Interview mit KGV "Am Altentor" e.V.

Vereinsvorsitzende Christel Spangenberg
Nordhausen: Kreisverband Nordhausen | Haben Kleingärten eine Zukunft ?

Wir sagen ja und bieten zukünftigen Hobbygärtnern eine Plattform für den Einstieg ins Gärtnern. Viele Bürger wollen ihr Grün vor der Haustür aktiv erleben. Deshalb stellt der Kreisverband Nordhausen der Kleingärtner e.V. jeden Monat einen Kleingartenverein in Nordhausen oder im Kreisgebiet vor.

1. Gartenfreundin Christel Spangenberg, sie sind seit 12 Jahr Vorsitzende des
Kleingartenvereines "Am Altentor" e.V. und engagieren sich mit viel Elan um
das Vereinsgeschehen. Wo findet man Ihren Kleingartenverein in
Nordhausen?

Unser Kleingartenverein liegt zwischen dem Stadtteil Salza und der Unterstadt
von Nordhausen. Konkret befinden wir uns an der Straße "Van der Foehr
Damm". Daneben fließt die Zorge und darüber ist der Stadtpark von
Nordhausen. Auf der anderen Seite ist das Einkaufsareal am Rande von Salza
in der Bochumerstraße mit u.a. dem REWE Markt.

2. Ihr Kleingartenverein hat 49 Gärten. Gibt es auch freie Gärten, für die sich
Interessenten bewerben können?

Durch den Vorteil unserer zentralen Lage zum Wohngebiet und der günstigen
Infrastruktur haben wir zur Zeit keinen Garten frei. Aber auf Grund der
Altersstruktur unserer Vereinsmitglieder werden jedes Jahr aus
gesundheitlichen Gegebenheiten Gärten frei. Momentan steht wahrscheinlich
demnächst wieder aus den genannten Gründen ein Garten zur Verfügung.
Durch den hohen Anteil der uns umgebenen Plattenbauten bzw. anderen
Mietwohnungen interessieren sich immer mehr Familien ohne eigenen Grund
und Boden für ein Plätzchen im Grünen.

3. Wie ist die Ausstattung dieser Gärten mit Lauben, Strom und Wasser? Wie
groß sind diese Gärten ?

Strom und Wasser ist in allen unseren Gärten vorhanden. Wir haben eine eigene Wasserversorgung. Jede Parzelle hat eine Wasseruhr, so dass eine gerechte Abrechnung für die Pächter erfolgen kann. In allen bewirtschafteten Gärten befindet sich eine Massiv- oder Holzlaube. Die Größen der Gärten in unserer Anlage liegen bei ca. 300 bis 500 m². Unsere Anlage besteht seit 76 Jahren. Dadurch haben viele Lauben in den Gärten Bestandsschutz, weil sie zu DDR Zeiten gebaut wurden sind. Da waren die Laubengrößen bis zu 30 m² gesetzlich möglich. Heute sind die Lauben bei Neubau auf 24m² laut Bundeskleingartengesetzt begrenzt. Wichtig ist die Drittelteilung der Pachtfläche. Ein Drittel sollte immer unterm Spaten sein und als Anbaufläche für Gemüse, Obst oder Blumen etc. dienen. Die restliche Fläche ist individuell gestaltbar, jeder nach seinen Bedürfnissen. Der niedrige Pachtzins für unsere Gärten wird durch das Bundeskleingartengesetz ermöglicht und ist geschützt..

4. Ist Ihre Anlage auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?

Sehr gut! Die Straßenbahn fährt praktisch bei uns vorbei - Station Altentor
/Park- Wendeschleife, Bushaltestation Bochumerstraße am Einkaufscentrum
und sogar die Harzquerbahn mit ihren Trieb - und Duobahnen halten in
unmittelbarer Nähe.

5. Vereinsleben ist ja bekanntlich mehr als nur eine Mitgliederversammlung im
Jahr. Werden im Kleingartenverein "Am Altentor" e.V. kulturelle Ereignisse
bzw. Gartenfeste organisiert?

Wir feiern jedes Jahr ein Sommerfest. Das wird von unseren
Vereinsmitgliedern sehr gern angenommen. Viele helfen in der Vorbereitung
mit. Voriges Jahr haben wir das 75 jährige Bestehen unseres Vereins
ausgiebig gefeiert. Ein Höhepunkt unsere Vereinsleben. In diesem Jahr wird
im November die Mitglieder und - Wahlversammlung durchgeführt. Diese
Veranstaltung gehört zu einem gesunden Vereinsleben, da hier alle wichtigen
Entscheidungen und Beschlüsse gefasst werden,
die für alle unsere Mitglieder gelten.

6. Wann können Interessenten zu Ihnen kommen und einen Termin bzw.
Gartenbesichtigung machen? Unter welcher Telefon Nr. kann man Sie
erreichen?

Als Vereinsvorsitzende kann man mich telefonisch unter 0152/048 32 502
erreichen. Eine eigene Homepage und eine Vereins E-Mail Adresse haben
wir noch nicht, Vielleicht wird nach der Wahl ein jüngeres Vereinsmitglied
diese Aufgabe übernehmen. Selbst wenn aktuell mal kein Garten frei ist,
sind viele Anfragende bereit, sich vormerken zu lassen. Wir freuen uns über
Interessenten die gärtnern möchten.

7. Junge Familien haben Kinder. Kleingärten bieten den Familien und vor
allem Kindern wichtige Erlebnisräume und machen neugierig auf die Natur.
Was können Sie speziell für die jungen Familien anbieten?

Junge Familien sind gern gesehen. Die Harmonie zwischen den Altersstrukturen ist gut. Der Charme und die Neugier vieler Kinder an der Gartenarbeit oder der Natur weckt auch das Interesse der Nachbar - Oma bzw. des Nachbar -Opas. Diese sind oft gern bereit, etwas zu zeigen und zu erklären. Einen saftigen Apfel oder eine Handvoll Kirschen sind oft der Lohn. Gelebte Vereinstätigkeit ist für die Harmonie zwischen den Mitglieder sehr wichtig.


8. Kleingärten bieten aber auch jenen einen schönen Zeitvertreib die ihr Berufsleben schon beendet haben. Wie ist der Altersdurchschnitt Ihrer Mitglieder?

In unserer Anlage ist die Altersstruktur sehr gemischt. Die ältere Generation dominiert zurzeit noch. Aber wir haben viele Familien mit Kindern und Enkelkindern in jedem Alter. Für alle Vereinsmitglieder egal ob jung oder alt, groß oder klein, bietet das Vereinsleben eine gelungene Abwechslung in der Natur und fördert das private Familienleben.


9. Kleingartenvereine sind nicht nur grüne Oase sondern auch soziale
Begegnungsräume. Sind in ihrem Verein in Deutschland integrierte
ausländische Familien? Wie sind diese in das Vereinsleben eingegliedert?

In unserer Anlage gibt es einige Familie mit Migrationshintergrund, welche sich zumeist positiv, aber eben recht unterschiedlich integrieren. Es gibt eben doch sehr verschiedene Ansichten und individuelle Erfahrungen von Kleingartennutzung und Gestaltung. Hilfe wird unsererseits immer angeboten, oft auch gern genutzt. Bei den alljährlichen Sommerfesten sind diese Familien kaum vertreten. Leider spielen dabei, oft auch religiös bedingte Hemmnisse, wie Alkoholkonsum, Schweinefleisch beim Grillen und der gerade hier bei so einem Fest offene Umgang von Männer mit Frauen eine nicht unerhebliche Rolle. Wir als Vorstand glauben aber, das sich trotz erster Berührungsängste bald eine positive Akzeptanz einstellen wird. Ich als Vorsitzende des Kleingartenvereines und unsere Vorstandsmitglieder schätzen ein, das unsere Anlage als sehr Integrations- und kinderfreundlich zu definieren ist.
Ein harmonisches Miteinander wird immer angestrebt, Probleme kommen vor, waren aber bislang immer lösbar. Die Vielschichtigkeit und das gemeinsame Interesse und Miteinander macht das Vereinsleben in einem Kleingartenverein so lebenswert.


Werner Schumann
Presse/Öffentlichkeit
Kreisverband Nordhausen
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