Zweimal Konschak, zweimal die ultimative Herausforderung

Katja Konschak suchte erstmals 2003 die ultimative Herausforderung beim Ironman auf Hawaii. Elf Jahre später ist die Nordhäuserin erneut dabei, startet bei den Profis. Das Ziel ist eine Platzierung unter den besten 20. (Foto: privat)

Es sind nur vier Buchstaben, die aber das Herz eines jeden Triathleten, egal ob Amateur oder Profi, höher schlagen lassen. Nicht anders ergeht es Ulrich und Katja Konschak vom SV Nordhausen 90, wenn sie Kona hören. Eigentlich Kailua-Kona. „Hawaii ist an sich schon ein besonderer und exotischer Ort. Wer will dort nicht mal hin?“, sagt Ulrich Konschak, der sich mit seiner Familie nun erneut einen Traum erfüllt. Einen sportlichen Traum.

In der hawaiianischen Bucht wird am Samstag, 11. Oktober, um 6.25 Uhr (Ortszeit) die Ironman-Weltmeisterschaft gestartet. Mit dabei Familie Konschak. Katja trägt die Startnummer 138 und geht bei den Profis an den Start. Ihr Mann geht mit Nummer 1227 bei den Amateuren (sogenannte Agegrouper) ins Rennen über die Langdistanz, die aus 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und einem abschließenden Marathon (42,195 km) besteht.

Startplätze für Ironman heiß begehrt


Die Startplätze sind sehr begehrt, aber begrenzt. Die Qualifikation gleicht einer ebenso, wenn nicht sogar noch größeren Herausforderung. Bis ans Limit – und darüber hinaus gehen die Athleten, um einen der Plätze zu ergattern. Die meisten werden an Amateure vergeben. 1.650 sind es 2014. Einen sicherte sich Ulrich Konschak. Qualifiziert hat er sich in Frankfurt beim Ironman Germany. Seine Zeit 9:05 Stunden, die Rang 41 - und in seiner Altersklasse (40 bis 44) Platz vier bedeutete.

Die Profis mussten bei bis zu fünf Ironman-Rennen und drei Halb-Distanzen Punkte sammeln. Die besten 50 Männer und 35 Frauen qualifizierten sich dann für die Weltmeisterschaft. Die Qualifikationsperiode beginnt jährlich am 1. September und endet am 31. August. Schließlich ist es der Klassiker, die ultimative Herausforderung, der sich die Sportler seit der Erstaustragung 1978 über die Langdistanz stellen. „Der Ironman Hawaii ist der Ursprung des Triathlons. Hier hat alles angefangen. Zu sehen gab es die große Rennen und richtige Dramen spielten sich ab“, erklärt Ulrich Konschak den Mythos Hawaii.

Katja Konschak sieht nur noch Zahlen


Triathlonprofi Katja Konschak hatte sich in den vergangenen zwölf Monaten durch ihre guten Platzierungen unter anderem beim Ironman in Südafrika, in Frankfurt und zuletzt in Bolton qualifiziert. Zuvor musste die 36-Jährige noch kräftig leiden. Nicht auf der Strecke, sondern vor dem Rechner. Das war Ende Juli, am letzten Wettkampf-Wochenende. „Ich saß vor dem Rechner und habe vorher schon für jeden ausgerechnet, welche Platzierung gebraucht wird, um an mir vorbeizuziehen.

Man sieht nur noch Zahlen und schaut die ganze Zeit auf die Live-Liste, in der Hoffnung, dass man nicht noch eingeholt wird“, sagt Katja Konschak. Das Mitfiebern vor dem Rechner wurde zum „Nervenspiel“. Der Abend brachte die Gewissheit, es sollte für die Nordhäuserin für einen der 35 Startplätze bei den Profis reichen. „Na klar habe ich mich gefreut, als die Mail mit der Bestätigung für Hawaii kam.“

Der Traum vom Kultereignis


Ihr Debüt beim prestigeträchtigen Ironman-Klassiker gab sie 2003 mit Platz 24, zuletzt startete sie 2007. „Wenn man einmal dort gewesen ist, dann will man es immer wieder.“ Insgesamt viermal absolvierte sie das prestigeträchtigen Rennen. Ebenso wie ihr Mann, der sich schon als Teenager vom Kultereignis auf der Pazifik-Insel fasziniert zeigte – und den Traum nie aus den Augen verlor.

Als gute Vorbereitung auf einen der schwersten Ausdauerwettkämpfe diente Katja Konschak zum einen die Teilnahme an ihrem Heimrennen, dem ICAN Nordhausen über die halbe Distanz, und zum anderen der Nordhäuser Citylauf über 9,9 Kilometer. Aus beiden Rennen ging die zweifache Mutter als Siegerin hervor.

Ironman Hawaii hat seine eigenen Gesetze


Von Nordhausen nach Kailua-Kona ging es nun mit der ganzen Familie am vergangenen Freitag. Auch um sich zu akklimatisieren und sich an die Zeitumstellung von zwölf Stunden zu gewöhnen. Statt kühles und wechselhaftes Herbst-Wetter erwartete die Konschaks tropisches Klima, klares Wasser und Temperaturen über 30 Grad. Und die weltbesten Triathleten. „Bei der Weltmeisterschaft gehen die Besten der Besten an den Start. Von der Leistungsdichte sind die Athleten noch enger zusammengerückt. Der Ironman ist ein eigenes Rennen, das seine eigenen Gesetze hat“, sagt Katja Konschak.

Ihr Mann wird noch konkreter: „Die klimatischen Bedingungen sind extrem und eine große Herausforderung. Ebenso die eintönige Strecke entlang einsamer und endloser Lavafelder.“ Ihm kommen die anspruchsvollen Bedingungen sehr entgegen: „Das liegt mir, ich komme damit bestens klar und habe immer sehr gute Leistungen abliefern können. Man muss sich stark auf sich selbst konzentrieren können und darf sich nicht von den harten Bedingungen beeindrucken lassen. Ich kann das!“

Nicht nur körperliche Fitness zählt


Hart klingen für Außenstehende schon allein die Kilometerangaben auf den Teiletappen, die gehörigen Respekt einflößen. Für die Sportler zählt bei der Langdistanz nicht nur die körperliche Fitness. Ebenso das Mentale. „Man darf sich die komplette Strecke nicht als solche vorstellen“, rät Katja Konschak, die die Teiletappen wie das Radfahren über 180 Kilometer noch einmal in kleinere Etappen teilt. „Man darf nur nicht daran denken, dass es 180 Kilometer sind, sondern Stück für Stück denken.“

Stück für Stück will sie so ihrem großen Ziel, einer Top-20-Platzierung näher kommen. „Das wäre der Wahnsinn. In erster Linie will ich ein gutes Rennen abliefern und schauen, was dabei herauskommt“, sagt sie. Ein wenig ins Träumen gerät auch ihr Mann, wenn er über seine Ziele spricht: „Ein Platz unter den Top-5 in meiner Altersklasse wäre der absolute Traum. Dafür muss aber alles stimmen. Ich möchte einfach ein gutes Rennen abliefern und es natürlich auch genießen.“ Genießen werden sie sicherlich in besonderer Weise den Moment des Zieleinlaufs. Ihre Herzen werden wohl dann ebenfalls um einiges höher schlagen.
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