Achtung Hausbesitzer: Schneefälle erhöhen Dachlasten

Saalfeld/Saale: Landratsamt | Schneefälle erhöhen Dachlasten

Hinweise für Hausbesitzer

SAALFELD. Der viele Schneefall der letzten Tage hat dazu beigetragen, dass auch in unserem Landkreis mehr Schnee auf den Dächern liegt. Am heutigen Tage kam Nassschnee hinzu, welcher die Dachlasten erhöht. Der Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamtes möchte mit dieser Information auf die teils hohen Schneelasten aufmerksam machen.

Die Schneelast, welche der DIN 1055-5 „Lastannahmen für Bauten – Verkehrslast; Schneelast und Eislast“ zu entnehmen ist, wird standortbezogen vorgegeben und ist dem Standsicherheitsnach-weis des jeweiligen Gebäudes zu entnehmen. Sie ist zugleich auch die Schneelast, welche auf dem Dach des Gebäudes nicht überschritten werden soll. Eine gewisse Überschreitung der zulässigen Schneelast wird – ebenso wie die Alterung und geringfügige Abweichungen bei der Planung und Herstellung des Gebäudes – durch entsprechende Sicherheiten beim Standsicherheitsnachweis berücksichtigt.

Hilfsweise können Auskünfte über die jeweilige zulässige Schneelast bei der unteren Bauaufsichtsbehörde oder einem örtlichen Ingenieur- oder Architekturbüro eingeholt werden.

Sollten die Wetterdienste weiterhin vor Schneefällen warnen, sollten sich die Hausbesitzer Gedan-ken machen, ob das Dach nicht vorsorglich von Altschnee befreit werden muss, oder ob es noch in der Lage ist, zusätzlich zu der vorhandenen Schneelast die angekündigte Belastung schadlos auf-zunehmen.

Hinweise zur Schneelastmessung liefern viele Quellen, wir möchten an dieser Stelle jedoch nur auf die des Deutschen Feuerwehrverbandes verweisen:
http://www.lvff-berlin.de/documents/FE_Einsatzstra...
und ein Beispiel nennen:
Zur Ermittlung der Schneelast auf dem Dach ist das tatsächliche Schneegewicht zu bestimmen. Zur Vermeidung von Unfällen ist auf die Sicherung der Person zu achten, die die Messung auf dem Dach vornimmt. Eine mögliche Messmethode ist im Folgenden erläutert:
Mit einer Ausstechvorrichtung, z. B. einem Kunststoff- oder einem Ofenrohr, wird auf dem Dach senkrecht zur Dachfläche ein Bohrkern über die gesamte Schneehöhe ggf. einschl. Eisschicht von Oberkante Schnee bis Oberkante Dach entnommen. Gegebenfalls muss der Schnee in der Aus-stechvorrichtung beim Ziehen gegen Herausrutschen durch ein eingeschobenes Blech gesichert werden. Dann wird der Schnee (ohne Ausstechvorrichtung) gewogen. Das Schneegewicht in kg pro m² errechnet sich wie folgt:

Schneegewicht [kg] / Öffnungsfläche der Ausstechvorrichtung [m²]

Lässt sich die Eisschicht nicht durchstechen und mit dem Bohrkern ziehen, kann die Höhe der Eis-schicht in Zentimeter gemessen und das Eisgewicht abgeschätzt werden. Es muss dann dem Schneegewicht pro m² hinzugerechnet werden. Für eine 1 cm dicke Eisschicht kann dabei ein Eis-gewicht von ca. 9 kg/m² angesetzt werden.

Beispiel:
Schneeentnahme mit Rohr, Innendurchmesser d = 0,1 m;
Öffnungsfläche des Rohres:
0,1² / 4 * 3,14 = 0,0079 m²

Schneegewicht: 2 kg.
Daraus errechnet sich ein Schneegewicht pro m² von
2 kg / 0,0079 m² = 255 kg/m²
das entspricht einer Schneelast von 2,55 kN/m²
Quelle: http://www.feuerwehr-pentling.de/Schnee_auf_D%C3%A...


Frank Thomzyk
Kreisbrandinspektor
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