Zeltner gegen die Götter

  Wasserfestspiele bei 52. Sparkassen DMV Thüringen Rallye am vergangenen Wochenende

Pößneck, 05.06.2013.

Am vergangenen Wochenende sonnten sich die Götter beim gleichzeitig stattfindenden griechischen Rallye-Weltmeisterschaftslauf, der Akropolis Rallye, auf ihrem Olymp und vergaßen dabei wahrscheinlich, dass auch in Pößneck, zur 52. Thüringen Rallye, etwas Sonne nicht schlecht gewesen wäre. Stattdessen öffneten sie alle Schleusen und ließen über das gesamte Wochenende sinnflutartige Regenfälle über Ostthüringen hernieder.

Doch davon ließen sich weder die 76 gestarteten Teilnehmer noch der veranstaltende MSC Pößneck e.V. im DMV selbst beindrucken und traten den Kampf gegen die Naturgewalten an: Wertungsprüfungen, die sich in Sturzbäche verwandelten; auf Straßen gespülte Schlamm- und Geröllmassen, denen nur die ausrückende Technik des Winterdienstes Herr werden konnte; ein Serviceplatz, der mit Wassermassen und Schlamm zu kämpfen hatte und letztendlich alle Beteiligten und Helfer der Rallye, die bei Wind und Wetter ausharrten, machten aus der 52. Auflage der Thüringen Rallye die wahre „Rally of Heros“.

Auf dem Siegertreppchen ganz oben standen am Ende Ruben und Petra Zeltner, die sich als wetterfeste Kämpfer erwiesen und ihren Porsche 996 GT3 mit 1:29 min Vorsprung auf den Zweitplatzierten ins Ziel hetzten. Mit sieben von neun Wertungsprüfungs-Bestzeiten gewann das Team Zeltner wohl eine der schwierigsten Thüringen Rallyes der Geschichte souverän und zeigte wieder einmal, dass sie den Porsche bei jeder Wetterlage beherrschen. Mit ihrem Sieg schafft das sächsische Team den Hattrick in Thüringen und gewinnt die Veranstaltung zum dritten Mal in Folge. Zugespielt hat ihm dabei, dass sein ärgster Konkurrent Olaf Dobberkau aus Schleusingen krankheitsbedingt vorzeitig am Freitagmorgen die Segel streichen musste.

Beim Kampf um Gesamtrang zwei sah es schon spannender: Hier duellierten sich der Tscheche Věroslav Cvrček (Škoda Fabia Super 2000) und der Engländer Graham Coffey (Subaru Impreza S12B WRC). Bis zur entscheidenden WP 7 lieferten sich beide einen harten Schlagabtausch und wechselten des Öfteren die Positionen. Coffey mit seiner Schleizer Co-Pilotin Jenny Gäbler hatte jedoch auf Wertungsprüfung 7 in Stelzendorf mit einer komplett beschlagenen Frontscheibe zu kämpfen. Fast im Blindflug unterwegs, blieb ein Ausritt neben die Strecke nicht aus. Auf Grund der hier verlorenen wichtigen Zeit musste sich das britisch-deutsche Team im Endergebnis mit 10 Sekunden Rückstand auf Cvrček mit Platz 3 zufrieden geben. Der junge Tscheche war indes überglücklich und sehr zufrieden mit seinem 2. Platz auf dem Podium. Auf den weiteren Plätzen ordneten sich Jürgen Geist (BMW M3) auf Platz 4 ein, der damit die Führung in der Deutschen Rallye Serie übernimmt, sowie Tomas Kurka (Mitsubishi Lancer EVO X R4) aus Tschechien.

Dass auch kleine Autos bei den großen ganz vorne mitmischen können, bewiesen erneut Bernd Michel und Bernd Hartbauer im Opel Astra GSI, die Gesamtrang 6 und einen haushohen Klassensieg einfuhren. Die Top-Ten komplettieren Moufang/Kees (Opel Kadett C), Ramonat/Schmidt (Mitsubishi EVO 7 RS), Tomek/Zeman (Renault Clio R3 Maxi) und Stölzel/Windisch (Porsche 911 GT3).

Bemerkenswert verpasste Niklas Faust auf seinem Honda Civic um nur 2 Sekunden die Top Ten. Der junge Franke lieferte eine perfekte Vorstellung ab und gewann seine Klasse mit deutlichen 2:38 min Vorsprung. Auch konnte sich Veit König mit Co Henry Wichura freuen, der nach langer Durststrecke endlich wieder einen Erfolg feiern durfte. Wichura kommentierte das Thüringische Unwetter nur mit den Worten „Es ist Veitwetter!“ und machte klare Ansage auf den Klassensieg. Und so sollte es auch kommen: Veit König gewann die Klasse 9 mit 4:53 min Vorsprung.

Für den gastgebenden MSC Pößneck e.V. im DMV starteten neben Věroslav Cvrček, Graham Coffey und Raphael Ramonat auch Mike Czekalla (Weira) mit Co-Pilot Nils Heusing im Opel Astra F GSI 16V. Mit einem 23. Platz im Gesamtklassement und dem 3. Platz in der Klasse konnten sie die Regenschlacht erfolgreich beenden. Weitere lokale Clubfahrer wie Sven Wesotowski, Thomas Muhm, Sebastian Klett und René Sebesta erfreuten die Zuschauer als Vorausfahrzeuge oder im historischen Feld.

Voller Respekt gebührt zu guter Letzt allerdings dem Veranstalter und all seinen Helfern, die noch bis Samstagmorgen Strecken freiräumten, um die Rallye sprichwörtlich nicht ins Wasser fallen zu lassen. Dank möchte der MSC Pößneck insbesondere auch dem Landratsamt Saale-Orla-Kreis, der Stadt Pößneck, allen beteiligten Feuerwehren des Saale-Orla-Kreises sowie der Polizeiinspektion Saale-Orla aussprechen, durch deren Unterstützung die Durchführung der Veranstaltung bei schwierigsten Wetterbedingungen ermöglicht wurde. Auch möchte der Veranstalter öffentlich betonen, dass es Rettungsdiensten jederzeit ermöglicht wurde, durch die Rallye gesperrte Straßen zu passieren, um Einsätze nicht zu behindern.

Alle Ergebnisse, Foto-Impressionen sowie weiteres Interessantes rund um die 52. Thüringen Rallye ist im Internet unter www.thueringen-rallye.com zu finden.

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Text: Jenny Gäbler, Pressesprecherin MSC Pößneck e.V. im DMV / Mirko Stelzmann
Foto: Cornell Hache

BU 1: Ruben und Petra Zeltner freuten sich auf der Zielrampe auf dem Pößnecker Marktplatz sichtlich über die gewonnene Regenschlacht.

BU 2: So anspruchsvoll die Bedingungen auch waren – spektakuläre Szenen bot die 52. Thüringen Rallye 2013 allemal, hier der Engländer Graham Coffey im Subaru Impreza S12B WRC.
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