Kur beendet, Verstopfung gelöst

Die "Wittelsbach" ist der ganze Stolz der Heringer Trecker-Freunde. Fürs Schleppertreffen am Wochenende haben sie die 77 Jahre alte Dreschmaschine wieder flottgemacht.
 
Schloss Heringen nach der Sanierung. Auf dem Hof findet am Wochenende das 7. Schleppertreffen des Heringer Trecker-Clubs statt.
Heringen: Schloss |

Heringer Trecker-Club brachte seine Schätze fürs 7. Schleppertreffen auf Vordermann

HERINGEN. Die gute alte Dreschmaschine, Baujahr ’36, haben sie aus dem Winterschlaf geholt und ihr eine Kur verpasst. Denn das Konstrukt der Firma Wittelsbach aus Nordhausen hatte zwei Jahre unberührt einer der Ecke der Vereinshalle geschlummert. 2011 war sie das letzte Mal aktiv gewesen. Doch nun ist’s vorbei mit der Ruhe!

„Jetzt muss sie wieder ran!“, sind sich die Männer vom Heringer Trecker-Club e.V. einig. Denn die sechs Meter lange Maschine wird der Hingucker des Schleppertreffens auf dem Heringer Schlosshof. Über Flachriemen wird sie mit einem Trecker verbunden, von dem sie die Kraft bezieht, um mit ihrem Dreschwerk das Korn aus den Ähren zu schlagen. Auch die Verstopfungen des Binders sind auskuriert und die Wehwehchen an Kleingeräten und Traktoren verarztet.

Zum 7. Mal zeigen der Heringer Trecker-Club, befreundete Vereine und Traktorensammler am kommenden Wochenende ihre nostalgischen Schätze und führen vor, was diese alles können. Ab Samstag früh steht die Parade auf dem Schlosshof bereit: Trecker und Schlepper von der Brockenhexe bis zum Normag und Pionier, aber auch landtechnische Geräte wie Pflug, Mähwerk, Ableger oder Windfegen.

Alle zwei Jahre lädt der Heringer Verein auf den Schlosshof, inzwischen schon zum siebten Mal. Voran gehen dem Treffen, das immer um die 2000 Besucher anzieht, Wochen voller Schufterei. Dann kramen, reparieren, montieren, schmirgeln und lackieren die Männer um Vereinsvorsitzenden Ralf Thiele so lange, bis alles aufgemotzt ist und funktioniert.

Domizil ist die Vereinshalle mit Werkstatt, die sich die Treckerfreunde in einer alten LPG-Halle in jahrelanger Arbeit eingerichtet haben. Hier ist ihr Bastler-Paradies, hier schwatzen sie und hier genießen sie gern auch ihr Feierabendbierchen.
Im „normalen“ Leben sind sie Maurer, Schlosser, Elektriker, Konstruktionsmechaniker und Rentner. Sie kennen sich aus in der Materie, scheuen sich vor keiner Arbeit. Ihr kuriosestes Gefährt ist eine T 100, eine Raupe, die vor der Halle thront. Die wollen sie wieder richtig aufmöbeln.


Zitat: „Wir wollen die Besucher für die alte Technik begeistern und zeigen, dass sie ohne Schickimicki auch heute noch funktionieren kann!“ Ralf Thiele, Vereinsvorsitzender Heringer Trecker-Club e.V.


Über Vereinsnachwuchs brauchen sich die 35 Mannen (inklusive ihrer Frauen) nicht zu beklagen. Bestes Beispiel ist Nicholas Junge, der 18-Jährige, den sie hier nur „Nicky“ nennen. Doch der junge Mann steckt voller Ideen, hat sich einen Dumper-Waran gebaut. Das 30 PS-starke Gefährt in Grün-Rot hat 200 Arbeiktsstunden bis zu seiner Vollendung geschluckt. Doch Nicholas ist stolz auf seinen Trecker, der sogar die Straßenzulassung hat. Klar, will Nicholas sein Schmuckstück auch benutzen: im Garten oder beim Heufahren.
Jeder der Treckerfreunde hat sein persönliches Gefährt, das er hegt und pflegt. Insgesamt besitzt der Verein 22 Fahrzeuge plus Leihgaben. „Unser Club betreibt auf dem Acker von Ronald Hesse sogar eine eigene Landwirtschaft“, verrät Ralf Thiele. „Irgendwo muss das Korn für die ‚Wittelsbach’ ja herkommen.“ Dreschvorführungen sind für die Kinder ein tolles Schauvergnügen. Aber auch die Erwachsenen kommen aus dem Staunen nicht heraus. - Am Wochenende ist wieder Schau- und Staunzeit!

Kontakt: 0174-4457469
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