Erstens kommt es anders,…

Wann? 18.08.2011 20:00 Uhr bis 21.08.2011 20:00 Uhr

Wo? Messepark, In den Moselauen 1, 54293 Trier DE
Trier: Messepark | Unerwartetes Ende für Rallyegarage bei Rallye-WM in Trier

Chemnitz/Pößneck, den 26.08.2011

Groß waren Hoffnung und Vorfreude beim Team der Rallyegarage aus Chemnitz, das bereits am Montag vor zwei Wochen zu seinem ersten Einsatz bei einem Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft, der ADAC Rallye Deutschland, nach Trier startete. Noch größer waren dann die Emotionen und Eindrücke, die der Chemnitzer Fahrer Mark Muschiol (37 Jahre) mit seiner Pößnecker Co-Pilotin Jenny Gäbler (25 Jahre) erleben durfte, als sie Donnerstagnacht über die beleuchtete Porta Nigra rollen durften, dir vor beeindruckender Zuschauerkulisse die nachfolgenden drei Rallyetage einläutete.

Fast 190.000 Zuschauer verfolgten über das komplette Wochenende die insgesamt 80 gestarteten Rallyeteams im WM-Feld auf ihrer Fahrt durch die Mosel-Weinberge, den Truppenübungsplatz Baumholder und durch das nördliche Saarland. Ebenso beeindruckend verlief der Start für das sächsisch-thüringische Team der Rallyegarage am Freitagmorgen. Auf der ersten, 24 km langen, Wertungsprüfung (WP) Ruwertal/Fell erreichte das Duo mit ihrem kleinen aber wendigen Renault Clio Ragnotti in den Weinbergen eine 58. Gesamtzeit, mit einem Abstand von fast einer Minute auf den Zweitplatzierten in ihrer Klasse. Auf WP 2 allerdings ereilte das Team bereits überraschend das Aus. Fahrer Mark Muschiol machten plötzlich auftretende Schweißausbrüche, Zitteranfälle und massiver Konzentrationsverlust auf der Wertungsprüfung zu schaffen. Aus Sicherheitsgründen entschied sich das Team aus diesem Grund den ersten Tag vorzeitig zu beenden.

Nach einem Besuch des Medical Centers im Servicepark in Trier, mit guten Tipps eines Arztes im Gepäck, startete das Team am Samstagmorgen zum 2. Tag erneut. „Die Zeitstrafe von 25 Minuten für den Ausfall am ersten Tag interessierte uns nicht, schließlich ging es für uns an diesem Wochenende lediglich darum Spaß zu haben und Erfahrungen zu sammeln.“ so Co-Pilotin Jenny Gäbler frohen Mutes. Gleich die erste WP Hermeskeil des zweiten Tages mit einem Schotteranteil von 13 % bereitete dem Schotter-erprobten Piloten der Rallyegarage großen Spaß. Einen Aha-Moment, der glücklich endete, erlebte das Team auf der WP 8 Bosenberg, als sie eine schnelle Linkskurve zu weit innen anfuhren, von der Strecke abkamen, und einige kleine Bäume und Sträucher dem Renault Kratzer und Beulen bescherten. Die durch den Ausritt verstellte Spur des Clios konnte Mark Muschiol auf der Verbindungsetappe wieder richten.

Auf der WP 9 Birkenfelder Land machte ein schleichender platter Reifen der Crew zu schaffen, die sich jedoch noch bis ins Ziel und zum anstehenden Reifenservice danach retten konnte. Anschließend stand das Highlight der Deutschland Rallye, und die letzte Prüfung der Vormittagsschleife, auf dem Programm. Die WP 10 Arena Panzerplatte, mit einer gigantischen Länge von 34 km, absolvierte das Team mit einer WP-Fahrzeit von etwas mehr als 25 Minuten. „Ich glaube wir sind beide noch nie über eine so lange Distanz am Stück Rallye gefahren. Das geht enorm an die Substanz von Fahrzeug und Piloten.“ so Co-Pilotin Jenny Gäbler im Nachhinein. Leider war diese Anstrengung auch zu viel für den angeschlagenen Fahrer Muschiol, den nach der Mammut-WP, bei 30 Grad im Schatten Außentemperatur, erneut Schwindel und Schweißattacken ereilten.

Zur Beruhigung der 10-köpfigen Servicecrew, Beifahrerin, Freunden und Familie entschied sich das Team nach diesem erneut missglückten Versuch die Rallye zu beenden, die endgültige Ausfallmeldung im Rallyebüro in Trier abzugeben. „Trotz aller Euphorie und finanziellem Aufwand bei solche einem großen Einsatz, steht die Sicherheit der Fahrer immer im Vordergrund.“ ist Co-Pilotin Jenny Gäbler überzeugt.

Welche enorme Belastung für Mensch und Material mit so einem großen WM-Lauf verbunden ist, zeigt allein die Zahl, dass am Schluss nur 48 Rallye-Teams das Ziel am Sonntagnachmittag erreichten. „Trotz dieses unerwarteten, schnellen Endes war es für uns eine aufregende Erfahrung die super Organisation des Veranstalters, die Rallye-WM-Stars einmal hautnah und die überaus anspruchsvollen Wertungsprüfung einer solchen Veranstaltung selbst erlebt zu haben.“ so resümiert Fahrer Mark Muschiol, den nun zu Hause in Chemnitz angekommen ein gründlicher Check-Up durch den Arzt erwartet.


Text: Mark Muschiol/Jenny Gäbler
Foto: Cornell Hache
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