Wacker mitten im Abstiegskampf

Auch die Impulse des in der Schlussphase eingewechselten Martin Hauswald (rechts) reichten am Ende nicht für den Siegtreffer. Foto: Lars Koch (Foto: Lars Koch)
Wacker Nordhausen holt am Sonntag, 20. Oktober, gegen Hertha II wieder einen Punkt

Von Lars Koch

Das erste Drittel der Saison ist für Regionalliga-Aufsteiger Wacker Nordhausen Geschichte. Am Sonntag stand im Albert-Kuntz-Sportpark der zehnte von 30 Spieltagen an. Und obwohl die Mannschaft von Erfolgstrainer Jörg Goslar, der Nordhausen in zwei Jahren aus der Verbandsliga in die Regionalliga führte, doch zumindest einen Punkt holte, sah man am Ende fast nur bedrückte Gesichter.

Grund dafür war eine ganz schwache Leistung der Nordhäuser in der ersten Halbzeit. Die Goslar-Elf, auf einigen Positionen verändert, schien völlig verunsichert. Zwar hatten die Gastgeber durch Matti Langers Schuss aus 16 Meter in der elften Minute die erste Chance der Partie, in der auf beiden Seiten kaum fußballerisch Glänzendes angeboten wurde, doch das sollte es in Halbzeit 1 schon fast gewesen sein. Dass es beim Gang in die Pause nach dem Treffer von Kevin Stephan (18.) nur 1:0 stand, lag auch darin, dass auch von der U23-Mannschaft aus Berlin nicht viel Zwingendes kam. Glodi Zingu, der mit viel Platz auf der linken Seite marschieren und dann auf einen völlig allein gelassenen Stephan flanken konnte, hatte den Treffer eingeleitet. Es war wieder einer dieser typischen individuellen Nordhäuser Fehler, der die Mannschaft ins Hintertreffen brachte.

Die Pausenansprache von Goslar muss kurz und knackig gewesen sein, denn nur ein paar Minuten nach dem Gang in die Kabine standen die Wackeren schon wieder auf dem Rasen. Verwunderlich war es kaum, gab es doch zur bis dahin gebotenen Leistung auch kaum etwas zu sagen. Mit dem Wiederanpfiff zeigten die Nordhäuser dann wieder ihr kämpferisches und bissiges Gesicht. Die Körpersprache war plötzlich eine ganz andere und auf einmal wurde wieder Fußball gespielt. Dass es ganz sicher nicht an den spielerischen Fähigkeiten der Nordhäuser liegt, dass man derzeit nur auf dem 14. Tabellenplatz steht, zeigte in der 56. Minute Toni Jurascheck, der von links auf Strafräumhöhe mit wunderbarer Flanke Richtung Berliner 5-Meter-Raum Jan Löhmannsröben bediente, der mit Direkteinnahme zum Ausgleich traf.

Wacker hatte im weiteren Verlauf sicherlich noch die eine oder andere Möglichkeit, spielte die letzten zehn Minuten nach einer gelb-roten Karte gegen Berlins Yanni Regäsel (unsportliche Äußerung) sogar in Überzahl, konnte diese aber nicht mehr nutzen. "Wir dürfen jetzt nicht verzweifeln", begann Jörg Goslar noch auf dem Platz mit der Aufbauarbeit seiner Mannschaft. Nordhausen steckt mitten im Abstiegskampf, "Wir werden uns jetzt drauf ausrichten, dass wir in Babelsberg kommenden Sonntag (27.10.) was holen. Es geht nicht anders. Nicht immer skeptisch sein. Wir wissen, dass das schwer für uns wird." Die spielerische Klasse zumindest haben die Nordhäuser, das Selbstvertrauen jedoch scheint angeknackst.
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