Anton Sommers Liebeserklärung an die Heimatstadt und seine Einwohner

  Bei bestem Wetter, Petrus schien sich für das Sauwetter vom 02. Juni entschuldigen zu wollen, luden Gunter Linke, das Mandolinenorchester Rudolstadt mit einem Doppelsextett oder auch „Duzett“ unter der Leitung von Hannes Grübler, sowie das Team um Daniel Starost, das für Kaffee, leckeren Thüringer Kuchenteller und andere Erfrischungsgetränke sorgte, zu diesem sehr unterhaltsamen mundartlichen Nachmittag, in den in voller Blüte stehenden Rudolstädter Handwerkerhof ein.
Nachdem noch eine Woche vorher zum 23. TFF, Musik und Kultur aus aller Welt zum Verweilen auf diesem idyllischen Fleck, mitten im Zentrum Rudolstadts eingeladen hatte, war es diesmal ein rein heimatbezogenes Ereignis, was die Rudolstädterinnen und Rudolstädter anzog, nämlich die Festveranstaltung zum 125. Todestag unseres Rudolstädter Ehrenbürgers, Lehrer und Predigers Anton Sommer (11. 12. 1816 bis 01. 06. 1888).
Leider konnte diese Veranstaltung auf Grund der Wetterunbilden Ende Mai, Anfang Juni, nicht stattfinden.
Es gehen ja Gerüchte, dass Sommer in Persona, Petrus zu diesen Regengüssen veranlasste, weil die amtierenden Stadtvorderen in Kultur, Politik und Kirche seiner Heimatstadt, ihn und sein Gesamtwerk für Rudolstadt scheinbar völlig vergessen haben.
Kein Wort im Blatte oder sonst irgendwo, ausgenommen dem Stadtarchiv, das in seiner jährlichen Broschüre der Rudolstädter Jubiläen, Anton Sommer nicht vergaß.
Vielleicht kam deshalb auch bei dieser Veranstaltung am Wochenende aus lauter Scham keiner der eben Angesprochenen, dem Ehrenbürger der Stadt die Ehre zu erweisen.
Ein trauriges Zeugnis, wie die Schillerstadt Rudolstadt mit ihren eigenen historisch bedeutenden Persönlichkeiten umgeht.
Im Gegensatz dazu haben die nicht in der Pflicht stehenden Rudolstädterinnen und Rudolstädter eine andere Einstellung.
Innerhalb kürzester Zeit waren sämtliche Plätze und Tische besetzt, das die später Erschienenen nur noch Platz auf den Stützmauern und Bänken fanden.
Nachdem Gunter Linke die interessierten Gäste einführend über Anton Sommers Leben und Wirken in seiner Heimatstadt hingewiesen hatte, erklangen zum ersten Mal die Mandolinen der Damen und Herren um den Orchesterchef Hannes Grübler um mit Melodien aus Deutschland, Italien, Spanien und Russland zu begeistern.
Das wiederum rief den, sich inzwischen zu einem Altstädter Bürger verwandelten Mundartvortragen Gunter Linke auf den Plan, der dann, wie es in den 1850iger Jahren der Geheime Hofrat Göttling ausdrückte, in breitmäuliger Rudolstädter Sprache, die Zuhörerschaft über’s „Rudolstädter Paradies“ aufklärte, um dann mit den Sommer-Klassikern, wie „Mein Rudolstadt“ und „Unsere drei Hauptsachen“, dahin zu kommen, wie beispielsweise ein gutes Bier beschaffen sein muss und wie man die Qualitätsgüte des Bieres prüft.
Bier hatte ja eigentlich in Rudolstadt mal eine ganz große Bedeutung, immerhin gab es, die Alt und Neustadt mal zusammengefasst mindestens 6 Brauereien, aber in den letzten Jahren sorgten die zwei ansässigen, aber nicht hier brauenden, nur noch für unrühmliche Schlagzeilen, mit ihren sinnlosen Prozessen vor deutschen Gerichten.

In harmonischer Abwechslung von Mundart und Mandolinenmusik, kam man dann vom Trinken aufs „Gute Essen“, auf die Rudolstädter Ärzteschaft, „Töpfchen Gucker“, „Nörgelfrieden“, „Pechvögeln“ und Rudolstädter Träumereien
Selbstverständlich wurde auch das so typische Rudolstädter Meckern und Nicht-recht-machen in vielen Beziehungen besonders beim Wetter angesprochen.
Unter viel Beifall verabschiedeten sich nach ca. 2 Stunden der Altstädter und das Mandolinenorchester von den Gästen und alle gemeinsam intonierten zum Schluss natürlich noch Anton Sommer’s „Heimweh“.

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Hannelore Grünler aus Artern | 17.07.2013 | 07:21  
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