Von einem der auszog, das Umweltbewusstsein zu verlieren

Betrachten und schmunzeln
Hartmut Bergner, Pößneck

Mein erstes Döntje
so nennt man in Norddeutschland heitere Kurzgeschichten

Eine Geschichte, die ihren Ursprung in einer Begebenheit während des Herbsturlaubes 2011 am Rhein hat.

Bereits am ersten Abend, wir saßen auf unsere Pensionsterrasse mit Rheinblick, schmeckte uns der unterwegs gekaufte Federweiße so gut, dass die Flasche - also ein Liter - alle wurde. Eigentlich kein Problem, denn schräg gegenüber, auf Sichtweite, war ein Obst- und Weinstand, der bis in die Abendstunden geöffnet hat und aus einem großen Tank das beliebte Getränk literweise verkauft. Also hin, am zweiten Abend, kurz vor dem Abendessen. Stopp! Da ist ja noch die leer getrunkene Flasche vom Vorabend. Ordentlich ausgespült kann die wieder gefüllt werden. Das spart Kosten, rettet die Flasche vor dem Bruch-Tod und nutzt vor allem der Umwelt. „Guten Abend! Ich hätte gern einen Liter Federweißen. Eine leere Flasche habe ich dabei." sage ich. „Gern, aber in ihre Flasche kann ich den nicht füllen. Darf ich nicht! Ich darf nur in garantiert heiß ausgespülte Flaschen." antwortet die ansonsten nett wirkende Verkäuferin. „Diese Flasche ist ausgespült", informiere ich die Fachfrau. „Mag sein, glaub ich Ihnen, aber ich war nicht dabei." Daraufhin ich: „Und nun?" Die Weinfrau: "Sie kaufen bei mir einen kleinen Kanister - kostet einen Euro - und ich Füll Ihnen bis zu drei Liter Federweißen rein. Ja ich weiß, klingt idiotisch.", hängt sie selbst noch an und ich ergänze: „Ist es auch." Mit dem Kanister können Sie aber jederzeit wiederkommen und nachfüllen lassen. "Auch ohne heiß auszuspülen?", will ich wissen. "Ein Kanister kann auch dreckig sein, dass ist nicht geregelt."
Sprachlos lege ich 3,20 Euro für einen Kanister plus einem Liter angegorenen Rebensaft hin und gehe über die Straße. Aber nicht wie in der bekannten Aral-Werbung - fröhlich den Kanister schwenkend und die inzwischen berühmte Melodie auf den Lippen - sondern einfach nur kopfschüttelnd. Im Übrigen hat dieser Federweiße nicht ganz so gut geschmeckt, wie der vom Vortag. Er hatte einen Nachgeschmack.
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