THC: Die Abwehr muss stehen

(Foto: pictureteam/Mario Gentzel)
Neue Fangnetze sind montiert, 16 Lampen zusätzlich installiert, der Hallenboden verlegt: Die Wiedigsburghalle in Nordhausen ist gerüstet für das erste Champions-League-Spiel des deutschen Handball-Titelträgers Thüringer HC, der am heutigen Sonntag den dänischen Vizemeister Viborg HK empfängt (Anwurf: 15 Uhr). „Wenn alle in unserer Mannschaft 100 Prozent ihrer Leistung abrufen, dann haben wir auch eine Chance“, sagte Kreisläuferin Anja Althaus, die es wissen muss. Fünf Jahre spielte sie beim dreifachen Champions-League-Gewinner (2006, 2009, 2010), bevor sie im vergangenen Sommer in die Bundesliga zurückkehrte. „Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinem ehemaligen Verein. Auf dem Feld spielt das dann aber wirklich keine Rolle mehr“, sagte die 30 Jahre alte Nationalspielerin.

An eine realistische Chance glaubt auch Herbert Müller, der sich allerdings um die Schwere der Aufgabe bewusst ist. „Dieses Spiel ist richtungsweisend für uns. Wenn wir verlieren, wird es verdammt hart in dieser Gruppe“, sagte der Cheftrainer, der mit Blick auf die Gegner einen Vergleich zieht: „ Das ist fast so, als würden wir im Fußball gegen Manchester United, Real Madrid und Bayern München spielen.“

In der Tat wartet auf die Frauen aus Bad Langensalza ein internationaler Härtetest, nachdem die Mannschaft im Vorjahr bei der Premiere in der Königsklasse mit 1:5 Punkten in der Vorrunde gescheitert war. Mit Titelverteidiger Buducnost Podgorica aus Montenegro hat der Thüringer HC nach zwei Niederlagen im Herbst 2011 noch eine Rechnung offen. Hinzu kommt mit dem russischen Vertreter Svesda Svenigorod der Champions-League-Gewinner aus dem Jahr 2008. In der Vierergruppe qualifizieren sich die Mannschaften auf den ersten beiden Plätzen für das Achtelfinale, der Dritte spielt im EHF-Cup weiter.

Nordhausen darf sich demnach auf mindestens zwei weitere Top-Spiele des internationalen Frauen-Handballs freuen. Nach dem heutigen Auftakt kommt am 28. Oktober zunächst Podgorica, am 18. November spielt der russische Vertreter aus der Nähe von Moskau im Südharz (Anwurf jeweils 15 Uhr).

Der Umzug nach Nordhausen war notwendig geworden, weil die heimische Salzahalle in Bad Langensalza für internationale Spiele unter anderem wegen ihrer geringen Zuschauerkapazität nicht zugelassen ist. In Erfurt hatten indes Terminüberschneidungen eine Austragung wie im vergangenen Jahr in der Riethsporthalle verhindert.

Für das Spiel in Nordhausen wurden im Vorverkauf mehr als 1200 Karten für die 2300 Besucher fassende Halle abgesetzt. Die Frauen vom Thüringer HC wollen alles dafür tun, damit sich ihr Kommen auch lohnt. „Wir müssen in der Abwehr sicher stehen. Dann können wir es auch schaffen und den ersten Sieg in der Champions League überhaupt zu landen“, sagte Cheftrainer Herbert Müller.
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