Flügelgeschichten - Die Krölpaer und ihr historischer Blüthner-Flügel

Der restaurierte Blüthner-Flügel in der Pinsenberghalle Krölpa. Lehrerin Katrin Wetzel sitzt probehalber am historischen Instrument. Fotos: Andreas Abendroth
Krölpa: Schloss Krölpa | Flügelgeschichten

Generationen spielten unwissentlich auf einem historischen Instrument

Von Andreas Abendroth

KRÖLPA. „Hier steht das wertvolle Stück“, betont die in der Gemeinde Krölpa zuständige Kulturmanagerin Heike Stephan.
Der Flügel aus dem Hause Blüthner ist ein wahres Schmuckstück. Doch das war nicht immer so.
Mehr Informationen bekomme ich von Jonas Chudasch, einem kulturinteressierten Krölpaer Bürger.
„Gebaut wurde der Flügel 1902 in der renommierten Leipziger Firma Julius Blüthner. Diese hatte ein sehr umfangreiches Instrumentenmuseum, welches bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Deshalb ist der Krölpaer Flügel eines der wenigen noch erhaltenen Instrumente aus der damaligen Zeit“, berichtet Herr Chudasch.
Und dieses historische Instrument hat eine harte, wechselvolle Geschichte erlebt. Wie er genau in den Ort kam, weiß heute keiner mehr.
„Er stand im Speisesaal der Schule, fristete ein Schattendasein. Pfleglich behandelt wurde er jedenfalls nicht“, wird betont.
Dass das Instrument nicht auf dem Sperrmüll landete, ist dem Lehrer Berndt Winter zu verdanken. Bei seinem Wechsel an das Gymnasium Pößneck wechselte der Flügel, per vertraglicher Regelung, mit.
„Dort stand er in der Aula, wurde regelmäßig genutzt. Als Herr Winter vor vier Jahren in den Ruhestand ging, wurde er nach Krölpa zurückgeführt.“
Erst jetzt erkannte man den Wert des Instrumentes, bei dem beispielsweise die Tasten aus Elfenbein sind. Die Gemeinde entschloss sich, ihn grundlegend restaurieren zu lassen. Man startete die Aktion „Flügeltaler – 110 Jahre Blüthner Flügel“.
„Dank verschiedener Sponsoren konnte das Instrument in Dresden generalüberholt werden“, betont Jonas Chudasch.
Nach einem Jahr steht der Blüthner Flügel wieder in Krölpa, erstrahlt in vollem Glanz. Er ist ein wertvolles Mosaiksteinchen im Konzept „Kulturort Schloss Krölpa“.
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2 Kommentare
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 07.11.2012 | 11:09  
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jahn Manfred aus Ilmenau | 09.04.2013 | 22:16  
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