Zum Abschluss noch einmal alles geboten

: Mit Handschlag verabschiedeten sich die Spieler von den treuen Nordhäuser Fans, allen voran ließ sich Toni „Jura“ Jurascheck herzen. Foto: Lars Koch (Foto: Foto: Lars Koch)
  Nordhausen: Albert-Kuntz-Sportplatz |

Wacker Nordhausen beendet eine grandiose Regionalliga-Aufstiegssaison mit einem Heimsieg und Tabellenplatz fünf

Von Lars Koch

Nach dem Nordhäuser Debakel vom vorletzten Regionalligaspieltag – die Wackeren hatten beim direkten Konkurrenten um fünften Platz, dem FSV Zwickau mit 0:4 verloren – hatten sich Jörg Goslar und seine Jungs eigentlich schon von dem nach dem frühzeitig geschafften Klassenerhalt anvisierten Tabellenrang verabschiedet. Doch es kam anders. Wacker zeigte beim letzten Auftritt der Saison in einer Partie, die so ziemlich alles bot, was das Fußballerherz freut, noch einmal großen Kampf.

Da auch die Konkurrenz mitspielte und die vorWacker liegenden Konkurrenten ihre Spiele nicht siegreich gestalten konnten, war Wacker am Ende nicht nur bester Aufsteiger der Liga, sondern eben doch Fünfter. Trainer Jörg Goslar hatte nach dem 3:2-Sieg gegen den Berliner Athletik Klub erst einmal ein Dauergrinsen im Gesicht. „Wir haben, mit Blick auf die erste Regionalligasaison schon eine Party gefeiert. Wir hatten sicherlich so unsere Startprobleme, aber gerade in der Rückrunde hatten wir viele echte Highlights. Und wir haben zum Abschluss dieser Party nochmal richtig Gas gegeben. Das war heute noch einmal eine sehr respektable Leistung der Mannschaft und ganz ehrlich, hätte man mir zu Saisonbeginn gesagt, dass wir am Ende auf Platz fünf stehen, ich hätte das sicher nur zu gerne unterschrieben, zu erwarten war das sicherlich nicht.“

Und auch mit dem Erfolg am letzten Spieltag war schon nach wenigen Minuten nicht mehr unbedingt zu rechnen. Die Gäste aus der Hauptstadt gingen schon in der 8. Minute in Führung. Berlins Tunay Deniz hatte einen Freistoß aus halblinker Position wunderschön in die obere linke Ecke gezirkelt. Da gab es auch für Patrick Siefkes nichts zu halten.

Wacker wackelte nicht, schüttelte sich nur kurz und schon sechs Minuten später hatten die Wacker-Angreifer das Torzählwerk gewissermaßen auf Null gestellt. Dennis Carl hatte aus 17 Metern aus halbrechter Position einfach mal abgezogen. Berlins Schlussmann Eric Niendorf war bei diesem Schuss wohl auch ein wenig die Sicht durch die eigenen Abwehrspieler verdeckt. Der Ball schlug flach rechts unten ein, Berlins Schlussmann hatte nicht einmal gezuckt und es stand 1:1.

Doch das sollte es noch lange nicht gewesen sein. In der 18. Minute wurde Dennis Carl im Berliner Strafraum gefoult. Schiedsrichter Lars Albert zeigte sofort auf den Punkt. Christoph Rischker trat an und vollstreckte. Binnen weniger Minuten war das Spiel gedreht, es stand 2:1 für Wacker (19.).

Und es gab einen weiteren Höhepunkt in der ersten Halbzeit, denn in der 38. Minute trat nun ein Berliner zum Foulelfmeter an. Berlins Kerem Behnke hatte den in den Strafraum laufenden Boachie angespielt, Siefkes war zur Stelle, warf sich vor den Berliner und erwischte den Berliner mit den Händen an den Füßen. Berlins Baris Gündüzer trat an, schoss ebenso sicher, wie kurz zuvor Rischker ein. Nun also wieder Unentschieden.

Nach der Pause waren die großen Möglichkeiten auf beiden Seiten erst einmal Mangelware. Für Aufregung sorgte in der 63. Minute die gelb-rote für Berlins Gündüzer nach Ball-Wegschlagen. Die allerdings war keine, denn für Gündüzer hatte Albert vorher noch keinen Karton gezückt. Der nahm die rote Karte zurück, entschuldigte sich und weiter ging es.

Die Entscheidung für die Gastgeber, die die Fans in der Pause zu Freibier geladen hatten, besorgte in der 72. Minute Sebastian Hauck. Der hatte rechts vom Tor abgezoegen: 3:2 für Wacker. Das wars dann auch. Fünf Tore, der vierte Heimsieg für Wacker in Folge, zwei Elfer, einmal Gelb-Rot das keines war. Das Spiel war ein würdiger Saisonabschluss. „Diese Mannschaft, dieser Verein, hat zum wiederholten Male dafür gesorgt, dass in Nordhausen wieder ein bisschen mehr Lebensqualität und Selbstwertgefühl entstanden ist. Das muss man einfach weiter ausbauen“, so der alte und neue Chefcoach Jörg Goslar.
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