Interview mit dem Kleingartenverein "Stadtpark" e.V.

Vorsitzender des KGV "Stadtpark" e.V. Heinz-Jörg Otte
 
Vorsitzender Heinz-Jörg Otte und Schatzmeister Karl-Heinz Marr,
Nordhausen: Kreisverband Nordhausen | Haben Kleingärten eine Zukunft?

Wir sagen ja und bieten zukünftigen Hobbygärtnern eine Plattform für den Einstieg ins Gärtnern. Viele Bürger wollen ihr Grün vor der Haustür aktiv erleben. Deshalb stellt der Kreisverband Nordhausen der Kleingärtner e. V. jeden Monat einen Kleingartenverein vor.

1. Gartenfreund Heinz-Jörg Otte, Sie sind Vorsitzender des Kleingartenvereines „Stadtpark“ e.V. Nordhausen und möchten Ihren Verein hier vorstellen.

Unser Kleingartenverein besteht seit 98 Jahren. Die Flächengröße hat sich in all den Jahren nicht verändert. Ich selbst habe meinen Garten in dieser Anlage 1995 übernommen. Wir sind an der B 4, in der Parkallee, wo viele Autofahrer und Spaziergänger täglich vorbeifahren. Deshalb ist ein Schwerpunkt die Außenansicht unserer Kleingartenanlage.

2. Wie lange belegen Sie schon dieses Ehrenamt? Wie viele Mitstreiter zählen zum Vorstand Ihres Vereines?

Unser ehemaliger Vorsitzender, Uwe Gründer, musste 2013 aus gesundheitlichen Gründen das Ehrenamt abgeben. Ich selbst war 14 Jahre unter seiner Leitung im Vorstand als sein Stellvertreter. Die Mitgliederversammlung hat mich darauf hin zum Vorsitzenden gewählt. Gute Unterstützung habe ich von meinem Stellvertreter Manfred Behrens und dem Schatzmeister Karl-Heinz Marr, der übrigens heute auch am Interview teilnimmt. Weiter gehört unsere fleißige Schriftführerin Klara Fürthaler zum Vorstand. Da unsere Anlage zweigeteilt ist, haben wir noch drei Obleute, die uns hervorragend unterstützen. Unser ehemaliger Vorsitzender, Uwe Gründer, Theo Leineweber und Johannes Bellmann.

3. Wann wurde der Kleingartenverein „Stadtpark“ e. V. gegründet und wie viele Gärten verwalten Sie?

Wie bereits gesagt, ist unsere Anlage 1919 gegründet. Die Gärten hatten eine Größe von ca. 700 m² bis 800 m². Nach der Wende 1990 wurden die meisten Gärten auf eine Größe von ca. 400 m² verkleinert, so dass wir heute 52 bewirtschaftete Gärten verwalten. Diese Größenordnung hat sich bewährt, da der Zwang von größtmöglichen Ernten an Obst und Gemüse heute nicht mehr im Vordergrund steht. Das heißt aber nicht, dass wir auf eine kleingärtnerische Nutzung verzichten. Kleingärtnern ist die Voraussetzung für ein intaktes Vereinsleben und schafft Freude für die ganze Familie, ohne das die Erholung und der Spaß zu kurz kommen.




4. Ihre Anlage ist wo? Verkehrstechnisch ist die Kleingartenanlage wie zu erreichen?

Da wir direkt an der B 4 in der Parkallee liegen, ist das Erreichen der Anlage kein Problem. Die Straßenbahnlinie 2 bis zur Endhaltestelle Parkallee führt fasst bis zur Kleingartenanlage. Wir haben zwei Parkmöglichkeiten für Autos, so dass wir bequem erreichbar sind. Zu Fuß oder mit Fahrrad quer durch den Stadtpark sind weitere Möglichkeiten.

5. Gibt es freie Gärten die sofort verpachtet werden können? Wenn ja, wie groß sind die Gärten in der Anlage? Wie ist die Ausstattung? Gibt es in den freien Gärten Lauben mit Strom und Wasser?

Die drei freien Gärten haben eine durchschnittliche Größe von ca. 400 m². Jeder Garten hat Strom und eine eigene Wasserversorgung. Für Trinkwasser haben wir zwei zentrale Wasserstellen, die jeder Gartenfreund nutzen kann. Auch sind die Gärten mit einer Laube versehen. Für neue Pächter sind wir offen und sie werden auch in der Aufbauphase vom Vorstand unterstützt.

6. Die Vorstände und die Vereinsmitglieder sind im Allgemeinen sehr aktiv. Wie wird das Vereinsleben aktiv betrieben?

Wir sind eine relativ kleine Kleingartenanlage. Der Vorstand tritt alle zwei Monate zusammen und bespricht die anfallenden Aufgaben. Es werden Arbeitseinsätze organisiert, die vor allem das Erscheinungsbild des Kleingartenvereines verbessern sollen. Wir liegen direkt an der Parkallee, wo viele Besucher des Fußballsportplatzes vorbeigehen. Alle zwei Jahre organisieren wir ein Sommerfest, wo auch an unsere jüngsten gedacht wird. In der Gartensaison werden untereinander viele kleine Gartenfeste, Grillabende oder auch Bierabende durchgeführt. Vereinsleben heißt eben auch Geselligkeit, einen guten Schwatz mit dem Nachbarn oder auch kleingärtnerische Fachgespräche führen. Von unseren Mitgliedern wünschen wir uns weiterhin eine aktivere Teilnahme an den Mitgliederversammlungen und an den Arbeitseinsätzen. Vereinsarbeit ist für alle eine Pflicht und soll dem Gemeinwohl dienen.

7. Bei Interesse an freien Gärten sollte man sich an wen wenden? Gibt es eine Homepage oder eine Telefonnummer, wo ein Interessent einen Besichtigungstermin erfragen kann?

Eine eigene Homepage haben wir nicht. Im Vorstand wird beraten, dass eine E-Mailadresse für den Verein eingerichtet wird. Bis jetzt werden Anfragen und Termine unter meiner Telefonnummer 0172 6984438 entgegengenommen.

8. Die Vereine haben einen Altersdurchschnitt, der durch Verpachtung an junge Familien erheblich gesenkt werden kann. Welche Angebote bzw. Möglichkeiten sind für junge Familie in ihrem Kleingartenverein von großem Interesse?

Der Altersdurchschnitt unsere Vereinsmitglieder liegt bei 61 Jahren. Jüngere Familien mit Kindern sind uns herzlich willkommen. Wichtig ist uns, dass die Freude an der kleingärtnerischen Tätigkeit den Vorrang hat. Eigenes selbsterzeugtes Obst und Gemüse schmeckt nicht nur besser, sondern ist auch preiswerter und absolut Bio. Die Kinder können eigene Beete anlegen und lernen die Natur mit den vielen Pflanzen und ihre Umwelt kennen. Wir haben freie Flächen, wo Kinder sehr gut spielen können.



9. Welche Aktivitäten werden für die Zukunft geplant, den Kleingartenverein noch attraktiver zu gestalten?

Ich bin mit meinen Mitstreitern im Vorstand einig, das Vereinsleben und das Umfeld noch attraktiver zu gestalten. Wir beraten gerade darüber, ob wir ein großes Schild mit dem Namen unseres Vereines am Haupteingangstor platzieren sollten. Damit ist der Kleingartenverein „Stadtpark“ e. V. auch nach außen präsent. Unsere erfahrenen älteren Gartenfreunde sind gern bereit, junge Familien bei der Eingewöhnung in das Vereinsgeschehen zu unterstützen. Mancher guter gärtnerischer Rat kann bei der Gestaltung des Gartens oder beim Anbau von Obst und Gemüse sehr nützlich sein. Uns ist es wichtig, die Kontakte untereinander zu pflegen. Auch das ist Vereinsarbeit!

10. Welche Wünsche haben Sie an ihre Vereinsmitglieder, damit das Vereinsleben und das Miteinander noch mehr in den Vordergrund geraten?

Wir haben bei uns Familien mit ausländischen Wurzeln. Diese haben sich gut integriert. Wir haben in der Anfangszeit auf die bestehende Gartenordnung hinweisen müssen. Aber jetzt klappt das prima. Verstärkt setzen wir auf die kameradschaftliche Nachbarschaft und Verständnis untereinander. Ein gutes Klima innerhalb des Vereines trägt auch dazu bei, neuen Familien gute Startmöglichkeiten zu geben. In zwei Jahren werden wir das 100-jährige Jubiläum des Vereines begehen. Dazu wird ein besonders attraktives Sommerfest organisiert. Unser nächster Schwerpunkt ist unsere Mitglieder- und Wahlversammlung am 19.05.2017. Hier werden die Mitglieder beschließen, welche Aufgaben für die Verschönerung und Attraktivität des Vereines in Angriff genommen werden sollen.


Werner Schumann
Presse/Öffentlichkeit
Kreisverband Nordhausen
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