Mit Brummtopf und Jodler

Unvergessen bleibt den Mitgliedern der Folkloregruppe Sülzhayn der 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010. Ihr Ensemble war aus allen Folkloregruppen des Harzes auserwählt worden, die offizielle Feierstunde im Brockenhotel musikalisch zu umrahmen. (Foto: Wille)
Von Bürgerreporter Rolf Wille
Seit über 40 Jahren begeistert die Folkloregruppe Sülzhayn und bewahrt Harztypisches vor dem Vergessen.

Bis Fe­bruar unterrichtete Wolfgang Schramm in seinem Heimatort noch Deutsch und Musik. Dann trat er nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand. Doch von Ruhe keine Rede! Mit Leib und Seele leitet er seit über vier Jahrzehnten auch die Folkloregruppe des Harzklub-Zweigvereins Sülzhayn. Dafür bekam er viele Auszeichnungen. Sie waren Dank für viele Probestunden, die die Folkloristen jeden Montag ab 19.30 Uhr im Förderzentrum in der Dr.-Kremser-Straße 37 absolvieren. Zwei Stunden sind angesagt, denn Mittelmäßigkeit lässt der musikalische Leiter nicht zu. Dafür hat der Musikpädagoge ein viel zu perfektes Gehör und zu große Freude am perfekten Ton.

Mit sieben Sülzhaynern, deren Herz für Harzer Brauchtum, den mehrstimmigen Gesang und den Harzer Jodler schlägt, hatte sich die Gruppe einst gegründet. Noch heute sind ihr Werner und Regina Werner aus Nordhausen sowie Bar­bara Bischof treu.

In ihrem Repertoire stellen die Folkloristen historische Harzberufe wie den Köhler, den Fuhrmann, den Nagelschmied, den Kuh- und Schafhirten vor. Authentisch werden die Auftritte durch Harzer Mundart und prunkvolle Trachten, in denen sich die Folkloristen zeigen. Auch ihre Instrumente sind heute vielfach nicht mehr bekannt.

Die Mitglieder der Folkloregruppe Sülzhayn vereinen neben dem Gesang in sich noch zwei weitere Künste: Sie fertigen Birkenblatt, Brummtopf und Hirtenhorn, um schließlich auf diesen altüberlieferten Instrumenten zu spielen. Teufelsgeige, Gitarre und Akkordeon fügen sich rhythmisch ein.

Auch die Jodler im Ensemble sind wahre Künstler. Sie beherrschen den Umschlag von der Brust- in die Kopfstimme perfekt. Mehrstimmige A-capella-Lieder unterstreichen die musikalische Vielfalt und den hohen Anspruch der Gruppe. Apropos Gruppe: Sie zählt heute 21 Mitglieder im Alter von 11 bis 75 Jahren.

Durch die großzügige Unterstützung des ehemaligen Ilfelder Forstwirtschaftsbetriebes musizierte die Folkloregruppe sogar auf internationalen Bühnen. Auftritte führten nach Sankt Petersburg (Russland), Lowetsch (Bulgarien) und Ostrow (Polen). In Deutschland sind die Sülzhayner quer durchs Land von Berlin und Braunschweig bis nach Osnabrück und Kahl am Main unterwegs. Selbst in Fernsehsendungen wie "Alte Liebe rostet nicht", "Oberhofer Bauernmarkt" oder "Wenn schon, denn schon" erfreuten die Sülzhayner mit ihren Darbietungen. Im Radio war ihre Musik ebenso zu hören wie bei Liveauftritten zu Volks- und Heimatfesten. Gemeinsam mit der Zorger Brauchtumsgruppe brachten die Sülzhayner sogar eine Musikkassette heraus.

Jährlich stellt sich die Gruppe den Jurys bei Jodlerwettstreiten in Hesserode, Altenbrak und Clausthal-Zellerfeld, um mit Meisterehren nach Hause zurückzukommen. Zum 50. Mal findet am 5. Juni der Südharzer Jodlerwettstreit statt. Zur Traumkulisse wird das Nordhäuser Gehege.

Besonders stolz sind die Laienkünstler auf ihren 15. Platz bei einem Wettbewerb der Zeitschrift "Daheim in Deutschland", die nach der beliebtesten Trachten- oder Folkloregruppe 2011 gesucht hatte. 35 Gruppen aus ganz Deutschland - von den Alpen bis zur Nordseeküste - hatten sich mit Bild und Ton beworben. Auf einen beachtlichen 15. Platz hatten die Leserzuschriften die Sülzhayner katapultiert – genau in die Mitte.
Dieser Erfolg ist für die Folkloregruppe Sülzhayn schönster Beweis dafür, dass ihre Musik bei den Fans ankommt - in ganz Deutschland!
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