Versuchen (20,46/21,13 Meter) an. Einen gültigen Versuch hatte Tony Zeuke (LV 90 Erzgebirge). Er wurde mit 17,85 Meter hinter dem dominierenden Müller Zweiter. Dritter wurde Malte Dörner mit 17,42 Metern.

Bei den Juniorinnen im Bereich U20 siegte Madlin Dossow (SC Potsdam) mit 14,37 Metern, vor Anika Nehls (SC Neubrandenburg/13,85 Meter) und Diana Steinhoff (LC Jena/13,72 Meter).

Schwanitz dominiert Frauenkonkurrenz
Die anschließende Frauenkonkurrenz wurde eine klare Angelegenheit. Christina Schwanitz wuchtete die Kugel bereits im ersten Durchgang auf 18,64 Meter, Nadine Kleinert hatte 17,81 Meter auf der Anzeige stehen. Eins war zu diesem Zeitpunkt bereits sicher: Beide Athletinnen hatten die Hallen-EM-Norm (17,60 Meter) übertroffen. Das Kugelstoßmeeting in Nordhausen gilt neben den Deutschen Hallenmeisterschaften (23.-24. Februar) als Qualifizierungswettkampf für die Hallen-EM (1. bis 3. März) in Göteborg. Josephine Terlecki (SC Magdeburg) verpasste die Norm um fünf Zentimeter. Die 26-Jährige hatten ihren weitesten Versuch im dritten Durchgang - 17,55 Meter. Noch weiter ging es für Kleinert, die im zweiten Versuch 18,01 Meter auf der Anzeige stehen hatte. Kleinert verabschiedete sich als Zweitplatzierte vom Nordhäuser Publikum, das die Athleten zu Höchstleitungen anfeuerte. Für Kleinert war das Nordhäuser Meeting der ihrer Abschiedstour. Viel Applaus bekam nicht nur Kleinert, sondern auch Christina Schwanitz, die mit 19,17 Metern im vierten Versuch den Meeting-Rekord - 19,28 Meter von Astrid Kumbernuss aus dem Jahr 2003 - um elf Zentimeter verpasste. Die überragende Leistung von Schwanitz überraschte ihren Heimtrainer Sven Lang nicht: „Sie hat bereits in der Woche im Training schon gute Leistungen gezeigt. Ich habe mich gefreut, dass sie einen sehr stabilen Wettkampf abgeliefert hat.“

Drei Amerikaner auf dem Treppchen, Bartels knackt Hallen-EM-Norm
Ein weiterer Schützling von Lang, Vize-Olympaisieger David Storl, war zum Zuschauen verdammt. Der Grund: Storl hatte sich Ende Dezember einer Hautoperation unterzogen. „Momentan ist er noch nicht wieder im vollen Training, da noch kein Schweiß in die Wunde kommen darf“, so Lang.
Statt sich mit den US-Amerikanern Ryan Whiting, Reese Hoffa und Cory Martin einen spannenden Wettkampf zu liefern, beobachtete der Vorjahressieger die Konkurrenz und erfüllte Autogrammwünsche.

Vorjahreszweiter Reese Hoffa wirkte angespannt und ließ seine Lockerheit vermissen. Für Hoffa standen am Ende 20,25 Meter und der dritte Platz zu Buche. Zufrieden wirkte der 35-Jährige nicht, schließt aber dennoch ein Wiedersehen nicht aus. „Ich möchte gern im kommenden Jahr wiederkommen und es besser machen.“ Die 21-Meter-Marke hatte Martin im Visier gehabt. Doch verbuchte er nur einen gültigen Versuch: 20.59 Meter, eine Weite, die aufhorchen ließ und am Ende für Platz zwei reichte.
Besser war nur Hallen-Weltmeister Ryan Whiting, der im ersten Versuch seinen besten Stoß auf 21,10 Meter setzte. Diese Weite bedeutete Hallen-Jahresweltbestleistung. Für Whiting war es der einzige Hallenauftritt der Saison. Sein Blick geht schon in Richtung Weltmeisterschaft in Moskau. Dort hat der 26-Jährige nur ein Ziel: Gold.
So weit denkt Ralf Bartels nicht, denn für die europäischen Kugelstoßgiganten steht Anfang März die Hallen-EM in Göteborg auf dem Plan. Drei Deutsche können sich dafür ein Ticket sichern. Bartels knackte im ersten Versuch mit 19,82 Meter die geforderte Norm des DLV (19,70 Meter) und darf sich nun Hoffnungen auf eine Teilnahme machen. Wie Nadine Kleinert befindet sich Bartels ebenfalls in seinem letzte aktiven Jahr als Leistungssportler.
Ein wenig enttäuschend verliefen die Auftritte des Serben Asmir Kolasinac (19,57 Meter) und des Portugiesen Marco Fortes (19,17 Meter), die den starken Amerikanern hinsichtlich des Kontinentalkampfs nicht Paroli bieten konnten. Für eine neue persönliche Hallen-Bestleistung sorgte Tobias Dahm (VfL Sindelfingen), der sich nach seinem starken Einstieg auf 18,65 Meter im vierten Versuch auf 18,73 Meter steigerte.

Ergebnisse
Jugend, weiblich:
1. Madlin Dossow, SC Potsdam, 14.37 m;
2. Anika Nehls, SC Neubrandenburg, 13.85 m;
3. Diana Steinhoff, LC Jena, 13.72 m

Jugend männlich:
1. Patrick Müller, SC Neubrandenburg, 21.39 m;
2. Tony Zeuke, LV 90 Erzgebirge, 17.85 m;
3. Malte Dörner, LV 90 Erzgebirge, 17.42 m

Männer:
1. Ryan Whiting, USA, 21.10 m;
2. Cory Martin, USA, 20.59 m;
3. Reese Hoffa, USA, 20.25 m.

Frauen:
1. Christina Schwanitz, LV 90 Erzgebirge, 19.17 m;
2. Nadine Kleinert, SC Magdeburg, 18.01 m;
3. Josephine Terlecki, SC Magdeburg, 17.55 m.
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