20 Jahre Technisches Denkmal "Historischer Schieferbergbau" Lehesten: Zwei Bergmänner erinnern sich

Werner Liebeskind (li) und Bernd Adolph Sind bergleute aus Leidenschaft. Gerne zeigen sie Interessierten, wie das Blaue Gold Thürigens, wie der Schiefer heir bezeichnet wird, verarbeitet wird. Foto: Andreas Abendroth
Lehesten Thür Wald: Technisches Denkmal | Auf der Spur des Blauen Goldes

Bergmänner erinnern sich / Das Technische Denkmal „Historischer Schieferbergbau“ Lehesten besteht seit 20 Jahren

Von Andreas Abendroth

LEHESTEN. „Schiefer ist pure Natur. Ein Sedimentgestein, welcher vor rund 330 Millionen Jahren entstanden ist“, betont Werner Liebeskind. Gemeinsam mit Bernd Adolph wollen mir die beiden ehemaligen Bergmänner einen kleinen Einblick in den Schieferabbau in Lehesten geben.
„In unserer Region wurde hochwertiger Schiefer für die Dach- und Wandschieferproduktion gefördert. Die Anfänge des Abbaus liegen im 13. Jahrhundert“, wird berichtet.
Ich erfahre, dass 1975 die Gewinnung über Tage eingestellt wird. Die Rohmaterialgewinnung erfolgt nun ausschließlich im Tiefbau. Unter Tage, auf vier Sohlen. Bis zum 31. März 1999. Dann ist die Lagerstätte erschöpft. Die Produktion wird endgültig eingestellt.
„Man muss auch immer sehen, dass der Bergbau, der größte Arbeitgeber in der Region, in Ostthüringen war. 1969 waren 350 Mann hier im Bereich des Bruches beschäftigt.“, betont Werner Liebeskind.
Ein großer personeller und struktureller Einschnitt entstand aber bereits 1961. „Die halbe Belegschaft kam damals aus dem Oberfränkischen. Dann kam der sozialistische Schlussstrich mit dem Grenzbau. Die fränkischen Kollegen durften noch vier Wochen hier tätig sein. Kontakte gab es danach nur durch einen privaten Briefverkehr“, erinnert sich Bernd Adolph.
Bereits in den 70er Jahren kamen Denkmalschützer zu der Erkenntnis, dass die Göpelschachtanlage und die umliegende Anlage der Schieferverarbeitung erhalten werden muss. Dagegen standen Vorhaben der Sicherheitsorgane. „Sie wollten alles im Rahmen einer Großübung: „Schlupfwinkelbeseitigung an der Staatsgrenze“ abreißen“, berichtet Werner Liebeskind. In der sprichwörtlich letzten Minute konnte die jedoch verhindert werden.
Heute präsentiert sich der Bergbaubereich als Technisches Denkmal „Historischer Schieferbergbau“. Erlebbare Technik am Originalstandort. Für die ganze Familie.
„Während einer Führung erhalten die Besucher Einblicke über den Werdegang des Schiefers. Von der Gewinnung im Tagebau, über die Förderung in Europas einzigartiger Göpelschachtanlage, bis zur Verarbeitung in der historischen Spalthütte“, so Werner Liebeskind.
„Und natürlich darf man sich in der Spalthütte auch selbst einmal ausprobieren“, ergänzt Bernd Adolph.
Mit ihrem Engagement möchten die beiden Bergleute, sowie Mitstreiter aus der Region, die jahrhunderte alte Tradition des Schieferbergbaus am Leben erhalten. Das Wissen generationsübergreifend weiter geben.

INFORMATIONEN:
- Das Technische Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ feiert am 1. Mai 2013 sein 20-jähriges Bestehen.
- An diesem Tag erfolgt auch die offizielle Einweihung eines Rundwanderweges im Bergbaubereich.
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