Idee für den Saale-Orla-Kreis – ein Seniorenbüro!

Diskussion zur Regionaltagung in Schleiz (Foto: Nachhaltigkeitszentrum Thüringen NHZ)
 
Stationen zum Regionaltag in Schleiz (Foto: Nachhaltigkeitszentrum Thüringen NHZ)
 
Landrat Fügmann inmitten von Teilnehmern der Regionaltagung (Foto: Nachhaltigkeitszentrum Thüringen NHZ)

Die Idee eines Seniorenbüroswar für einige der 50 Teilnehmer/-innen der Regionaltagung zur Gestaltung des Miteinanders von Alt und Jung im SOK, welche am 6. Juli 2015 in der Wisentahalle, Schleiz stattfand, doch neu.

Über 355 Seniorenbüros gibt es in Deutschland. Diese agieren als Entwicklungszentren für impulsgebende Seniorenarbeit und entwickeln Ideen, deren Umsetzung das Gemeinwesen einer Kommune bereichert und den Zusammenhalt stärkt. In ihrer Arbeit sind die Seniorenbüros sehr vielfältig, sie sind Anlauf- und Kontaktstellen für die ältere Generation für Beratung, Information, aber auch Initiatoren von Projekten, fördern das Engagement der älteren Menschen vor Ort und das generationsübergreifende Miteinander. „Ein Seniorenbüro kann sich nicht von allein tragen, es braucht eine Trägerschaft, ob nun Kommune, Wohlfahrtsverband, freier Trägerschaft oder ein Mix davon. So ein Seniorenbüro, beispielsweise in Schleiz, das wäre schon ein guter Anfang.“, so Ina Jaeger, Leiterin des Soziokulturellen Forums der Marie-Seebach-Stiftung Weimar und eine der Koordinatorinnen des Netzwerkes „Gut leben und alt werden im SOK“, welches gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitszentrum Thüringen diese Regionaltagung organisiert hat.

Der kecke Titel „Alte Zöpfe & junges Gemüse“ machte neugierig auf das, was sich dahinter verbergen könnte. Das Anliegen an diesem Tag war, das Netzwerk „Gut leben und alt werden im SOK“, welches seit 2013 besteht vorzustellen, sich auszutauschen und gemeinsam neue Ideen und Ansätze zu diskutieren, um sich den Auswirkungen des demografischen Wandels im Landkreis mit Lösungsstrategien und auch praktischen Umsetzungen zu stellen. Die Initiatoren dieses Netzwerkes sind die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH, die Marie-Seebach-Stiftung Weimar in Kooperation mit dem Landratsamt. Mit-arbeiter aus der sozialen Arbeit, dem Gemeinwesen, des Landratsamtes, der Kirchenkreissozialarbeit, Vertreter von Verbänden, Wohnungsbaugenossenschaften, Bürgermeister und engagierte Bürger/-innen gehören ihm an.

Landrat Thomas Fügmann sprach in seinem Grußwort davon, dass den Menschen eine Lebensqualität geboten werden soll, damit die jüngeren Menschen eine berufliche Perspektive haben, gern hier leben und auch hier alt werden wollen. Auch unkonventionelle Ideen sind da gefragt, Beispiele gibt es genug.

An drei Stationen konnten die Teilnehmer/-innen sich informieren und ins Gespräch kommen.

Die Station „Familienfreundlicher Landkreis“ war durch Olivia Körner-Töpfer, Leiterin des MGH Pößneck und Regine Kanis, der Demografie- und Generationenbeauftragten des SOK kompetent besetzt. Regine Kanis betonte, dass das Wissen der Akteure voneinander ganz wichtig in einem Flächenlandkreis ist. Ob Spielplätze, Tages- oder Sportangebote – hier sollten zunehmend die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen selbst einfließen. Auf der Wunschliste stand auch die Schaffung von Praktikumsmöglichkeiten insbesondere in Landwirtschaftsbetrieben der Region, um hier engere Beziehungen zu erhalten.

Der Bürgermeister von Schleiz, Juergen K. Klimpke war Ansprechpartner an der Station zu kommunalen Strukturen im demografischen Wandel. Er sprach davon, dass gute Strategien in Sachen Demografie sich dadurch auszeichnen, dass man alle Generationen im Blick hat, denn auch die Generation, die das Geld erwirtschaftet für die jungen und alten Menschen, brauchen gute Voraussetzungen. Aus dem Blickwinkel der unterschiedlichsten Akteure wurde als generelles Problem in ländlichen Regionen, so auch im SOK, der Zuzug aus dem Umfeld in die zentraleren Orte festgestellt. Ursachen dafür werden in der, vor allem für ältere Bürger fehlenden Infrastruktur gesehen. Der in Schleiz gegründete Seniorenbeirat arbeite seit Jahren erfolgreich. Um die Interessen der Jugendlichen besser wahr zu nehmen, ist die Schaffung eines Jugendforums in der Diskussion. Vorhandene Dorfgemeinschaftshäuser könnten sich zu Bürgerzentren weiter entwickeln, die Finanzierung bestehender Häuser werde allerdings zunehmend schwieriger. Unter der Rubrik: Was ist noch notwendig? gab es unter anderem für den ÖPNV die Forderung nach flexibleren Lösungen. Kommunen (auch Ortsteile) sollten sich vom „Kirchturmdenken“ verabschieden und gemeinsam tragfähige Lösungen für anstehende Aufgaben finden.

Manuela Luther vom Kontaktbüro für pflegende Angehörige im Haus der Diakonie in Bad Lobenstein stellte an der Station „Gut alt werden“ das im Rahmen der Arbeit des Netzwerkes entstandene und beim Wettbewerb um den Thüringer Zukunftspreis 2014 prämierte Projekt zur Begleitung und Unterstützung von pflegenden Angehörigen vor. Ehrenamtliche werden geschult und stehen dann als entlastendes Angebot pflegenden Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Demenz ist ein Thema, welches immer mehr in den Vordergrund rückt und wo Hilfe und Unterstützung zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung sowie der Lebensqualität der Betroffenen benötigt wird. In diesem Zusammenhang wünschten sich die Gesprächsteilnehmer beispielsweise zukünftig mehr Aufklärung über Demenzformen. Als notwendig erachtet wurden dabei die Organisation von entsprechenden Veranstaltungen / Vorträgen sowie die Stärkung vorhandener Angebote wie Selbsthilfegruppen, um die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung zu fördern.

Nach dem Motto: Man muss das Rad nicht neu erfinden – andere haben auch Ideen! lag eine Materialsammlung zum Thema Quartiersentwicklung im ländlichen Raum zur Einsicht aus. Diese kann über das Netzwerk bezogen werden.

Den bunten Strauß an Ideen und Lösungsansätzen der Veranstaltung fasste Jana Severin vom Nachhaltigkeitszentrum Thüringen in ihrem Fazit zusammen. Großeltern – Vermittlungsagentur, Nachbarschaftshilfe, Rufbusse wurden genannt. Einige dieser Wünsche könnten durch den Aufbau eines Seniorenbüros durchaus realisiert werden.

Sich selbst auf den Weg machen, partnerschaftlich mit der Kommune und den Akteuren vor Ort – so ein Netzwerk ist offen, es braucht weitere Mitstreiter/-innen… - machen Sie mit! Kontakt: Ina Jaeger, Fon 03643-242641, E-Mail: IJaeger@marie-seebach-stiftung.de.

Ina Jaeger, Marie-Seebach-Stiftung Weimar
Saskia Schiller, Nachhaltigkeitszentrum Thüringen NHZ
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