Einblicke in die Medizin um 1800: Der Geburtshelfer Johann Christian Stark und das Hebammenwesen in Neustadt an der Orla

Wann? 31.01.2016

Wo? Museum für Stadtgeschichte, Kirchpl. 7, 07806 Neustadt DE
Johann Christian Stark d.Ä. auf einer zeitgenössischen Darstellung. (Foto: Museum für Stadtgeschichte Neustadt an der Orla)
Neustadt: Museum für Stadtgeschichte |

Seit dem 3. September zeigt das Museum für Stadtgeschichte die Ausstellung „Der Geburtshelfer Johann Christian Stark und das Hebammenwesen in Neustadt an der Orla“.

Johann Christian Stark d.Ä. (1753 - 1811) zählte in der Zeit um 1800 neben Justus Christian Loder und Wilhelm Christoph Hufeland zu den herausragenden Medizinern an der Jenaer Universität und war ein geachteter Geburtshelfer. Stark erlangte Berühmtheit durch eine 1783 erfolgreich durchgeführte Kaiserschnittentbindung in Weimar und erwarb sich Anerkennung durch die Verbesserung geburtshilflichen Instrumentariums. Er war Herausgeber des 1787 erstmals erschienenen „Archiv für die Geburtshülfe, Frauenzimmer- und neugebohrner Kinder-Krankheiten“ sowie vieler medizinischer Lehrbücher.

Stark war Leibarzt der Weimarer Herzogsfamilie. Sein ärztliches Können wurde auch von Goethe, Schiller, Herder, Humboldt sowie von Hardenberg und deren Familien geschätzt. Er half bei der Geburt von Schillers Kindern und heilte Goethe im Januar 1801 von der Wundrose.

Johann Christian Stark war ab 1779 als Subdirektor, ab 1803 als Direktor des Accouchierhauses in Jena auch für die Hebammenausbildung im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach verantwortlich.

Unter den in Jena von Stark ausgebildeten Hebammen befand sich auch Margarethe Dorothea Sieber. Sie erwarb 1809 „mit vorzüglichen Kenntnissen“ ihr Zeugnis, wurde 1812 in Neustadt an der Orla als Hebamme angestellt, aber bereits drei Jahre später von ihrem Amt suspendiert. Ihre tragische Geschichte gibt einen ganz besonderen Einblick in die Medizingeschichte von Neustadt an der Orla.

Die anschauliche und informative Ausstellung wurde von Birgit Hellmann und Rosemarie Nöthlich erarbeitet. Dank sehr guter Quellenlage im Stadtarchiv gelang es Frau Nöthlich, in mühevoller Transkriptionsarbeit die zuvor digitalisierten Akten auszuwerten und so einen Bezug Johann Christian Starks zum Neustädter Hebammenwesen herzustellen.

Die Ausstellung läuft bis zum 31. Januar 2016.

Öffnungszeiten
Das Museum für Stadtgeschichte in Neustadt an der Orla ist mittwochs bis freitags von 12 bis 17 Uhr, samstags 10 bis 17 Uhr und sonntags 14 bis 17 Uhr geöffnet.
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