Kulturort oder eine bewusste Symbiose

  Krölpa: Schloss Krölpa | Kulturort oder eine bewusste Symbiose

Ein Barockschloss und sein neuer im Bauhausstil gestalteter Anbau

KRÖLPA. Auf meine Frage: „Was versteht man weitläufig unter einem Kulturort?“ bekam ich von meinen Kolleginnen und Kollegen prompte Antworten. Darunter verstehe man ein Theater, Museen, sakrale Bauwerke aber auch das Kino. Kurzum eben alles, wo es etwas zu sehen oder zu hören gibt. Und, was mit Historie verbunden werden kann.

Eine ganz andere Deutung des Begriffes „Kulturort“ wird einem beim Besuch in der Gemeinde Krölpa verdeutlicht.
Seit 1891 ist die Gemeinde Eigentümer eines Barockschlosses. Ab dieser Zeit ist das Gebäude eine Bildungsstätte in Form einer Schule. Eine Ausnahme gab es im Jahr 1945. Da wurden die Räumlichkeiten als Lazarett genutzt. Eine Schule, in der zeitweise um die 500 Schüler unterrichtet wurden. Doch dann kamen die geburtenschwachen Jahrgänge. 1995 musste man sich die Frage nach dem Erhalt des Schulstandortes stellen. Immer lauter wurde der Ruf nach Kompromiss-Modellen.
Eine Studie des Bundes brachte die Idee zu einem Dorfzentrum. Man begann mit der denkmalgerechten Sanierung des über 280 Jahre alten Gebäudes. Im Mitteltrakt konnte dabei ein großer Barocksaal wieder rekonstruiert werden, in dem 90 Personen Platz finden. 2007 waren die Baumaßnahmen abgeschlossen.
Im Schloss zog noch mehr Leben ein. Neben den Schülern kamen viele Einwohner und Gäste zu Konzerten, Ausstellungen und anderen kulturellen Veranstaltungen in das große Gebäude. Doch man merkte, die Platzkapazitäten waren schnell erreicht.
„Wir erinnerten uns an die erstellte Studie. Dort war der Vorschlag zu einem Anbau enthalten“, erinnert sich Bauamtsleiterin Mandy Schumann.
Die Idee zu einem multifunktionellen Gemeindezentrum war geboren. Was von 2009 bis zur Einweihung an diesem Wochenende geschaffen wurde, setzt Maßstäbe, die weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus eine Ausdruckskraft haben werden. Auf der einen Seite ein altes Barockschloss und daran angebunden ein Neubau aus Stahl, Glas und Beton. Das fertige Bauwerk hat auf den ersten Blick etwas vom im Bauhausstil errichteten. Durch die Glasbereiche fällt nicht nur Tageslicht in das Gebäude, sondern dem Betrachter werden aus dem Inneren Ein- und Ausblicke auf das Schlossensemble und die umgebende Natursteinmauer gewährt. Die erste bewusste Symbiose. Eine weitere betrifft die zukünftige Nutzung. Der Barocksaal im Schloss für kleinere Veranstaltungen wie Kammermusikabende, der neue Mehrzwecksaal als Turnhalle für den Schulsport, als Treffpunkt für Vereine und Kulturveranstaltungen, für Feierlichkeiten und Tagungen in der Gemeinde.
„Wir werden es schaffen, das neue Gebäude mit Leben zu erfüllen, so die Kulturbeauftragte der Gemeinde, Heike Stephan.
Das neue Ensemble wird die Bezeichnung „Kulturort Schloss Krölpa“ tragen. Ein positives Beispiel zur Erhaltung eines historischen Gebäudes in Kombination mit der Erhaltung eines Schulstandortes und der Möglichkeit des kulturellen Engagements im unmittelbaren Zentrum der Gemeinde.


HINWEIS:
Schloss Krölpa ist ein Barockschloss, das heute das Gemeindezentrum und die staatliche Grundschule Adolf Diesterweg beherbergt 1945 wurde in der Schule ein Notlazarett eingerichtet Die Besitzer von Gleichen-Rußwurm verkauften 1888 ihr Rittergut, im Schloss wurde für Krölpa und umliegende Dörfer eine Schule eingerichtet.
Die Gemeinde Krölpa liegt im Saale-Orla-Kreis, kurz vor der Kreisgrenze zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.
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