Auf der Jagd. Brauchtum und Achtung vor dem erlegten Wild

Am Ende einer gemeinschaftlichen Jagd wird das erlegte Wild an einem vorbereiteten, mit Tannenreisig ausgelegten Platz zusammengetragen. Es wird „zur Strecke ausgelegt“. Eine Geste der Achtung wird von der Jagdgesellschaft dem erbeuteten Tieren entgegen gebracht. Foto: Andreas Abendroth
Rottenbach: Thüringer Forstamt Paulinzella | Die Jagd schützt und nützt

Mit dem „Weidwerk“ sind vielfältige Aufgaben verbunden / Jagdliches Brauchtum wird mit gesetzlichem Leistungsauftrag verbunden

Von Andreas Abendroth

PAULINZELLA. Es ist Jagdsaison in der Region. Hinweisschilder an Straßen und Waldwegen weisen darauf hin.

Doch allein die Begriffe „Jagd“ und „Jäger“ lösen Gefühle aus, die aus vorzeitigen Überlieferungen und schwarzweiß Heimatfilmen beruhen.
„Warum muss man Tiere jagen und töten?“, wird oft gefragt. Jagd bedeutet – nicht nur, aber eben auch – töten. Daran führt bei diesem Handwerk kein Weg vorbei.
Denn es geht dabei nicht um die Besorgung eines späteren Festbraten, sondern um Hege und Pflege im Ökosystem Wald.

Und ein Jäger kann im Wald nicht einfacht tun, was er möchte. Sie sind verantwortungsbewusste und Natur liebende Menschen, die gesetzlichen Bestimmungen unterliegen. Außerdem ist das Bestehen einer anspruchsvollen Prüfung Voraussetzung.
Ein Jäger ist im Jahreslauf nicht nur mit dem Gewehr unterwegs, sondern auch mit Schaufel und Hacke. Natur, Landschaftsschutz, Tierschutz, Umweltschutz und die Jagd sind ein sinnvoll vernetztes Gesamtsystem. So sollen die Artenvielfalt der Wildtiere bewahrt, ihre Lebensräume geschützt, Wildschäden auf ein tragbares Maß reduziert und eine angemessene Nutzung der Wildbestände als Lebensmittel gewährleistet werden.

Zur Jagd wird das jagdliche Brauchtum gepflegt.

Der Abschluss einer erfolgreichen Jagd entspricht einem festlichen, eher stillem Gedenken. Alle Beteiligten, Schützen, Hundeführern, Treiber und Hornbläser nehmen Aufstellung.
Danach dankt der Jagdherr allen, die am Gelingen einen Anteil hatten.
Nach Bekanntgabe, was erlegt wurde, wird jede Tierart mit einem „Totsignal“ auf dem Jagdhorn „verblasen“. Danach werden die Erlegerbrüche, ein Tannenreisig, an die Schützen überreicht.
Die Jagd wird mit den Jagdhornsignalen „Jagd vorbei“ und „Halali“ beendet.
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5 Kommentare
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Marcus Daßler aus Zeulenroda-Triebes | 19.12.2011 | 14:08  
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 19.12.2011 | 14:25  
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Antje Hellmann aus Jena | 19.12.2011 | 21:28  
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Marcus Daßler aus Zeulenroda-Triebes | 20.12.2011 | 15:10  
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Thomas Dumdey aus Weimar | 05.08.2014 | 16:18  
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