Kreisfeuerwehrtag und Feuerwehrjubiläum in Neuenhofen

Die Neuenhofener Kameraden starteten als erstes von mehr als 20 Teams in den Löschangriff.
 
Vor dem offiziellem Beginn des großen Löschangriffes sind alle Teams am Wettkampfort versammelt, werden nochmals über die Wettkampfbedingungen informiert.
Neustadt an der Orla: Sportplatz | Ganz im Zeichen der Feuerwehr stand das gesamte vergangene Wochenende in Neuenhofen.
Mit einer Festsitzung am Freitag Abend begann das Fest, welches mit dem Kreisfeuerwehrtag am Sonnabendvormittag und einem Löschangriff von insgesamt 26 Wehren, darunter zwei Frauenmannschaften, und einem gemütlichen Ausklang am Sonntag zu einem Highlight im Ort avancierte.

Ortsbrandmeister Silvio Dees zog eine ausführliche Bilanz der örtlichen Wehr in der gut einstündigen Feierstunde, beförderte zugleich Andre Müller, Julia Müller und Juliane Eisensee zum Oberfeuerwehrmann bzw. zur Oberfeuerwehrfrau. An dieser Stelle bedankte er sich auch für die umfassende Unterstützung der Neustädter Kameraden sowie aller anderen Wehren der Neustädter Ortsteile. „Ohne diese tatkräftige Hilfe wäre so ein Fest nicht möglich“.
Für den gesamten Saale-Orla-Kreis von Bedeutung war der Kreisfeuerwehrtag am Sonnabend. Hier zog der Vorsitzende des Verbandes, Reimund Hofmann, eine umfassende Bilanz des Vorjahres. Er verwies darauf, dass im SOK 64 Mitgliedsvereine mit 1526 Kameradinnen und Kameraden im Kreisfeuerwehrverband mitwirken, aber 170 Wehren und insgesamt 3000 Kameraden aktiv sind. Am Sonnabend wurde übrigens die FFW Kirschkau in den Verband aufgenommen. Raimund Hofmann informierte über Gespräche mit Innenminister Jörg Geibert und über die Tatsache, dass der Katastrophenschutz ein Jahr nach der großen Flutkatastrophe noch immer keine konkrete Auswertung vorlegen konnte. An Hand der Einsatzzahlen des Vorjahres belegte er ausdrücklich, dass die Wehren mehr den je gefordert seien.

Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Henkel berichtete, dass 41 Jugendfeuerwehren mit 514 Mitgliedern im Vorjahr betreut wurden, dabei 9015 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet wurden. Als positiv bezeichnete er den nunmehr stetigen Informationsfluss zu allen Verantwortlichen. Zugleich mahnte er die Einhaltung diverser Rückmeldefristen an. Unzählige Aktivitäten auf Kreis- und Landesebene führte er auf, mit denen die Nachwuchskameradinnen und Kameraden in die Feuerwehrtätigkeit eingewiesen wurden.

In seinem Grußwort unterstrich Landrat Thomas Fügmann (CDU) die herausragende Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis für einen funktionierenden Brand- und Katastrophenschutz. "Das große Engagement der Kameraden in unseren Feuerwehren ist beispielgebend für ehrenamtliche Arbeit in unserer Region und verdient in besonderem Maß unsere Anerkennung. Als Landkreis werden wir auch bei schwierigen Haushaltsbedingungen in den kommenden Jahren weiter in unsere Feuerwehren für den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz investieren. Denn neben dem gut ausgebildeten, trainierten und motivierten Personal ist eine angemessene Ausrüstung die Voraussetzung für eine ordentliche Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im Landkreis." so Fügmann. Unverständnis äußerte für die FFW Schleiz, hofft auf eine Rückkehr der Kameraden in den Kreisfeuerwehrverband.

Den Löschangriff der 22 Männerteams gewann übrigens die FFW Peuschen mit 29,8 Sekunden. Bei den Frauen siegte die Wehr aus Lobenstein mit 46,3 Sekunden.

In der Diskussion zu den Berichten von Reimund Hofmann (Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes), Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Henkel und den Ausführungen von Landrat Thomas Fügmann stellte das Thema Tageseinsatzbereitschaft sowie Löschwasserversorgung ein zentrales Thema dar. Zum Thema Löschwasserversorgung gibt es einen großen Zwiespalt zwischen Zweckverbänden und Feuerwehr. Hier (in den Zweckverbänden) sollten die Bürgermeister nicht gegen sich arbeiten, in dem sie nur auf kleinste Leitungsquerschnitte Wert legen, sondern daran denken, dass auch genügend Löschwasser aus den Hydranten kommen muss. Doch auch die Tatsache, dass sich die Gemeinden oftmals auf den Stützpunktfeuerwehren ausruhen oder die Alarmierung der Kameraden per Piepser oder SMS noch immer nicht flächendeckend klappt, sich sogar Gemeinden diesbezüglich quer stellen (Piepser zu teuer, etc.), stieß den Kameraden unangenehm auf. Das Thema Feuerwehrmann im Ehrenamt brachte aus gegebenen Anlass Andreas Schmidt von der FFW Rehmen auf die Tagesordnung. Ein arbeitsloser Kamerad musste für das Jobcenter einen Fragebogen ausfüllen, sein Ehrenamt angeben und wurde daraufhin benachteiligt. „Das kann so nicht gehen“ meinte Lars Oschmann, Chef des Thüringer Feuerwehrverbandes und wollte in dieser Angelegenheit nachhaken. Auch gab es am Sonnabend große Irritationen darüber, dass das Landratsamt Herausgeber der Feuerwehrzeitung sei. Davon zeigte sich Landrat Thomas Fügmann ebenso überrascht, wie sein Büroleiter, Christian Herrgott. Klärende Gespräche erfolgen in den nächsten Tagen. Nicht zuletzt wurde noch mitgeteilt, dass der nächste Kreisfeuerwehrtag voraussichtlich am 6.6. in Langenorla-Kleindembach stattfinden wird.

Mehrere Ehrungen erfolgten im Rahmen des Kreisfeuerwehrtages am 14.Juni in Neuenhofen. So wurde Irmfried Müller aus der Alters- und Ehrenabteilung der FFW Blankenstein für 70 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr mit dem Großes Brandschutzehrenzeichen am Bande geehrt, gleichzeitig erhielt er die Ehrennadel des Thüringer Feuerwehrverbandes. Jürgen Hoppe aus der FFW Dreitzsch erhielt die Ehrennadel des Thüringer Feuerwehrverbandes. Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Henkel erhielt die erste Ehrenspange der Thüringer Jugendfeuerwehr in Silber, die im SOK verliehen wurde, aus den Händen von Landesjugendfeuerwehrwart , Jörg Deubert.
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Hannelore Grünler aus Artern | 28.06.2014 | 21:33  
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