Sung Min Chos Traum vom Fußball-Glück

Sung Min Cho verlässt nach sechs Jahren das Fußballinternat "Soccer City".
 
Mit dem Fußball kann Sung Min Cho richtig gut umgehen. Im Fußballinternat haben ihn die Trainer zu einem guten Stürmer und Außenspieler geformt.

Die Gefühlswelt von Sung Min Cho steht Kopf. Gerade erst hat der 18-Jährige erfolgreich sein Abitur gebaut. Doch mit jedem abgerissenen Kalenderblatt rückt der Abschied näher. Der Abschied von lieb gewonnen Freunden und den Trainern.

Doch wo Altes aufhört, fängt oft Neues an. Das Alte, das waren für ihn sechs intensive Jahre im Fußballinternat "Soccer City" in Lengenfeld unterm Stein. "Als ich an das Internat kam, da konnte ich noch nicht einmal geradeaus laufen", blickt er mit einem Schmunzeln auf seine Anfänge zurück.

In wenigen Wochen verlässt er das Internat, was ihm wie eine große Familie war. "Es ist natürlich viel Wehmut dabei, aber auch viel Freude, was mich nun in Amerika erwartet", sagt Sung Min Cho, der die Zusage für ein Stipendium in Kansas erhielt. "Sung Mins Wechsel an das Johnson County Community College bedeutet für uns zunächst einmal, dass wir uns riesig für ihn freuen. Es zeigt im Grunde eine weitere Option für die Internatsschüler, die bei uns das Abitur ablegen. Ein Stipendium für ein College in den USA zu erhalten, bedeutet letztlich weitere tolle Erfahrungen sammeln zu können. Sung Min wird eine neue Kultur kennenlernen, seine Englischkenntnisse vertiefen und Fußball und universitäre Ausbildung miteinander verknüpfen können", betont Internatsleiter Benedikt Seipel.

Mit Zwölf verlässt Sung Min Cho seine Heimat

Für seinen Schützling, der parallel Management und Business studiert, ist es der nächste Schritt in Richtung Fußballprofi. Getreu dem selbstgewählten Motto des Fußballinternats: "Lebe deinen Traum". Dieser begann für Sung Min Cho etwas kurios. "So komisch wie es auch klingen mag, aber das Geräusch des Balls beim Passspiel hat mir richtig gut gefallen", erklärt er seine Vorliebe für das runde Leder. Die ersten Versuche mit dem Ball unternahm er in Paju.

Aktuell trennen ihn Luftlinie mehr als 8.000 Kilometer von seiner südkoreanischen Heimat - gelegen unweit der nordkoreanischen Grenze. Verlassen hat er sie als Zwölfjähriger. Seine Mama recherchierte im Netz nach einer Fußballschule für ihren Ältesten, der jüngere Bruder ist 16 Jahre, und stieß auf das Internat im Eichsfeld. Kontakte wurden geknüpft. "Ich habe mir gesagt, ich versuche es einfach. Ohne meine Familie und ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, bin ich nach Deutschland gekommen", berichtet Sung Min Cho.

Wenn der Mut belohnt wird

Sechs Jahre später: Das Risiko, der Mut wurden belohnt. Dankbar für die unvergessliche Zeit ist er seiner "Ersatz"-Familie. "Das Verhältnis unter den Spielern ist sehr gut, die Trainer verstehen sich ebenfalls sehr gut und sie sind immer bereit, uns zu helfen, damit wir noch besser werden können." Die Trainer des Fußballinternats wie Andreas und Benedikt Seipel haben ihn zu einem guten Stürmer und Außenspieler geformt. "Ich bin schnell und kann gut dribbeln. An meiner Ausdauer kann ich noch arbeiten", verweist er auf seine Stärken und Schwächen.

In der ersten Mannschaft der DJK Struth hat er sich zu einer festen Größe entwickelt und hat mir ihr jüngst den Aufstieg in die Landesklasse perfekt gemacht. Das Team lässt ihn nur ungern ziehen. Seine Reise geht weiter - über den großen Teich. "Ich hoffe, dort einen Schritt vorwärts zu kommen. Es ist doch etwas leichter in den amerikanischen Profifußball als in Deutschland in die 1. Bundesliga zu kommen." Der Traum lebt weiter.

Neun Talente wagen den nächsten Schritt

Wie auch für die anderen jungen Talente von "Soccer City". Mit ihm werden acht weitere Spieler das Internat verlassen. In Gesprächen sind sie bei mitteldeutschen Vereinen. Der große personelle Aderlass sei nichts Ungewöhnliches, wie Benedikt Seipel berichtet. "Den gibt es jedes Jahr. Das ist auch unser Ansinnen und Folge unserer guten Arbeit, dass Spieler auf Grund ihrer Entwicklung in Nachwuchsleistungszentren von höherklassigen Vereinen wechseln."

Das wiederum bringt eine neue Aufgabe mit sich, die abgehenden Spieler mit Neuzugängen zu kompensieren. Gesucht werden fußballbegeisterte Kinder ab 11 Jahren, die beim Sichtungstraining zeigen können, was sie drauf haben. "Wir heißen jeden willkommen, der Bock und einfach Spaß auf Fußball hat und etwas dazulernen möchte." So wie einst Sung Min Cho, der vor sechs Jahren kam und den gewagten Schritt nicht bereut hat.


Ansprechpartner für die Anmeldung zum Sichtungstraining sind:
Andreas Seipel: 0173/9714672 (Sportlicher Leiter Internat)
Benedikt Seipel: 0157/31565710 (Internatsleiter)
Infos über das Internat unter www.soccer-city.eu
oder Facebook
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