Volleyball-Länderspiel: John Speraw und die Mission Gold

Seit März 2013 ist John Speraw Trainer der US-Volleyballer und führte sie vor einigen Wochen zum Weltliga-Sieg. (Foto: Foto: FIVB)
Spätestens seit dem Triumph seines Teams in der Weltliga dürfte nicht nur Volleyball-Insidern der Name John Speraw etwas sagen. Seit eineinhalb Jahren ist Speraw Trainer des US-Teams und auf dem besten Weg eine erfolgreiche Ära einzuläuten.

In der ersten Saison führte er das Team zum ersten NORCECA-Meisterschaftstitel seit 2007. Zum Gebiet der NORCECA gehören Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik. In diesem Jahr sorgte seine Mannschaft in der Weltliga für die größte Überraschung, sie besiegte den Weltranglisten-Ersten Brasilien im Finale mit 3:1. Die Erfolge sind langfristig betrachtet nur Teiletappen auf dem Weg nach Rio de Janeiro. Speraw ist mit seinem Team angetreten, um in zwei Jahren bei den Olympischen Spielen Gold zu holen. Das ist die Mission.

Speraw mit Doppelfunktion: Vereins- und Nationaltrainer

Die Arbeit mit der Nationalmannschaft ist für Speraw nicht neu. Als Assistenztrainer erlebte er an der Seite von Cheftrainer Hugh McCutcheon den Goldtriumph bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking oder vier Jahre später unter der Regie von Alan Knipe den fünften Platz in London. Seit März 2013 ist Speraw nun schon der neue Mann an der Seitenlinie. Die neue Aufgabe sah er vor seinem Amtsantritt parallel zu seiner Vereinstätigkeit an der University of Los Angeles (UCLA) als eine lösbare an: „Jetzt, wo ich an der UCLA schon eine Spielzeit tätig gewesen bin, ist es offensichtlich, dass ich beide Teams coachen kann. Die Aufgabe ist machbar", sagte Speraw. "Die Unterstützung und die Mittel an der UCLA liegen über dem, was ich mir vorgestellt habe. Ich habe zwei tolle Co-Trainer (UCLA) mit Brad Keller und Andrea Becker und einen außergewöhnlichen Trainerstab.“

Berliner unterstützt Speraw bei der Mission Gold

Die beste Unterstützung ist ihm auch im US-Nationalteam gewiss. Auf der Mission Gold wird Speraw unter anderem von einem Deutschen begleitet: Anton Willert. Die Aufgaben des 26-jährigen Berliners sind vielfältig: ob als Experte an der Seite des US-Nationaltrainers, als Mann im Hintergrund, der Daten auswertet, oder als Teammanager – so richtig auf einen Bereich lässt sich die Tätigkeit des blonden Deutschen im kalifornischen Anaheim nicht festlegen. In Anaheim befindet sich das Trainingszentrum, in dem hart für den Erfolg gearbeitet wird. Das Team aus jungen und erfahrenen Spielern zeigt eine enorme Willensstärke, ist immer bestrebt das Maximale aus sich herauszuholen und würde das Wort Niederlage wohl am liebsten aus seinem Vokabular streichen. Doch auch letztere sind enorm wichtig, um sich weiterzuentwickeln.

Schon jetzt, zwei Jahre vor den Spielen, präsentieren sich die US-Boys scheinbar früher als erwartet in bestechender Form. Symptomatisch für den Aufschwung stehen Youngster Tylor Sander, der im Weltliga-Finale zum besten Punktesammler avancierte, der Außenangreifer steuerte 24 Zähler bei. Ihm gegenüber steht Routinier Matt Anderson, er brachte es im Endspiel auf 23 Punkte. Es ist die Mischung aus Dynamik und Erfahrung, die den Erfolg des US-Teams mit ausmacht. Die vielen positiven Entwicklungen mit dem jüngsten Titel sind Anlass genug, dass das US-Team neben den Brasilianern um Trainer Bernardo Rezende als weiterer Top-Favorit für die Weltmeisterschaft in Polen (30. August bis 21. September) gehandelt wird.

Vier Tests gegen den Iran

In Vorbereitung auf das internationale Großereignis testete die USA vom 9. bis 16. August viermal gegen den Iran, dem Zwölften der Welt. Die Mannschaft aus dem Iran ist neben Italien, Belgien, Frankreich und Mexiko auch einer der fünf Vorrundengegner des US-Teams bei der Weltmeisterschaft. Gespielt wird die erste Runde in Krakau. Speraw nutzte die freundschaftlichen Vergleiche, um allen Spielern Einsatzzeiten zu geben. Nie schickte er die gleiche Formation auf das Parkett. Die Bilanz: drei Siege (3:1, 3:0, 3:0) und eine Niederlage (2:3).

Als erfolgreichste Punktesammler erwiesen sich Matt Anderson (Außenangriff/Diagonlangriff), Garrett Muagututia (Außenangriff), Taylor Sander (Außenangriff), Aaron Russell (Außenangriff), Troy Murphey (Diagonalangriff) und Carson Clark (Diagonalangriff). Im Außenangriff präsentierte sich das US-Team erneut stark aufgestellt und wird sicherlich auch bei den noch zwei ausstehenden Länderspielen gegen das deutsche Team in Dessau (26. August, 19.30 Uhr) und in Nordhausen (27. August, 19 Uhr) seine Stärken, wie auch im zweiten Element der Defensive, voll ausspielen.

Informationen zum Kartenvorverkauf (Nordhausen): Tickets zum Preis von 10 Euro (Vollzahler) und 7 Euro (ermäßigt) sind in der Stadtinformation am Rathaus oder unter www.ticketmaster.de erhältlich. Kartenbestellungen nimmt auch der SVC Nordhausen unter svc-ndh@t-online.de entgegen.
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