Schlau wie die Germanen

Die Germanen-Mädchen Lucy, Nina, Danielle, Marleen und Angelique-Marie (von links) von der Funkenburg-Kindergruppe tragen Leinenkleiner und Tuniken. Diese sind handgefertigt aus Stoffen, die mit Pflanzen aus dem Wildkräutergarten gefärbt wurden.
Was Schul- und Ferienkinder im Freilichtmuseum „Funkenburg“ alles lernen können

Westgreußen. Krapp, Waid, Schöllkraut, Rainfarn – was den einen als Fremdwort und den anderen als Unkraut erscheint, wussten die alten Germanen vor rund 2000 Jahren sehr wohl zu nutzen. Sie färbten damit Wolle und Leinen, fertigten daraus Tunika, Wams, Hose, Kleid, Mütze und Strümpfe. Für Lucy, Nina, Danielle, Marleen und Angelique-Marie ist das nichts Neues. Sie kennen die Tricks ihrer Vorfahren, denn sie gehören zur Kindergruppe des Funkenburgvereins, kommen einmal in der Woche ins Freilichtmuseum in Westgreußen.

Hier entstand von 1992 bis 1998 aus ausgegrabenen Hausfunden nach historischem Vorbild eine germanische Höhensiedlung, die das Leben der vorrömischen Eisenzeit und frühen römischen Kaiserzeit nachempfindet. Benannt nach einer fälschlicherweise hier vermuteten Burg des Rittergeschlechts „vuncke“, vermittelt die „Funkenburg“ im 1:1-Modell viel Wissenswertes über das Leben der Germanen. Repräsentativ für deren Bauweise entstanden so aus Holz, Lehm und Schilf knapp 20 Bauwerke in der Vor- und Hauptburg. Stein und Metall gab es nicht, dafür nutzte man Rohstoffe aus der Umgebung.

Wie diese zu Hütten, Speichern und Häusern verbaut wurden, vermitteln Vereinsmitglieder und Mitarbeiter in Führungen und museumspädagogischer Arbeit bei Projekttagen oder in Feriencamps. Die kommen bei den Jüngsten super an! Bis zu 150 Kinder tummeln sich hier täglich im Feriencamp. Dann vermitteln Wolfgard Müller und ihre Mitstreiter Kindern bis zur 6. Klasse alte Handwerkstechniken und viel Wissenswertes über die Germanen. So erfahren die jungen Gäste dann auch, dass Krapp die Farbe Rot ergibt, Waid zu Blau wird, Schöllkraut gelblich-orange Töne hervorbringt und der Rainfarn zum Färben mit Grün verwendet wurde. Sie backen Brotlinge im Lehmbackofen und lernen das Nadelbinding, eine wollverarbeitende Technik ähnlich dem „Stricklieseln“. Klettern und ein Nickerchen auf dem Strohsack kommen auch nicht zu kurz. Doch übernachtet wird in richtigen Betten.


Termine:
Projkettage:
jederzeit;
Feriencamps:
30.7. – 3.8. (Restplätze), 6.8. – 10.8. verfügbar (hierfür wird noch ein Betreuer ab 18 Jahren gesucht)
Kontakt: Telefon 03636/704616, funkenburg@gmx.de
Infos: www.funkenburg-westgreußen.de
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